Tübingen: Tübus-Preise: Bis Ende Februar kein Anstieg, dann wird’s teurer

Symbolbild: Ulrich Metz
Nicht gesetztDer Tübus-Aufsichtsrat hat in seiner jüngsten Sitzung eine Preisanpassung beschlossen, die allerdings von Oktober 2022 bis Ende Februar 2023 ausgesetzt wird. Die Stadtwerke Tübingen (SWT) übernehmen die Kosten für die Verlängerung der diesjährigen „Nullrunde“ über den Jahreswechsel hinaus. Das teilen sie in einer Presseerklärung mit.
Die Branche kämpft seit einiger Zeit mit Preissteigerung, alleine die gestiegenen Spritpreise sorgen für erhebliche Mehrkosten - auch für die Tübus-Sparte. Der Verkehrsverbund Naldo (Neckar-Alb-Donau) hatte vor diesem Hintergrund in der vergangenen Woche eine Preiserhöhung zum 1. Oktober 2022 um 6,3 Prozent angekündigt. Dabei wollen die Verkehrsunternehmen ein attraktives und preislich reizvolles Angebot schaffen, um die Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen. Besonders, wenn durch das Ende des Tankrabatts im September die Spritpreise wieder steigen sollten.
Auch für den Stadttarif Tübingen hatte der Tübus-Aufsichtsrat in seiner Sitzung diese Woche eine Preisanpassung um 6,3 Prozent ab dem 1. Oktober 2022 beschlossen. Bis Ende Februar spüren die Tübus-Kundinnen und -Kunden davon zunächst jedoch nichts. Denn: Der Tübus-Aufsichtsrat legte gleichzeitig eine Aussetzung der Preisanpassung ab Oktober für zunächst fünf Monate fest - bevor dann auch im Stadttarif Tübingen die Preisanpassung greift.
In der Mitteilung bewertet Tübingens OB Boris Palmer es als „eine gute Nachricht“, dass die Preise im Tübus zunächst stabil bleiben. „Besonderer Dank gilt den Stadtwerken, deren Investitionen in die Erzeugung erneuerbarer Energie jetzt ausreichend Gewinn abwerfen, dass damit die Preissteigerung im Nahverkehr bis ins Jahr 2023 übernommen werden kann“, wird Palmer weiter zitiert.
„Angebot und Nachfrage stimmen beim Tübus, als dem Stadtverkehr mit den meisten Fahrgästen in der Region, seit vielen Jahren. Dass auch der Preis für dieses gute Angebot stimmen muss, ist naheliegend“, wird Ortwin Wiebecke zitiert, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen. „Indem Universitätsstadt und Stadtwerke nun schon seit längerer Zeit die Tübus-Tarife stabil halten und mit der Perspektive für das landesweite Jugendticket ab 1. März 2023, sowie ein 365-Euro-Ticket in Tübingen, werden auch in preislicher Hinsicht die Voraussetzungen geschaffen, dass sich immer mehr Menschen bewusst für die Nutzung des ÖPNV entscheiden können.“
Aktuelle Preisübersicht der Stadtwerke.
365-Euro-Ticket und landesweites Jugendticket als Meilensteine
Für das Jahr 2023 ist von Seiten der Stadt und der Stadtwerke die Einführung des 365-Euro-Tickets anvisiert. Außerdem wird ab dem 1. März 2023 das landesweite Jugendticket im Verkehrsverbund eingeführt. Neben zahlreichen bereits 2020 und 2021 umgesetzten Angebotsverbesserungen beim Tübus – und weiteren, die bis zum Fahrplanwechsel noch kommen – könnten, so zumindest die Hoffnung der Stadtwerke, die tariflichen Neuerungen noch mehr Menschen von einer regelmäßigeren ÖPNV-Nutzung überzeugen.