Aktion 100 000 Ulm: Vater tot, Mutter angeschlagen, Tochter schwanger – und dann noch Schulden

Es fehlt bei Familie E. nach dem Tod des Vaters hinten und vorne an Geld. Nun ist die 15-jährige Tochter zudem schwanger.
Barbara Hinzpeter- Familie E. in Ulm kämpft nach dem plötzlichen Tod des Vaters mit finanziellen Problemen.
- Die 15-jährige Tochter Sophia ist schwanger und schwer traumatisiert von dem Verlust.
- Die Mutter verdient 250 Euro monatlich und wartet auf die Auszahlung der Witwenrente.
- Sophia wurde in der Grundschule massiv gemobbt und leidet unter Depressionen.
- Spenden sollen helfen, die Schulden der Familie zu begleichen und Entlastung zu schaffen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Abend im Februar. Beatrice E. erwartet ihren Mann, der auf Montage war. Wenn er ein bisschen später kommt als sonst, liegt es daran, dass er noch Blumen besorgt hat für „seine Frauen“ – für Beatrice und Tochter Sophia (Namen geändert). Beide freuen sich, als es an der Haustür klingelt – genauso, wie er es immer macht. Doch als sie öffnen, stehen sie nicht dem Mann und Vater gegenüber, sondern zwei Polizeibeamten.
Sie bringen die Nachricht vom Tod des 59-Jährigen, der an einem Herzinfarkt gestorben ist. Vor allem Sophia (15), die ein enges Verhältnis zum Vater hatte, ist seither hochgradig und nachhaltig traumatisiert, und für Beatrice E. beginnt wieder einmal eine schwere Zeit. Es ist nicht das erste Mal, dass sie professionelle Hilfe für die Familie und nun speziell für die Tochter benötigt.
Sozialpädagogin Alexandria Haaga vom Jugendhilfe-Träger Fokus BSB (Beratung-Soziales- Begleitung) kümmert sich als Erziehungsbeistand um Sophia. Beatrice E. arbeitet weiter ganztags in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Seit einem Spielplatzunfall in ihrer Kindheit, bei dem sie ein schweres Spielgerät an den Hinterkopf bekam, muss Beatrice mit diversen Einschränkungen leben. Vor allem hat sie Probleme mit den Augen, ihr Sehnerv wurde bei dem Unfall irreparabel beschädigt.
Sie wuchs in der ehemaligen DDR auf, konnte dort einen Schulabschluss erwerben und eine Teilfacharbeiter-Ausbildung absolvieren. Von 2005 an qualifizierte sie sich über den zweiten Bildungsweg zur Bürofachkraft, fand aber keine Stelle am ersten Arbeitsmarkt. Ihr Bruder, der bereits ins Schwabenland gezogen war, half ihr, die Stelle in der Werkstatt zu finden. Im Jahr 2009 lernte sie ihren Mann kennen, der aus Sachsen stammte und bei Zeitarbeitsfirmen zuerst in der Metallverarbeitung, dann in seinem erlernten Beruf als Gas- und Wasserinstallateur schaffte.
Von Anfang an schwierige Beziehung zur Mutter
Ein Jahr später wurde die Tochter geboren. Das Verhältnis zur Mutter war wegen deren Beeinträchtigungen nicht einfach. Hinzu kamen die Sorgen, als Sophia begann, die Schule zu schwänzen. Schon damals sagte sie, dass ein Junge sie quäle. Das wahre Ausmaß kam erst nach und nach ans Licht: Das Mädchen wurde während der kompletten Grundschulzeit von einem Klassenkameraden massiv bedroht und auch tätlich angegriffen.
„Erst jetzt kann sie allmählich und immer noch angstvoll darüber reden“, sagt die Sozialpädagogin. Der Tod des Vaters hat das Mädchen erneut aus der Bahn geworfen, es leidet unter schweren Depressionen. „Sie sagt, am liebsten würde sie dem Vater folgen, aber sie könne ja die Mama nicht alleinlassen, zu der sie mittlerweile ein besseres Verhältnis hat“, berichtet Haaga.
Finanzielle Lage ist prekär
Doch die finanzielle Lage ist prekär und belastet vor allem die Tochter. Mutter Beatrice verdient in der Werkstatt 250 Euro im Monat, hinzu kommt eine kleine Rente wegen Erwerbsunfähigkeit. Auf einen Bescheid und die Auszahlung der Witwenrente wartet sie bis heute. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, konnten sie sich Geld leihen bei Verwandten. Doch die haben selbst nur wenig zur Verfügung, sind auf baldige Rückzahlung angewiesen und bringen das vor allem gegenüber Sophia immer wieder zum Ausdruck.
Das Mädchen fühlt sich dadurch schwer unter Druck gesetzt. Als sie vor Kurzem feststellte, dass sie schwanger ist, war sie im ersten Moment völlig verzweifelt. Kein Schulabschluss, keine Berufsausbildung und kein Geld – das sind keine glücklichen Umstände.
Doch die Mutter leistete Trost und Beistand. „Das schaffen wir“, meint sie. Denn Sophia ist wild entschlossen, das Kind zu bekommen und den Schulabschluss zu schaffen. „Sie hat einen starken Willen“, sagt die Sozialpädagogin und betont: „Es wäre es eine enorme Entlastung für Mutter und Tochter, wenn Beatrice E. die Schulden zurückzahlen könnte und sich die finanzielle Situation dadurch etwas entspannen würde.“
Direkte Hilfe für Familie E.
Wer Familie E. gezielt unter die Arme greifen möchte, vermerkt auf der Überweisung unter Verwendungszweck das Stichwort „Familie E.“
Spendenkonten:
Sparkasse Ulm: IBAN: DE4763 0500 0000 0010 0003; BIC: SOLADES1ULM
Volksbank Ulm-Biberach: IBAN: DE7963 0901 0000 0236 4018; BIC: ULMVDE66XXX
