Es geht um Fördergelder in Millionenhöhe
: Wie exzellent ist die Uni Tübingen? – Die Entscheidung im Livestream

In der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder stehen heute in Bonn die Entscheidungen über die künftig geförderten Exzellenzcluster an. Tübingen geht mit neun Anträgen ins Rennen. Im günstigsten Fall könnte die Uni pro Jahr zusätzlich 72 Millionen Euro erhalten. Ab 17 Uhr beginnt der Livestream.
Von
Lisa Maria Sporrer
Tübingen
Jetzt in der App anhören
Deutsche Forschungsgemeinschaft: ILLUSTRATION - 17.12.2024, Nordrhein-Westfalen, Bonn: Der Sitz der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). (zu dpa: «Exzellenz bei Hochschulen») Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – mit Sitz in Bonn – überträgt heute die Bekanntgabe der erfolgreichen Exzellenzcluster.

Oliver Berg/dpa
  • Bekanntgabe der Exzellenzcluster heute in Bonn per Livestream.
  • Uni Tübingen reicht neun Anträge ein, darunter Geisteswissenschaften.
  • Erfolgreiche Cluster entscheiden über den Titel "Exzellenzuniversität".
  • Liste der geförderten Cluster abends auf DFG, Wissenschaftsrat, und IDW-Websites.
  • Livestream startet um 16:30 Uhr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Exzellenzkommission der Länder und des Bundes gibt am heutigen Donnerstag bekannt, welche Forschungsprojekte an deutschen Hochschulen als sogenannte „Exzellenzcluster“ gefördert werden. Zur Kommission gehören die Mitglieder eines Expertengremiums und die für Wissenschaft und Forschung zuständigen Ministerinnen und Minister des Bundes und der Länder. Der Livestream wird um voraussichtlich 16.30 Uhr beginnen.

Die Universität Tübingen ist ein aussichtsreicher Kandidat, mehrere Forschungsanträge durchzubringen. Mit neun Exzellenzcluster-Anträgen ist Tübingen bundesweit Spitzenreiter. Von den Exzellenzclustern hängt auch ab, welche Hochschule sich „Exzellenzuniversität“ nennen darf. Um sich überhaupt als Exzellenzuniversität bewerben zu dürfen – also einen sogenannten „Vollantrag“ stellen zu dürfen – muss eine Hochschule mindestens zwei Forschungsprojekte nachweisen können. Aktuell gibt es vier Exzellenzuniversitäten in Baden-Württemberg: die Universitäten Tübingen, Heidelberg und Konstanz und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Bundesweit tragen zurzeit zehn Hochschulen diesen Titel.

Spannend wird es auch für die Tübinger Geisteswissenschaften: Forschende der Soziologie, der Philosophie und der Theologie beschäftigen sich mit der Frage, wie das Zusammenleben in einer immer enger werdenden Welt so funktionieren kann, dass es weniger Konflikte gibt. Dass in Tübingen nicht allein naturwissenschaftliche Cluster dabei sind, ist eine Besonderheit. Von den 98 ins Rennen geschickten Clusteranträgen (von denen 70 ausgewählt werden) sind bundesweit nur drei Vorschläge für Exzellenzcluster in Geisteswissenschaften eingereicht worden.

Das sind die Tübinger Forschungsanträge

  • Human Origins: Hier geht es um einen neuen Ansatz bei der Erforschung der frühen Menschheitsgeschichte. Die Wissenschaftler wollen biologische und kulturelle Perspektiven stärker einbringen.
  • Terra behandelt die Wechselwirkungen zwischen Stabilität und Vielfalt in der Geo- und Biosphäre. Die Forscher wollen verstehen, welche Wechselwirkungen durch Umweltveränderungen in bestimmten Bereichen der Biosphäre ausgelöst werden.
  • GreenRobust untersucht, wie Pflanzen auf äußere Einflüsse reagieren und wie sie das besonders robust tun. Wichtig ist das für die nachhaltige Bewirtschaftung pflanzlicher Öko- und Agrosysteme.
  • The Fe/male Brain beschäftigt sich mit den Wirkungen des biologischen und sozialen Geschlechts auf Gehirnfunktion und Verhalten sowie auf die Ausprägung psychischer und neurologischer Störungen.
  • Bionic versucht, die Lebensqualität von Menschen mit neuronalen Erkrankungen zu verbessern. Eingesetzt werden sollen dabei neuartige intelligente Technologien, die mit dem neuronalen und dem physikalischen System des Menschen verbunden werden.
  • Critical Proximities untersucht Formen von menschlicher Koexistenz und Kooperation und speziell das Konzept der „kritischen Nähe“: Wann ist Nähe „kritisch“? Warum leben Menschen manchmal friedlich nebeneinander und geraten andererseits in Konflikte und Auseinandersetzungen?

Außerdem die drei bereits bestehenden Cluster:

  • Controlling Microbes to Fight Infections (CMFI): Der Exzellenzcluster bringt rund 150 Forschende aus verschiedenen Disziplinen zusammen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Mechanismen der Interaktion zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien sowie dem Wirt aufzuklären, um neuartige gezielte therapeutische und antiinfektiöse Behandlungsmethoden zu entwickeln.
  • Image-guided and Functionally Instructed Tumor Therapies (iFIT), der einzige onkologische Exzellenzcluster Deutschlands, will die biologischen Prozesse in Tumoren durch funktionelle genetische Untersuchungen umfassend analysieren und mögliche Schwachstellen identifizieren, welche Angriffspunkte für neue Medikamente darstellen können.
  • Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft will das volle Potenzial des maschinellen Lernens für die Wissenschaft erschließen und verstehen, welche Veränderungen dies für die wissenschaftliche Herangehensweise mit sich bringen wird.

Wo finde ich eine Gesamtliste der Exzellenzcluster?

Die Namen und Hochschulorte der ausgewählten Exzellenzcluster werden in einer Gesamtliste bekannt gegeben, die ab dem frühen Abend auf den Websites der Deutschen Forschungsgemeinschaft (www.dfg.de), des Wissenschaftsrats (www.wissenschaftsrat.de) und über den Informationsdienst Wissenschaft (www.idw-online.de) veröffentlicht werden.