Tipps fürs Fasten: Warum Menschen mit kalten Füßen Null-Diäten meiden sollten

Christine Hack zwischen blühendem Bärlauch – „ein kraftvolles Frühlingsheilkraut“, so die Ayurveda-Beraterin.
Verein Naturheilkunde Wannweil & Neckar-Alb e.V.- Ayurveda-Beraterin Hack: Fasten muss zum Dosha-Typ passen (Vata, Pitta, Kapha).
- Menschen mit kalten Händen/Füßen: keine Null-Diät; warme Suppen, Tees, Fußbäder.
- Sanfter Einstieg: Intervallfasten, leichte Kost; behutsam fastenbrechen.
- Kräuter-Tipp: Löwenzahn, Brennnessel als „Gesundheitsbooster“ mit Bitterstoffen.
- Vortrag „typgerechtes Fasten“ im „Café Höfle“ am Montag, 23. Februar, 14 Uhr.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach der Fasnet beginnt mit dem Aschermittwoch traditionell die Fastenzeit. Weniger essen, bewusster leben, den Körper „entgiften“ – Fastenkuren haben Hochkonjunktur. Doch nicht jede Methode passt zu jedem Menschen. „Fasten sollte typgerecht sein“, sagt die Ayurveda- und Naturheilkunde-Beraterin Christine Hack aus Wannweil.
Die indische Gesundheitslehre Ayurveda unterscheidet drei Grundkonstitutionen, sogenannte Doshas, mit unterschiedlichen körperlichen und seelischen Veranlagungen: den Bewegungstyp (Vata), den feurigen Typ (Pitta) und den eher trägen, stabilen Typ (Kapha).
Diese Einteilung könne helfen, die eigene Reaktion auf Nahrungsverzicht besser einzuschätzen, sagt Hack. Ein Beispiel: Wer häufig friert und kalte Hände und Füße hat, gilt im Ayurveda als Bewegungstyp. „Fasten kühlt aus“, sagt Hack. Für diese Menschen seien strenge Null-Diäten nicht geeignet. Stattdessen empfiehlt sie warme, leichte Gemüsesuppen, Kräutertees und unterstützende Anwendungen wie Fußbäder.
Nach ayurvedischem Verständnis gilt der feurige Typ als stoffwechselstark und hitzig, weshalb strenges Fasten ihn zusätzlich reizen kann. Der stabile Kapha-Typ hingegen verträgt Phasen der Reduktion in der Regel besser und profitiert eher von Entlastung.
Strenge Einteilungen verführten zum Schubladendenken, sagt Hack. „Es gibt auch eine Mischung dazwischen.“ Man müsse genau hinschauen und Verdauungskraft, Stoffwechsel, Lebensalter und Umstände einbeziehen.
Fastenexpertin rät zu sanftem Einstieg
Fasten nach Internetanleitung sei deshalb wenig zielführend. Die Fastenzeit müsse auch nicht unbedingt „klassisch mit dem Aschermittwoch“ beginnen. „Wenn es noch sehr kalt ist, wartet man besser bis zum Frühjahr“, so Hack.
Für Einsteiger empfiehlt die Naturheilkunde-Beraterin moderate Methoden. Dazu zählt das Intervallfasten, bei dem die letzte Mahlzeit am frühen Abend eingenommen und erst am späten Vormittag wieder gegessen wird. „Die Intervalle können so gewählt werden, dass es zum Alltag passt.“
Wichtig sei ein sanfter Einstieg mit leichter Kost – etwa Gemüsesuppen – und ebenso ein behutsames Fastenbrechen. „Nicht gleich wieder eine Pizza essen“, sagt sie.
Radikale Programme, bei denen über zwei oder drei Wochen ausschließlich Säfte oder Brühen konsumiert werden, hält Hack nicht für allgemein geeignet. Wer länger nichts essen möchte, solle dies nur unter ärztlicher Begleitung tun. Alltagstauglicher seien kurze Phasen, etwa ein Fastenwochenende, oder der Verzicht auf einzelne Genussmittel wie Frittiertes, Kaffee oder Süßigkeiten. Die entscheidende Frage sei dabei: „Was passt zu mir? Was kann ich ohne Stress umsetzen?“
Kräuter sind Gesundheitsbooster in der Fastenzeit
Eine zentrale Rolle spielen für die Ayurveda-Beraterin Kräuter: „Das sind wahre Gesundheitsbooster.“ Vorneweg Löwenzahn und Brennnessel: „Ihre Bitterstoffe helfen, die Leber zu entgiften“, sagt Hack. Sie pflückt die Kräuter am liebsten am Waldrand – da seien sie sicher nicht gespritzt und frei von Schadstoffen.
Damit die Brennnessel keine juckenden Pusteln auf der Haut hinterlässt, empfiehlt sie, beim Pflücken Handschuhe zu tragen. Anschließend sollten die Blätter mit der Wasserflasche oder dem Nudelholz bearbeitet werden. „Unter dem Druck brechen die Brennhaare“, erklärt Hack. Danach stehe dem Genuss nichts mehr im Wege: „Sehr lecker im Salat“, empfiehlt sie.
Der Löwenzahn lasse sich auch einfach direkt vor Ort knabbern – wie es Hasen machen. „Dass der milchige Saft in den Stängeln giftig sei, ist ein Gerücht“, sagt Hack – ungefähr so hartnäckig wie das Märchen vom besonders eisenreichen Spinat. Hack vermutet, dass Mütter ihren Kindern den Löwenzahn lieber madig machten, um gelbliche Flecken auf Hemd und Hose zu verhindern – weniger aus Sorge um die Gesundheit als um die Wäsche.
„Fasten ist wie eine Operation ohne Messer“
Was bringt Fasten? Es könne präventiv gegen Zivilisationskrankheiten wirken, so Hack. Richtig angewendet sei es „ein Reset für den Körper“. Das Verdauungssystem werde entlastet, Stoffwechselprozesse könnten sich neu ordnen – „wie eine Operation ohne Messer“. Nach ihrem Verständnis steht diese Form des Fastens in einer langen Tradition: In vielen Kulturen werde Nahrungsverzicht seit Jahrhunderten praktiziert.
Hack ist von der Wirkung überzeugt: „Weil der Körper gesund sein will und seine Selbstregulationskräfte angeregt werden, funktioniert es.“ Auch für die Psyche sei Fasten hilfreich. „Es fühlt sich gut an, weil man den inneren Schweinehund überwunden hat.“
Vortrag zum typgerechten Fasten im Café Höfle
Am Montag, 23. Februar, spricht Naturheilkunde- und Ayurveda-Beraterin Christine Hack vom Verein Naturheilkunde Wannweil & Neckar-Alb im „Café Höfle“ über typgerechtes Fasten. Beginn ist um 14 Uhr. Anmeldung per Mail unter renate.schuler-wandel@gmx.de oder telefonisch unter 07071/37701


