Tübinger Uni-Museum MUT
: Jubiläumstag mit vielen Veranstaltungen

Nicht nur der Uni-Pavillon in der Wilhelmstraße erstrahlt in neuem Glanz, auch das Sammlungszentrum unter der Mensa Wilhelmstraße öffnet. Am Freitag, 23. Oktober, ist aber noch viel mehr geboten.
Von
Lisa Maria Sporrer
Tübingen
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Uni-Shop 20 Jahre MUT Tübingen

Vier Jahre war er zu, der Uni-Shop vor dem Clubhaus. Das Museum der Universität Tübingen MUT hat ihn wieder aufgepäppelt. Frisch renoviert und neu designt, wird er am Freitag, 23. Oktober, eröffnet.

MUT
  • MUT feiert am Freitag, 23. Oktober, 20-jähriges Bestehen mit großem Programm.
  • Der Uni-Pavillon in der Wilhelmstraße ist renoviert und wird um 18.30 Uhr wiedereröffnet.
  • Neu: Sammlungszentrum unter der Mensa Wilhelmstraße eröffnet um 19.30 Uhr mit Führungen.
  • Von 12 bis 15.30 Uhr „Open Collections“ mit kostenfreien Kurzführungen in mehreren Sammlungen.
  • Der Pavillon soll künftig Uni-Artikel verkaufen, geplant ist Öffnung Dienstag, Donnerstag und Freitag.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Da“, sagt Ernst Seidl und zeigt auf das Pferdchen. „Und da.“ Ein Mikroskop. Bücher. Ein Zepter. Eine Münzsammlung. „Wir haben die Fakultäten hier alle abgebildet“, sagt der Direktor des Museums der Universität Tübingen MUT über die Gestaltung des neuen Uni-Pavillons. Der Uni-Pavillon ist das Info-Häuschen vor dem Clubhaus in der Wilhelmstraße. Dort gab es einst Uni-Fanshop-Artikel zu kaufen, T-Shirts, eigentlich alles, auf das das Logo der Uni passte. Im Laufe der Jahre und mit Zunahme von Online-Bestellungen schliefen der Verkauf und auch die Bedeutung dieses Häuschens ein wenig ein. Es endete vor rund vier Jahren, als die Dame, die dort immer saß, in Ruhestand ging.

Das Vogelherdpferdchen zieht vom Berg ins Tal

Jetzt aber, sagt Seidl, kommt dort wieder Leben rein. Und das sehe man schon an der Fassade, die einen peppigen Kontrast bilden soll zur gegenüberliegenden Neuen Aula mit ihrer klassizistischen Fassade. Alt und neu. Tradition und Neues. „Ist doch gut gelungen“, sagt Seidl und schaut erwartungsvoll. Vor vier Jahren ist dem MUT das Schaufenster-Häuschen, der Uni-Pavillon, vom Rektorat übertragen worden. Auch mit dem Hintergedanken, dort eine Schaufensterfläche zu haben als Ankündigung für die ganzen Uni-Jubiläumsveranstaltungen. Im kommenden Jahr feiert die Uni nämlich ihr 550-jähriges Bestehen. Unter dem Leitmotiv „Vom Wert der Wissenschaft“ soll bis Ende 2027 mit einem umfangreichen Programm Wissenschaft und Universitätsgeschichte für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht werden. Und wo ließen sich all die Veranstaltungen besser lesen, als auf dem Weg zur Uni?

Das ist aber nur der Hintergedanke zum renovierten Uni-Pavillon. Das MUT hat nämlich auch ein Interesse daran, seine Shop-Artikel hoch oben vom Schloss in die Breite zu bringen. In die Weite gehen sie ohnehin schon, erzählt Seidl. Bis aus Kanada kommen Online-Bestellungen. „Es scheint richtige Sammler von Uni-Produkten zu geben“, sagt Seidl amüsiert. Und wenn sich Verkauf und Online-Versand etwas entzerren mit einem quasi zweiten Shop, tue das auch den Mitarbeitern gut, die oft nach Feierabend erst zum Verpacken kommen.

Eine Stelle für den Pavillon, in dem dann dreimal in der Woche Postkarten, Bücher, Bekleidung und natürlich das Vogelherdpferdchen zu kaufen sein werden, muss noch beantragt werden. Geplant ist bisher, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 12 bis 14 Uhr geöffnet zu haben. „Freitag, damit man noch schnell ein Geschenk für den Gastgeber der Party kaufen kann, auf der man eingeladen ist“, so Seidl.

