Hilfe für Bettina M.: Alleinerziehend und auf Jobsuche – „Ich schreibe mir die Finger wund“

Anfang des Monats nur noch 4,09 Euro zum Leben: Weil Anträge in der Verwaltung hängen, ist Bettina M. in Finanznot.
Barbara Hinzpeter- Alleinerziehende Bettina M. kämpft nach Jobverlust mit Krankheit, Schulden und Behörden.
- Finanznot: Anfang des Monats nur 4,09 Euro auf dem Konto, Bescheide und Hilfen verzögern sich.
- Nach häuslicher Gewalt suchte sie mehrfach Zuflucht im Frauenhaus, trennte sich endgültig vom Partner.
- Sie hofft auf Arbeit im Pflegedienst, trotz chronischer Erkrankung ist sie bereit für einen Neustart.
- Spendenkonto für Bettina M.: Sparkasse Ulm IBAN DE4763 0500 0000 0010 0003, Verwendungszweck „Bettina M.“
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Die Nerven liegen blank“, sagt Bettina M. und blickt auf den aktuellen Kontoauszug. Vier Euro und neun Cent stehen auf der Habenseite, das Monatsende ist noch nicht in Sicht. Sie wisse nicht, wie sie und ihre Kinder in den nächsten Wochen über die Runden kommen sollen, denn sie habe keine Familie, die sie in der akuten Notsituation unterstützen könnte.
Im August verlor sie ihren Job, von dem die Alleinerziehende und ihre Kinder zwar nicht üppig, aber gut leben konnten. Jetzt kämpft sie sich durch den Behördendschungel, stellt Anträge auf Arbeitslosengeld, Bürgergeld und Kindergeld für ihre 18-jährige Tochter, die derzeit einen Ausbildungsplatz sucht. Sie und ihr zwölfjähriger Bruder leben bei der Mutter, eine erwachsene Tochter ist ausgezogen.
Bettina M. war gerade mal 17 Jahre alt und noch in der Lehre, als ihre Älteste auf die Welt kam. Weil das Mädchen schwer krank wurde und monatelang in der Klinik behandelt werden musste, brach sie ihre Ausbildung ab. Sie trennte sich vom Vater des Kindes, der gewalttätig geworden war. Trotzdem ließ sie sich nach einiger Zeit wieder mit ihm ein, eine weitere Tochter und ein Sohn wurden geboren.
Zuflucht im Frauenhaus gesucht
Doch es kam der Tag, da sie wegen der häuslichen Gewalt Zuflucht in einem Frauenhaus suchte. Dennoch kehrte sie erneut zu dem Mann zurück, in der Hoffnung, dass er sich gebessert habe. Es dauerte Jahre, bis sie einen endgültigen Schlussstrich ziehen konnte und mit ihren Kindern wieder in einem Frauenhaus unterkam. Obwohl sie dort zu dritt in einem Zimmer lebten, „ging‘s mir da gut“, sagt Bettina M., die an einer schmerzhaften chronischen Erkrankung leidet, die in Schüben verläuft.
Der Zusammenhalt unter den Frauen tat ihr gut. Schweren Herzens zog sie aus, als sie eine Wohnung und einen Job fand. Sie fühlte sich aber einsam in der fremden Stadt und zog zurück in ihren Heimatort. Durch einen glücklichen Zufall bekam sie auch hier sofort eine Arbeit, die sie trotz ihrer Erkrankung gut bewältigen konnte, bis im Sommer ein neuer Schub sie zwang, sich längere Zeit krankschreiben zu lassen.
Direkte Hilfe für Bettina M.
Wer Bettina M. gezielt helfen möchte, vermerkt auf seiner Überweisung unter Verwendungszweck das Stichwort „Bettina M.“
Spendenkonten:
Sparkasse Ulm: IBAN: DE4763 0500 0000 0010 0003; BIC: SOLADES1ULM
Volksbank Ulm-Biberach: IBAN: DE7963 0901 0000 0236 4018; BIC: ULMVDE66XXX
Kontoinhaber: SÜDWEST PRESSE-Aktion 100 000 und Ulmer helft e.V.
Vorerst keine Bescheide und kein Geld
Weil nicht absehbar gewesen sei, wann und wie sie wieder einsatzfähig wäre, habe sie schließlich die Kündigung erhalten, sagt Bettina M. und betont: „Die Chefin war sehr nett, ich kann ihr keinen Vorwurf machen.“ Die 41-Jährige stellte Anträge auf staatliche Unterstützung. Doch Bescheide und Geld lassen auf sich warten. Sie ist frustriert: „Ich schreibe mir die Finger wund und rufe immer wieder beim Jobcenter und der Familienkasse an, doch ich werde überall vertröstet“ – und teilweise mit widersprüchlichen Auskünften bedacht.
Durch die vielen Umzüge habe sich ein Schuldenberg angehäuft, „und ich kann die Rechnungen und Nebenkosten nicht mehr bezahlen“, gesteht die dreifache Mutter, der es schwerfällt, um Hilfe zu bitten. Da sie bei der Schuldnerberatung von Caritas oder Diakonie zu lange auf einen Termin warten müsste, habe sie sich an eine Rechtsanwaltskanzlei gewandt, um Privatinsolvenz anzumelden. „Aber das kostet ja auch wieder Geld“, sagt sie und seufzt.
Arbeit bei einem Pflegedienst gesucht
Dennoch hofft sie, dass ihr ein Neustart gelingt, sie ein bisschen finanziellen Spielraum für den Alltag und vielleicht auch mal eine kleine Unternehmung mit dem Jüngsten bekommt. Sie wolle ihr Leben endlich auf die Reihe kriegen und in geordnete Bahnen lenken. Vor allem ist ihr daran gelegen, bald eine geeignete Arbeit zu finden – am liebsten bei einem Pflegedienst als Hilfskraft oder Alltagsbegleiterin. Bei ihrer Erkrankung wäre der Wechsel zwischen Bewegung ohne allzu schwere körperliche Belastung und sitzender Tätigkeit optimal. „Auf jeden Fall habe ich genug Energie für einen Acht-Stunden-Tag“, betont sie.
