Aktion 100 000: Wohltäter spendet 50 000 Euro

Die 50 000 Euro kamen per Überweisung. In Kleingeld getauscht hätten sie wohl kaum in die Spendenbüchsen gepasst.
Volkmar KönnekeErst ist Aktion 100 000-Organisationsleiter Karl Bacherle platt, dann geht die Überraschung in Freude über. Mit ihr steckt er umgehend das ganze Aktionsteam an – eine herzlich willkommene Übertragung in trüben Pandemiezeiten. Der Grund für den Jubel ist ein 50 000 Euro-Scheck. „Unglaublich, dass wir gleich am Anfang so viel Geld bekommen haben“, sagt Bacherle, strahlt und wedelt froh mit der Überweisung.
Derjenige, der sie unterschrieben hat, ist weniger extrovertiert. Er will auf keinen Fall erkannt werden. „Ich möcht’, dass die Menschen hier ein gutes Leben haben“, erklärt der Mitt-Achziger, wie er auf die Idee zu spenden gekommen ist. Man dürfe aber nur so viel verraten: „Dass des Geld von de Holzstöck kommt“. Die Holzstockgemeinden liegen südwestlich Ulms im Alb-Donau-Kreis.
Summe spontan erhöht
Der Senior unterstützt nicht nur die Aktion 100 000 und Ulmer helft, er hat zum Beispiel auch an die Kirche gedacht und fördert auch die Instandhaltung wertvoller Kulturgüter. Speziell der Aktion 100 000 eine Finanzspritze zu geben, sei schon lange geplant gewesen. Wobei er beteuert: „Dass es aber dann so viel worda isch, des war spontan.“
Selbstverständlich könnte der rüstige alte Herr, der noch viel selbst im Haushalt erledigt, sein Vermögen bei ausgiebigen Einkaufstouren oder luxuriösen Welterkundungen unter die Leute bringen. Doch das liegt ihm fern. „Ich mag nicht verreisen. Ich fühle mich daheim am wohlsten. Vor allem dann, wenn ich in mein eigenes Bett komme“, sagt der spendable Senior mit entschiedenem Ton in der Stimme.
Andere Spender „anschuggen“
Auffallen und auf großem Fuß leben liegt ihm nicht. Sein Glück findet er im Einfachen, er freut sich darüber, wenn er sein Essen in die Pfanne hauen kann, und es ihm hinterher vorzüglich schmeckt. Spazierengehen und im Garten werkeln sind sein Ding. Am liebsten würde er auch gar nichts über sich verraten. Tut er es dennoch, dann deswegen: „Vielleicht schuggt es jemanden an, auch eine große Summe für die Aktion 100 000 zu spenden.“⇥
