Beginn der Fastenzeit
: Ein alter Brauch zwischen Trend und Tradition

Mit dem Aschermittwoch startet für viele Deutsche eine Zeit des Verzichts. Die Praxis des Fastens ist schon Jahrtausende alt. Während dieser Zeit hat sich einiges getan.
Von
Fiona Peter
Ulm
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Kurz erklaert: Warum fasten Menschen?: Symbolfoto zum Thema Fasten: Eine Hand ist voller Suessigkeiten, die andere Hand haelt einen Apfel. Tagsueber nicht essen, sieben Wochen auf Alkohol verzichten, jeden Tag Naehe zu Gott suchen: Menschen fasten auf ganz unterschiedliche Weise. "Fasten gab und gibt es in fast allen Kulturen und Religionen. Es hat einen inneren, tieferen Sinn, der vielen Menschen guttut", sagt der evangelische Theologe Wolfgang Reinbold. Die Gruende dafuer seien ebenso verschieden wie die Formen des Fastens. "Es geht um Askese, Kontrolle, Verzicht, Reinigung, Trauer, Busse und vieles andere mehr, heute nicht zuletzt auch um Gesundheit. Einen einheitlichen Sinn gibt es nicht." (Siehe epd-Hintergrund vom 15.02.2026)

Der Verzicht auf Süßes gehört in Deutschland zu den beliebtesten Fastenregeln.

Joern Neumann/epd
  • Mit Aschermittwoch beginnt am 18.2.2026 die Passions- und Fastenzeit.
  • 40 Tage Verzicht (ohne Sonntage) auf z. B. Alkohol, Süßes, Auto, Medien.
  • Historisch strenge Regeln: teils eine Mahlzeit, kein Fleisch, Milch, Eier, Alkohol.
  • Umfragen: 13 % wollen fasten; 70 % finden Verzicht aus Gesundheitsgründen positiv.
  • Ramadan startet 2026 am 18.2.; Fasten bis Sonnenuntergang, Ende am 20.3.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die fünfte Jahreszeit ist vorüber. Die Faschingskostüme verschwinden wieder im Schrank, während die letzten Konfetti-Reste von den Straßen gefegt werden. Doch der Aschermittwoch besiegelt nicht nur das Ende der Karnevalsfestlichkeiten; mit ihm beginnt am 18. Februar 2026 für Christinnen und Christen weltweit die Passions- und Fastenzeit.

40 Tage lang – Sonntage sind in der Zählung ausgenommen – verzichten Menschen bewusst auf alltägliche Annehmlichkeiten und Genussmittel wie Alkohol, Süßigkeiten, Fleisch, digitale Medien oder auch das Auto.

Die Fastenzeit ist eine Zeit der Besinnung und der Enthaltsamkeit, die auf das Osterfest vorbereiten soll. Sie endet traditionell am Karsamstag – dem Tag zwischen Karfreitag und Ostersonntag.

Das christliche Fasten: ein historischer Brauch

Der Fastenbrauch hat im Christentum seit jeher Tradition und kann bis in die Pionierszeit zurückverfolgt werden. Grundsätzlich übernahmen die Christen die Praxis des Fastens aus dem Judentum. Allgemeingültige Regeln gab es am Anfang nicht. Das Konzept einer österlichen Bußzeit (auch Quadragesima genannt) mit einer Länge von 40 Tagen nahm im 4. Jahrhundert Gestalt an – nach dem Vorbild des vierzigtägigen Fastens Jesu Christi in der Wüste.

Die Fastenregeln waren früher deutlich strenger als heute. So war im Mittelalter zum Teil lediglich eine Mahlzeit pro Tag erlaubt – in der Regel am Abend. Fleisch, Milchprodukte, Eier und Alkohol waren nach den Vorschriften in der Regel tabu. Ebenfalls untersagt waren Feste, Tanz und Sex.

Der Aschermittwoch

Der Aschermittwoch leitet die Fastenzeit ein, doch was hat es mit diesem Tag eigentlich auf sich? Der christliche Gedenktag, der 46 Tage vor dem Ostersonntag stattfindet, steht im Zeichen der inneren Einkehr – und im klaren Kontrast zur Heiterkeit der Faschingszeit.

In katholischen Gottesdiensten ist das Zeichnen eines Aschenkreuzes auf der Stirn Teil des Brauchtums. Die dafür verwendete Asche stammt traditionell aus den Palmzweigen, die am Palmsonntag des Vorjahres verbrannt wurden. Während das Kreuz aus Asche aufgetragen wird, spricht der Pfarrer in der Regel einen von zwei Versen: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst!“ oder „Kehre um und glaube an das Evangelium!“. Dieses alte Ritual steht symbolisch für Vergänglichkeit, Reue und einen Neubeginn.

Wer fastet heute noch?

Das Fasten hat in Deutschland, sowie auch im Christentum als Ganzes, über die Jahre an Bedeutung einbüßen müssen. Gefastet wird natürlich noch immer – nur in geringerem Ausmaß und mit selbstbestimmteren Regeln.

Im Rahmen einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA-Consulere berichteten lediglich 13 Prozent der 2000 befragten Deutschen, in diesem Jahr fasten zu wollen. 79 Prozent hatten keine Fastenpläne, der Rest enthielt sich.

Verzicht auch bei Nicht-Gläubigen im Trend

Gleichzeitig scheint die Zahl derer, die das Fasten generell für sinnvoll halten – auch wenn sie nicht zwangsläufig partizipieren – in den vergangenen Jahren gestiegen zu sein. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage für die Krankenkasse DAK Gesundheit betrachten 70 Prozent von rund 1000 Befragten den bewussten Verzicht auf Genussmittel und Konsumgüter als positiv, allerdings aus gesundheitlichen Gründen. Besonders hoch ist die Zustimmung mit 85 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen.

Dass der Verzicht auf Gewohntes auch außerhalb der Religion Gefallen findet, zeigt sich etwa in Trends wie dem „Dry January“ oder dem „Veganuary“, bei denen Menschen im ersten Monat des Jahres auf Alkohol oder tierische Produkte verzichten.

Auch im Islam beginnt der Fastenmonat

In diesem Jahr beginnt die christliche Fastenzeit beinahe zeitgleich mit dem muslimischen Ramadan. Der Fastenmonat – der neunte Monat im islamischen Mondkalender – ist eine der fünf Säulen des Islams. Eingeleitet wird er durch das Erscheinen der Neumondsichel, weshalb sich der Startzeitpunkt jedes Jahr um einige Tage verschiebt. 2026 fällt das Datum auf Donnerstag, 18. Februar.

Mit dem Ziel, ihr Herz und ihre Seele zu reinigen, verzichten Muslime täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. Kinder, Kranke, Alte, Reisende sowie schwangere und stillende Frauen sind dabei vom Fasten befreit.

Abends kommen die Menschen traditionell in großer Runde zusammen, um das Fasten zu brechen und gemeinsam zu speisen („Iftar“). Das Ende des Ramadans – dieses Jahr am 20. März – wird in Form eines mehrtägigen Fests zelebriert, das in der Türkei auch als Zuckerfest bekannt ist.