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Ernst Seidl im Uni-Pavillon

Da winkt er schon munter heraus, aus dem noch nicht eingeräumten Uni-Pavillon: Ernst Seidl, Direktor des Museums der Universität Tübingen MUT.

Lisa Maria Sporrer

Eröffnet wird der Uni-Pavillon am Freitag, 23. Oktober, dem Tag, an dem das MUT sein 20-jähriges Bestehen feiert. Es soll ein richtiger Festtag werden, und nicht nur das Jubiläum der Uni wartet mit einem großen Programm auf, sondern auch das MUT: Unter dem Motto „Vergangenheit erschließen. Zukunft gestalten“ gibt der Jubiläumstag Einblicke in Universitätssammlungen; er bietet ein international besetztes Symposion und verbindet damit die Wiedereröffnung des Universitäts-Pavillons an der Neuen Aula und die Neueröffnung des Sammlungszentrums unter der Mensa Wilhelmstraße.

Besonders das neue Sammlungszentrum ist ein Höhepunkt fürs MUT. Es schaffe nun auch einen Ort, an dem wissenschaftliche Bestände aufbewahrt und für Forschung und Lehre zugänglich gemacht werden. Und wenige davon gibt es nicht an der Uni Tübingen: Sie verfügt über rund 80 wissenschaftliche Fachsammlungen und damit über die größte Anzahl wissenschaftlicher Konvolute an einer deutschen Universität. Außerdem, auch das ist Seidl wichtig, ist sie die einzige zentrale Kustodie mit zwei Provenienzforschungsstellen. Und: die weltweit einzige Universität mit Anteilen an zwei Unesco-Welterbe-Einträgen und einem Guinnessbuch-Eintrag.

Der große Festakt für die MUT-Feier ist von 16 bis 18.30 Uhr im Audimax der Neuen Aula. Zunächst gibt es ein Symposion zu den Potenzialen, Aufgaben und Perspektiven universitärer Sammlungen. Und nach Begrüßung, Grußworten und nachdem Ernst Seidl ein paar Worte zu dem Jubiläum gesagt hat, spricht Prof. Silke Ackermann, Direktorin des History of Science Museum sowie Professorin und Fellow des Linacre College, University of Oxford, über „Activating university collections for public engagement and outreach“. Es ist aber noch mehr Prominenz geladen: Prof. Philippe Cordez, stellvertretender Leiter der Abteilung für Museumsstudien und Forschungsförderung sowie Leiter des Bereichs Forschungsförderung des Dominique-Vivant-Denon-Zentrums, Musée du Louvre, Paris, beleuchtet unter dem Titel „Objekte der Wissenschaft / Wissenschaft der Objekte: kunsthistorische Perspektiven“ das Verhältnis von Wissenschaft und ihren Objekten. Und Professor Dr. Thomas Thiemeyer vom Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen fragt in seinem Vortrag „Jenseits von Sammeln und Bewahren: Wie politisch ist das Depot?“.

Dann, um 18.30 Uhr, wird der renovierte Universitäts-Pavillon gegenüber der Neuen Aula wiedereröffnet.

Am Freitag, 23. Oktober, ist einiges geboten

Das Jubiläumsprogramm beginnt von 12 bis 15.30 Uhr mit den „Open Collections“: Ausgewählte Universitätssammlungen öffnen ihre Türen und bieten kostenfreie Kurzführungen an. Mit dabei sind die Paläontologische, die Zoologische und Mineralogische sowie die Graphische Sammlung, die Geographische Kartensammlung, die Musikinstrumentensammlung und die Sammlungen des Universitätsarchivs. Hinzu kommt die Ausstellung „Was bleibt. Evamarie Sanders Leben, Familie und Wissenschaft“ sowie Führungen zu den Höhepunkten in den Museen WeltKulturen und Alte Kulturen auf Schloss Hohentübingen. Um 19.30 Uhr wird das neue Sammlungszentrum des MUT im Untergeschoss der Mensa Wilhelmstraße mit mehreren Führungen eröffnet. Weitere Informationen: unimuseum.uni-tuebingen.de