Fördermillionen aus der Exzellenz-Initiative
: Tübingen ist die erfolgreichste Universität Baden-Württembergs

Die Universität Tübingen bekommt sechs Exzellenzcluster, mit neun Anträgen hatte sie sich beworben. Keine andere Universität in Deutschland hat so viele ureigene Anträge durchgebracht.
Von
Lisa Maria Sporrer
Tübingen
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(ohne Überschrift): Vorsicht: Dieses Foto ist möglicherweise nur für den einstigen Verlag Schwäbisches Tagblatt verwendbar. Neue Aula der Eberhard Karls Univerität im Abendlicht
07.05.22 Bild: Ulrich Metz

Die Universität Tübingen bekommt sechs Exzellenzcluster - und damit viel Forschungsgeld in den kommenden Jahren.

Ulrich Metz/Archiv
  • Die Universität Tübingen erhält sechs Exzellenzcluster, darunter GreenRobust und Human Origins.
  • Bundes- und Landesförderung: Jeder Cluster bekommt jährlich rund acht Millionen Euro.
  • Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg mit je 2-3 erfolgreichen Anträgen.
  • Konstanz verliert den Titel "Exzellenzuniversität".
  • Wettbewerb um Exzellenz-Uni: Tübingen, Heidelberg, KIT und Freiburg.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

13 Exzellenzcluster bekommen die baden-württembergischen Universitäten, sechs davon gehen nach Tübingen. Als beste Universität aus Baden-Württemberg hat dabei Tübingen mit sechs erfolgreichen Cluster-Anträgen abgeschnitten, gefolgt von den Universitäten Heidelberg (3 Anträgen), Karlsruhe und Freiburg (je 2 Anträge). Zwei erfolgreiche Cluster-Anträge sind Voraussetzung dafür, um sich um den Titel der Exzellenz-Universität bewerben zu können.

Von den sechs bewilligten Tübinger Forschungsprojekten ist eins ein Verbundprojekt mit den Universitäten Heidelberg und Hohenheim. Die fünf anderen Exzellenzcluster sind ureigene Projekte. Darin führt Tübingen bundesweit. Hamburg und Bonn haben jeweils vier solcher universitätseigenen Projekte bewilligt bekommen.

Bei der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder geht es um Spitzenforschung und damit auch um viel Geld: Jeder Cluster kann die nächsten sieben Jahre jährlich mit rund acht Millionen Euro rechnen. 418 Gutachtern aus 31 Ländern entschieden nun: Die drei bereits bestehenden Tübinger Cluster werden weiterhin gefördert, drei weitere kommen hinzu.

Gefördert werden in Tübingen die nächsten sieben Jahre:

  • Die Initiative GreenRobust aus dem Bereich der Pflanzenbiologie wird pflanzliche Anpassungsreaktionen auf äußere Einflüsse untersuchen, um die Organisationsprinzipien pflanzlicher Robustheit zu verstehen und daraus Erkenntnisse für die nachhaltige Bewirtschaftung pflanzlicher Öko- und Agrosysteme abzuleiten. Der Antrag ist ein gemeinsames Projekt der Universität Tübingen mit den Universitäten Heidelberg und Hohenheim.
  • In der Initiative TERRA geht es um Wechselwirkungen zwischen Stabilität und Diversität der Geo- und Biosphäre. Ziel ist zu verstehen, wie diese Wechselwirkungen in terrestrischen Systemen auf Umweltveränderungen reagieren und diese wiederum beeinflussen.
  • Human Origins: Hier geht es um einen neuen Ansatz bei der Erforschung der frühen Menschheitsgeschichte. Die Wissenschaftler wollen biologische und kulturelle Perspektiven stärker einbringen.
  • Der Exzellenzcluster Controlling Microbes to Fight Infections (CMFI) bringt rund 150 Forschende aus verschiedenen Disziplinen zusammen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Mechanismen der Interaktion zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien sowie dem Wirt aufzuklären, um neuartige gezielte therapeutische und antiinfektiöse Behandlungsmethoden zu entwickeln.
  • Der bisher einzige onkologische Exzellenzcluster Deutschlands, Image-guided and Functionally Instructed Tumor Therapies (iFIT), will die biologischen Prozesse in Tumoren durch funktionelle genetische Untersuchungen umfassend analysieren und mögliche Schwachstellen identifizieren, welche Angriffspunkte für neue Medikamente darstellen können.
  • Das volle Potenzial des maschinellen Lernens für die Wissenschaft erschließen und verstehen will der Exzellenzcluster Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft. Es geht darum, welche Veränderungen dies für die wissenschaftliche Herangehensweise mit sich bringen wird.

Konstanz verliert den Titel „Exzellenzuniversität“

„Meine besonderen Glückwünsche gehen an die Universität Tübingen, die mit gleich sechs Clusteranträgen besonders erfolgreich ist“, sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. „Aber auch nach Heidelberg, Karlsruhe, Freiburg, Stuttgart, Hohenheim und Ulm. Bedauerlich ist, dass Konstanz in Zukunft nur noch mit einem Cluster vertreten ist und damit den Status als Exzellenz-Universität nicht in die nächste Förderphase hinein verlängern kann. Gleichwohl konnte die Universität einen wichtigen Cluster verteidigen. Das spricht für ihre hohe Qualität. Mit der Universität Freiburg haben wir in Baden-Württemberg aber wieder einen vierten Kandidaten, der sich neben Tübingen, Heidelberg und KIT für den nun folgenden Wettbewerb um die Exzellenz-Universität bewerben kann.“