Aktion 100 000 überreicht Schecks
: Ein Empfänger ist geschockt vor Freude

Die Tränen fließen und manchmal plumpst auch ein Stein vom Herzen: Bei der Spendenübergabe an vom Schicksal besonders hart angefasste Menschen lösen die Schecks viele Gefühle aus.
Von
Birgit Eberle
Ulm
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Chris Mertl übergibt Spenden an Menschen mit besonders hartem Schicksal.

Spendenempfänger und -empfängerinnen mit Aktionsleiter Chris Mertl (links hinten), Esther Bosch (absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr im Aktionsteam, r.) und Elena Baumann (zweite von rechts) von der ambulanten Jugendhilfe Fokus BSB.

Volkmar Könneke
  • Aktion 100 000 überreicht Schecks an Bedürftige, Tränen und Freude bei der Übergabe.
  • Menschen in Not erhalten finanzielle Unterstützung, um dringend notwendige Ausgaben zu decken.
  • Spenden ermöglichen behindertengerechte Umbauten, Möbelkäufe und Schuldenabbau.
  • Weitere Spenden sind willkommen; Kontodaten angegeben.
  • Persönliche Geschichten berühren und zeigen die Notwendigkeit der Hilfe.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sie kamen mit dem Auto, Fahrrad, zu Fuß, an der Krücke, mit dem Rollstuhl, mit Tochter im Kinderwagen und mit Hund im Schlepp. Acht Menschen, deren besonders schwere Schicksale in den vergangenen Wochen detailliert vorgestellt worden waren, hatte Aktionsleiter Chris Mertl zur persönlichen Spendenübergabe in die Cafeteria der SÜDWEST PRESSE geladen.

„Wir sammeln für Menschen in Not. Wen es besonders schwer getroffen hat, für den haben wir spezielle Spendenaufrufe gestartet“, sagt Mertl bei der Begrüßung. Er hoffe, dass das Geld eine wertvolle Unterstützung sei und das Jahr 2025 damit für die Geladenen ein gutes werde.

„Mir fällt ein riesiger Stein vom Herzen“

Kaum sind die ersten Umschläge übergeben, fließen die Tränen. Die Mutter der Familie L.* schluchzt, ihr Mann nimmt sie in den Arm. Ein Bandscheibenvorfall der Frau und die Arbeitslosigkeit des Alleinverdieners hatten die Patchwork-Familie mit vier Kindern so in Geldnot gestürzt, dass sie viel vom Hab und Gut verkaufen mussten. „Mir fällt ein riesiger Stein vom Herzen“, sagt der Vater. Mit dem Geld könne man endlich die säumige Wasserrechnung bezahlen und die Kinderzimmer etwas möblieren.

Auch die Spende an Familie M.* soll in Möbeln angelegt werden, denn ihre Wohnung wurde vor Weihnachten durch einen Brand verwüstet. „Wir haben Sachspenden bekommen, für die wir sehr dankbar sind, müssen aber trotzdem noch etwas dazukaufen“, sagt Elham M.* Vielleicht springe sogar noch ein Spielzeugauto für den Sohn und eine Puppe für die Tochter heraus.

„Ich habe einen Schock. Ich freue mich“, presst der Ehemann von Katharina M.* heraus, nachdem er den Scheck in Händen hält. Er weint und kann kurz nicht reden. Der Mann ist in Vertretung seiner schwerkranken Frau gekommen, die an Krebs und starken Schwellungen an den Beinen leidet. Ihr gehe es momentan besser, weil ein Leser ein gebrauchtes Lymphdrainage-Gerät vorbeigebracht habe. Mit der Spende werde er das Bad behindertengerecht umbauen. „Vielleicht springt auch ein schönes Essen heraus, denn wir haben bald Hochzeitstag“, sagt er leise.

Es kann weiterhin gespendet werden

Die 54. Spendenrunde ist in vollem Endspurt, was aber nicht heißt, dass die Spendenkonten geschlossen werden. Die Not macht keine Pause. Auch für die Menschen, die bereits einen Scheck bekommen haben, kann weiterhin gezielt gespendet werden. Einfach die im Text gefetteten Namen auf der Überweisung unter Verwendungszweck angeben.

Die Konten sind:

Bei der Volksbank Ulm-Biberach: IBAN DE79 6309 0100 0002 3640 18

Bei der Sparkasse Ulm: DE47 6305 0000 0000 1000 03

Bei der BW-Bank: DE05 6005 0101 7439 5013 93

Gabriela S.* kann ihren momentanen Zustand kaum in Worte fassen. „Es ist ein schönes und zugleich ein trauriges Gefühl, die Spende in Empfang zu nehmen“, sagt die Frau, die Knall auf Fall arbeitslos wurde, deren Mann krank ist, und beide bald ohne Wohnung sind. „Ich nehme die Spende gerne an, das ist schön. Aber, dass ich es nicht ohne Hilfe schaffe, ist traurig“, meint sie und schiebt nach: „Schreiben Sie, dass ich unendlich dankbar bin.“ Mit dem Geld will sie einen Eisschrank kaufen.

Dank an die Spenderinnen und Spender

„Ich kann mich bloß ganz herzlich bei den Spenderinnen und Spendern und dem Aktionsteam bedanken“, sagt Jürgen S.*, der von seinem kleinen Hund begleitet wird, der ihm „Freund und Therapeut“ ist. Weil Jürgen S. psychisch krank ist, kämpft er mit der Armut. Sein Auto Baujahr 1999 tut nicht mehr. Mit dem Geld kann er ein 20 Jahre altes funktionsfähiges kaufen. „Und ich muss 300 Euro Schulden abzahlen, das sind die Raten für Jeans, Schuhe und einen Fernseher.“

Mittsiebzigerin Doris B.* geht an einer Krücke und wird von einer Freundin begleitet. Vor Jahren, als sie noch als Frau eines Akademikers in einem großen Haus wohnte, hat sie selbst an die Aktion 100 000 gespendet. Da das Haus verkauft ist und ihr Mann auszog, lebt sie nun notgedrungen in einer Flüchtlingsunterkunft und ist froh, von der Benefiz-Initiative unterstützt zu werden. „Ich bin überwältigt davon, wie viele Leute bereit sind, zu helfen. Danke.“

„Es ist ein Anfang“, kommentiert Angelika P. die Summe auf ihrem Scheck. Der schwerstbehinderten Frau im Rollstuhl mussten alle Zähne gezogen werden. Sie braucht acht Implantate, die ihr in einer Spezialklinik in Vollnarkose eingesetzt werden. Angelika P. hofft auf weitere Spenden und sehnt sich danach, endlich wieder Fleisch essen zu können.

Bei Alina T.*, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, die trotz Vollzeitarbeit und Nebenjob stets knapp bei Kasse ist, hat sich die ohnehin bescheidene Lage zwischenzeitlich verschärft: Nach einem Unfall an Silvester mit anschließendem Krankenhausaufenthalt pendelt sie zwischen Ärzten und Kindern. Doch es gibt auch Gutes zu berichten. Ein Ehepaar hat sich gemeldet, und der Familie einen Tagesausflug ins Allgäu angeboten. Das Geld für die Autoreparatur kann sie dank der Spende bezahlen, ohne weiter in die Miesen zu kommen. „Darüber bin ich mehr als froh.“
* Name geändert