Wohnungsnot in Tübingen: Familien in Tübingen finden keine Wohnung – So diskutiert das Netz

„Familien haben keine Chance“: Im Internet wird heißt diskutiert über die Frage, wer auf dem Tübigner Wohnungsmarkt die besten Aussichten auf Erfolg hat – und ob das gerecht ist.
SWP- Familien finden laut Wohnraumbericht selten passende Wohnungen und ziehen häufig weg.
- Der Bericht nennt seit acht Jahren 762 abgewanderte Familien-Haushalte – jährlich 50 bis 100.
- Nutzer berichten von WGs über Mietpreisbremse, teuren kleinen Wohnungen und Vermieterpräferenzen.
- Grüne nennen Flächennutzung und Umzüge in kleinere Einheiten als Ansatz, viele bezweifeln die Praxis.
- Der Bericht ist online abrufbar. Eltern klagen über fehlenden Wohnraum und Kita-Plätze.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Diese Zahlen zeigen ein gefährliches soziales Ungleichgewicht: Bezahlbare und passende Wohnungen für Familien sind in Tübingen zu selten. Der aktuelle städtische Wohnraumbericht 2026 benennt dieses Problem deutlich und führt aus, dass allein in die nähere Umgebung des Landkreises in den vergangenen acht Jahren 762 Familien-Haushalte aus Tübingen gezogen sind – im Saldo stets 50 bis 100 Familien im Jahr.
Die Leser der SWP-Angebote im Netz diskutieren das Thema ausführlich und kontrovers. In den sozialen Netzwerk Instagram und Facebook teilen sie Erfahrungen und Einschätzungen, oft in konstruktiver Manier. „Irgendwann gibt es in Tübingen nur noch geförderten Wohnraum oder Spitzenverdiener – alles dazwischen wird ins ferne Umland verdrängt“, kritisiert ein Nutzer bei Instragram – und erntet viel Zustimmung: „Wie hier in München. Entweder bist du arm oder reich. Die Mittelschicht erodiert und muss in irgendwelche auch schon überteuerten Pendlerkäffer ausweichen, wo man auch noch gezwungen ist, ein Auto zu haben, das man sich leider eigentlich nicht leisten kann.“
Der Tübinger Bündnisgrüne Hazar Colak schreibt: „Tübingen macht beim Wohnungsbau vieles richtig, aber wir müssen noch stärker über unsere Flächennutzung sprechen.“ Colak kann sich als einen Teil der Lösung etwa die gemischte Nutzung von Gewerbeflächen vorstellen: „Eine Stadt ohne Kinder ist keine schöne Stadt.“
Colaks Parteikollegin und Stadträtin Asli Kücük denkt, es gebe in Tübingen sogar viel frei Fläche für Familien, wenn bestehende große Wohnungen angemessen genutzt würden - eben nicht durch Ein- und Zwei-Personen-Haushalte: „Wir haben nicht zu wenig Wohnraum, aber wir haben ein Problem bei der Verteilung des Wohnraumes“, so Kücük: „Wir brauchen Lösungen für Menschen, die aus einer 4-Zimmer-Wohnung gerne in eine 2-Zimmer-Wohnung ziehen würden.“
Vermieter und Flächen-Nutzung im Visier im Zentrum der Diskussion
Genau dieses Problem hat etwa „Rosenstich.24“: „Meine Kinder sind ausgezogen, ich lebe in einer relativ günstigen 4-Zimmer-Wohnung, finde aber keine kleinere zum selben Preis. Zahle aber auch schon die Hälfte meines Gehalts!“ Der ehemalige IHK-City-Fachmann und heutige Standortförderer in Basel Andreas Topp gibt ihr Recht: „Danke für dieses Beispiel! Genau wegen dieser Realität funktioniert die theoretische Idee von ‚genug Wohnraum, nur falsch verteilt' nicht.“
Die Stadt Tübingen geht davon aus, dass mehrere zehntausend Quadratmeter Wohnfläche frei werden könnten, wenn Senioren und andere Ein-Personen-Haushalte aus größeren Wohnungen in kleinere ziehen würden. Dass diese Idee auch in der Praxis klappt, bezweifeln aber viele im Netz. „Ich kenne auch ältere Menschen, die eine 4- bis 5-Zimmer-Wohnung belegen“, schreibt Sina_lco_Limo: „Manchmal alleine, manchmal zu zweit. Die Kinder sind schon längst aus dem Haus. Umziehen lohnt sich nicht, weil die Miete günstiger ist als in einer 2- bis 3-Zimmer Wohnung mit neuem und teurerem Mietvertrag.“ Sylvia Sylph gibt ihr recht: „Ältere Menschen haben manchmal noch günstige Mietverträge. Kleinere Wohnungen kosten genauso viel oder mehr. Wer würde da umziehen?“
Der Wohnraumbericht im Netz
Der aktuelle städtische Wohnraumbericht ist seit kurzem im Internet veröffentlich und bietet eine Vielzahl von Analysen des Status Quo, kommt aber auch zu denkbaren Lösungen des Problems der Wohnungsnot in Tübingen: www.tuebingen.de/37204.html.
Familien hätten es generell schwer bei manchen Vermieter, glaubt Sas.kia.bu: „Viele Vermieter wollen explizit an keine Familie vermieten. Und einige Familien verzichten wegen der Wohnsituation auf ein weiteres Kind.“ Die betroffene Nutzerin Nonviolent_Childhood berichtet: „Bei uns genau so: Keine bezahlbare und verfügbare Wohnmöglichkeit für Alleinstehende mit Kind – und zusätzlich wegen Kita- und Kindergartenplatzsituation. Wir sind wegen Wohnraum und fehlendem Kindergartenplatz seinerzeit rausgezogen und pendeln nun zu Schule und Arbeit nach Tübingen.“
Gerade in Tübingen sei ein anderes Vermietungsmodell attraktiver, glaubt ein anderer Nutzer: „Ehemals familienkompatible 3- oder 4-Zimmer-Wohnungen werden eben an WGs oft weit über Mietpreisbremse angeboten. Da haben Familien keine Chance und die Stadt schaut zu!“ Marcel Schnieder appelliert: „An alle, die Wohnungen vermieten: Überlegt mal, was wichtiger ist – eine Familie glücklich zu machen oder rein nur der Profit?“ Manol.mtv kritisiert: „Unter anderen sind ein Problem private Vermieter, die teilweise rechtliche Regelungen umgehen und wirklich auf jede erdenkliche Art und Weise probieren, ihren Mietern überteuerten Wohnraum anzudrehen. Man denke an Möblierungen et cetera.“ Die städtischen Wohnraumbeauftragten, so der Nutzer, böten hier eine kostenlose Beratungsstelle: „Weiterzuempfehlen!“
Wohnungsnot im Kreis Tübingen: Themen-Schwerpunkt der SÜDWEST PRESSE
Egal ob jung, alt, Single, als Paar oder mit Familie – das Thema „Wohnen“ geht alle an. Wer in Tübingen eine Wohnung oder ein Haus sucht, hat es nicht leicht, denn: Bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Wir schreiben Geschichten rund ums Wohnen. Mal persönlich, mal mit hilfreichen Tipps für die Suche nach den eigenen vier Wänden.
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