Warnstreik bei Walter AG wegen Stellenabbau
: Beschäftigte in Münsingen fordern einen Sozialtarifvertrag

Die Walter AG mit Stammsitz in Tübingen plant, am Standort in Münsingen Stellen abzubauen. Beschäftigte fordern eine angemessene Entschädigung für den Verlust ihrer Arbeitsplätze.
Von
Moritz Siebert
Tübingen
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Warnstreik Walter AG in Münsingen. IG Metall

Bereits im August gab es bei Walter in Münsingen einen Warnstreik.

Pia Holzschuh/Archiv
  • Walter AG verlagert Teile der Produktion bis Ende 2027 nach Schweden – 160 Jobs entfallen.
  • Beschäftigte in Münsingen streiken seit Sonntagabend für einen Sozialtarifvertrag.
  • 94,3 Prozent der IG Metall-Mitglieder stimmten in der Urabstimmung für den Streik.
  • Gefordert werden Abfindungen und eine einjährige Transfergesellschaft mit Absicherung.
  • Arbeitgeber legte in drei Verhandlungsrunden kein Angebot für einen Sozialtarifvertrag vor.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei der Walter AG in Münsingen begann am Sonntagabend (27. September) mit dem Beginn der Nachtschicht der Streik für einen Sozialtarifvertrag. In der vorausgegangenen Urabstimmung sprachen sich 94,3 Prozent der abstimmenden IG Metall-Mitglieder für den Arbeitskampf aus, wie die Gewerkschaft berichtet. „Mit diesem eindeutigen Ergebnis haben die Mitglieder den Weg für den Streik geebnet.“ Hintergrund ist die Entscheidung ihres Arbeitgebers, die Rohlingsfertigung und den Presswerkzeugbau am Standort Münsingen bis Ende 2027 schrittweise nach Schweden zu verlagern. Nach den Plänen des Unternehmens sollen dadurch rund 160 der etwa 480 Arbeitsplätze am Standort wegfallen. Am Montag (28. September) legten Beschäftigte vor dem Werk in Münsingen ihre Arbeit nieder, um auf ihre Situation und ihre Forderungen aufmerksam zu machen.

„Das Ergebnis der Urabstimmung ist unmissverständlich: 94,3 Prozent Zustimmung zeigen die große Entschlossenheit und Geschlossenheit unserer Mitglieder“, erklärt der zuständige Gewerkschaftssekretär Ralf Jaster von der IG Metall Reutlingen-Tübingen. „Die Beschäftigten haben über viele Jahre zum Erfolg des Unternehmens beigetragen. Sie erwarten zu Recht, dass die Folgen der Verlagerung nicht allein auf ihren Schultern und denen ihrer Familien abgeladen werden.“

Die IG Metall fordert einen Sozialtarifvertrag, der die vom Arbeitsplatzverlust betroffenen Beschäftigten angemessen für den drohenden Verlust ihres Arbeitsplatzes entschädigt. Ein weiterer zentraler Bestandteil der Forderung sei eine einjährige Transfergesellschaft. Während dieser Zeit sollen die Beschäftigten finanziell weitgehend abgesichert werden. Zugleich sollen sie umfangreiche Möglichkeiten zur Qualifizierung und beruflichen Neuorientierung erhalten.

„Unsere Forderung verbindet eine angemessene finanzielle Absicherung mit konkreten beruflichen Perspektiven. Wer durch die Verlagerungsentscheidung seinen Arbeitsplatz verliert, braucht eine faire Abfindung, ausreichend Zeit für die berufliche Neuorientierung und gute Qualifizierungsmöglichkeiten“, erklärt Tobias Arndt von der betrieblichen Streikleitung.

Die IG Metall habe in bislang drei Tarifverhandlungen versucht, mit der Arbeitgeberseite eine tragfähige Lösung zur sozialen Absicherung der Beschäftigten zu erreichen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Arbeitgeberseite habe in keiner der drei Verhandlungsrunden ein Angebot für einen Sozialtarifvertrag vorgelegt.