Tarifverhandlungen
: Mehr Geld für Klinik-Beschäftigte in Tübingen

Am späten Mittwochabend gab es eine Einigung der Tarifparteien. Für die baden-württembergischen Universitätsklinika gilt ein neuer Tarifvertrag, der bis Ende Juli 2028 läuft.
Von
Lisa Maria Sporrer
Tübingen
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Streik Uniklinikum Tübingen Tarif

Schon in der zweiten Verhandlungsrunde Mitte Juni zogen Klinikbeschäftigte in Tübingen durch die Straßen.

Volker Rekittke/Archiv
  • Einigung in Tübingen: Neuer Entgelttarifvertrag für Uniklinika bis 31. Juli 2028.
  • Nach dritter Verhandlungsrunde und Streik am Uniklinikum Tübingen kam die Einigung am Abend.
  • Gehälter steigen zum 1.10.2026 um 2,8 Prozent, mindestens 100 Euro – weitere Erhöhungen 2027 und 2028.
  • Für Auszubildende und Praktikantinnen/Praktikanten gibt es 60, 30 und 30 Euro zu den gleichen Terminen.
  • AGU und Verdi sprechen von hart erarbeitetem Kompromiss unter wirtschaftlichem Druck, Zustimmung steht aus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Von Montag bis Mittwoch wurde am Tübinger Uniklinikum gestreikt, Hintergrund waren Tarifverhandlungen. Es war die dritte Verhandlungsrunde und noch am Mittag teilte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi mit, dass man von einer Einigung mit dem Arbeitgeber noch weit entfernt sei. Nun gibt es wohl doch eine Einigung, wie die Pressestelle des Uniklinikums mitteilt.

Nach „intensiven und langwierigen Verhandlungen“ hätten sich der Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Universitätsklinika (AGU) und die Gewerkschaft Verdi in der dritten Entgelttarifverhandlung auf einen neuen Entgelttarifvertrag geeinigt, heißt es in der Pressemitteilung. „Seit Beginn der Verhandlungen am Mittwochvormittag näherten sich beide Tarifparteien in zahlreichen Gesprächs- und kleineren Verhandlungsrunden schrittweise an, bevor am späten Abend eine Einigung erzielt werden konnte.“

Der Tarifabschluss sieht folgende Entgeltsteigerungen vor:

  • Beschäftigte: zum 1. Oktober 2026: lineare Erhöhung der Tabellenentgelte um 2,8 Prozent, mindestens 100 Euro; zum 1. Dezember 2027: lineare Erhöhung um 1,3 Prozent; zum 1. Juli 2028: lineare Erhöhung um 1,3 Prozent.
  • Auszubildende und Praktikantinnen/Praktikanten: zum 1. Oktober 2026: 60 Euro; zum 1. Dezember 2027: 30 Euro; zum 1. Juli 2028: 30 Euro.

Die Laufzeit des Tarifvertrags endet am 31. Juli 2028.

„Die Verhandlungen waren ausgesprochen anspruchsvoll und von zahlreichen intensiven Gesprächsrunden geprägt. Beide Seiten haben hart um einen tragfähigen Kompromiss gerungen. Dass wir heute eine Einigung erzielen konnten, ist das Ergebnis eines konstruktiven und verantwortungsvollen Verhandlungsprozesses“, erklärt Prof. Udo X. Kaisers, Vorstand des AGU.

Weiter betont Daniela Harsch, Vorstand des AGU: „Die Universitätsklinika stehen unter einem enormen wirtschaftlichen Druck. Gleichzeitig wissen wir um den Einsatz unserer Beschäftigten. Mit diesem Tarifabschluss ist es gelungen, die Arbeit unserer Mitarbeitenden angemessen zu würdigen und zugleich die wirtschaftlichen Realitäten der Universitätsklinika zu berücksichtigen. Das ist ein verantwortungsvoller Kompromiss – gegenüber unseren Beschäftigten, unseren Patientinnen und Patienten sowie den Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern der Gesetzlichen Krankenversicherung.“

Der Tarifabschluss gilt vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Gremien der Tarifvertragsparteien.