Alb-Donau-Kreis wappnet sich
: Neue Technik für den Winterdienst – das steckt dahinter

Die Straßenmeistereien in Ehingen, Ulm, Langenau und Merklingen sind startklar für die kalte Jahreszeit. Glätte droht bereits in der kommenden Woche.
Von
swp
Alb-Donau-Kreis
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Die Räumfahrzeuge der Straßenmeistereien stehen bereit.

Die Räumfahrzeuge der Straßenmeistereien stehen bereit.

© Landratsamt Alb-Donau-Kreis

Der Wetterbericht deutet ab Mitte kommender Woche einen möglichen Wetterumschwung an. Es ist mit Temperaturen im Frostbereich sowie Niederschlägen in Form von Regen oder leichtem Schneefall zu rechnen. Die Straßenmeistereien in Ehingen, Ulm, Langenau und Merklingen sind startklar für die kalte Jahreszeit. Die Salzlager sind gefüllt, die Winterdienstfahrzeuge technisch überprüft, die Schichtpläne stehen. Auch wenn die aktuellen Wetterprognosen keinen besonders strengen Winter erwarten lassen, ist der Alb-Donau-Kreis für alle Szenarien gewappnet, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt.

Winterdienst im Einsatz – bei Bedarf rund um die Uhr

Sobald Schnee oder Glätte drohen, übernehmen rund 70 Straßenwärterinnen und Straßenwärter das Räumen und Streuen von insgesamt 1019 Kilometern Kreis-, Landes- und Bundesstraßen. Dafür stehen 14 Fahrzeuge des Landkreises bereit; bei Bedarf werden zusätzlich bis zu 22 weitere Winterdienstfahrzeuge angemietet.

Der Regelbetrieb läuft im Zweischichtsystem von 3 Uhr bis 22 Uhr. Wenn es die Wetterlage erfordert, sind die Straßenmeistereien auch durchgängig im Einsatz. „Dennoch lassen sich winterliche Straßenverhältnisse nicht vollständig kontrollieren“, schreibt die Pressestelle. Das Straßenbauamt appelliert daher an alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, ihre Fahrweise stets an die Witterung anzupassen.

Moderne Streutechnik: 70 Prozent Salz, 30 Prozent Sole

Rund 6000 Tonnen Streusalz lagern aktuell in den Hallen der Straßenmeistereien. In einem durchschnittlichen Winter werden etwa 10.000 Tonnen benötigt – entsprechende Lieferverträge sicherten eine kontinuierliche Versorgung.

Zum Einsatz kommt überwiegend die Feuchtsalztechnologie FS 30: ein Gemisch aus 70 Prozent Steinsalz und 30 Prozent Salzlauge. Dieses hafte besser auf der Fahrbahn, werde weniger verweht und wirke schneller gegen Reif- und Eisglätte.

Neue Technologie: Erstmals FS 100 im Alb-Donau-Kreis

In dieser Saison kommt erstmals flächendeckend auch die sogenannte FS-100-Technik zum Einsatz. „Die modernisierten Winterdienst-Lkw in Ehingen, Merklingen und Ulm können bei Bedarf reines flüssiges Taumittel – also 100 Prozent Sole – ausbringen.“ Die Sole besteht aus Natriumchlorid, sprich Kochsalz. Die Vorteile: präzisere Dosierung, weniger Streuverluste, besonders wirksam bei bevorstehender Glättebildung.

Die Sole wird häufig bereits am Mittag aufgetragen – daher kann es vorkommen, dass Bürgerinnen und Bürger auch bei Sonnenschein Winterdiensteinsätze beobachten.

Trotz bester Vorbereitung: Winter bleibt unberechenbar

„Auch mit professioneller Vorbereitung lassen sich witterungsbedingte Einschränkungen nicht völlig vermeiden“, schreibt das Landratsamt. Bei starkem oder langanhaltendem Schneefall könnten Schneepflüge nicht überall gleichzeitig räumen. Der Winterdienst arbeite dann nach klar festgelegten Prioritäten: Vorrang haben Straßen mit hoher Verkehrsbedeutung.

Reif- und Eisglätte könnten lokal trotzdem auftreten. Besonders herausfordernd sei es, wenn Schneefall während des Berufsverkehrs einsetzt: Der rollende Verkehr drückt den Schnee fest, gleichzeitig kommen die Räumfahrzeuge nur langsam voran. Eine durchgehend freie Fahrbahn könne deshalb nicht garantiert werden.