Sollen Schüler selber putzen?
: Tübinger Linke kritisiert Sparvorschlag

Schulreinigung dürfe nicht den Schulkindern aufgelastet werden, findet die Tübinger Linke. Durch den Vorschlag des Oberbürgermeisters von Gmünd, der bundesweit für Aufmerksamkeit sorgte, werde außerdem die Arbeit von Reinigungskräften entwertet.
Von
swp
Tübingen
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Konkurrenz im Klassenzimmer: ARCHIV - 20.05.2015, Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Schülerin meldet in einem Klassenzimmer. (zu dpa: «Forscher: Konkurrenzdruck in der Schule prägt Persönlichkeit») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Sollen Schüler ihre Klassenzimmer künftig selber putzen? „Wer Kindern den Wischmopp in die Hand drücken will, hat die kommunale Finanzkrise nicht verstanden“, kritisiert Gerline Strasdeit von Die Linke Tübingen.

Marijan Murat/dpa
  • Tübinger Linke kritisiert Vorschlag, Schüler Klassenräume selbst putzen zu lassen.
  • Kritik: Belastung von Kindern und Entwertung der Arbeit von Reinigungskräften.
  • Die Linke fordert Rekommunalisierung der Reinigungskräfte und bessere Arbeitsbedingungen.
  • Grundproblem laut Linke: strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen.
  • Forderung: Höhere Steuereinnahmen und faire Mittelverteilung statt Symbolpolitik.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Der Gedanke gefällt mir“, so kommentierte Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer den Vorstoß des Gmünder Oberbürgermeisters Richard Arnold (CDU), Schulkinder künftig ihre Klassenräume selbst putzen zu lassen, um die defizitären kommunalen Haushalte zu entlasten. Der Vorschlag hatte bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Bei der Tübinger Linken stößt dieser auf scharfe Kritik. „Die Lösung der Finanznot der Kommunen darf nicht auf dem Rücken von Kindern, Lehrkräften und Reinigungskräften ausgetragen werden“, sagen Gerlinde Strasdeit, Sprecherin der Tübinger Linke Fraktion im Gemeinderat und Katharina Poppei, Landtagskandidatin im Wahlkreis Tübingen. „Wer Kindern den Wischmopp in die Hand drücken will, hat die kommunale Finanzkrise nicht verstanden“, so Strasdeit in einer Pressemitteilung.

Damit werde „die wichtige Arbeit von Reinigungskräften massiv entwertet“. Sie einfach durch Schulkinder zu ersetzen, beschreibt Strasdeit als respektlos. Stattdessen müsse die Stadt Tübingen die Reinigungskräfte wieder „direkt zu guten Bedingungen beschäftigen“. Diese Rekommunalisierung fordere Die Linke seit Jahren. „Statt Unterrichtsausfälle, marode Gebäude und überfüllte Klassen anzugehen, sollen Kinder nun die Finanzlöcher der Kommunen stopfen – das ist absurd.“

Die Linke sieht das Grundproblem in der strukturellen Unterfinanzierung der Kommunen: „Viele Städte und Gemeinden stehen mit dem Rücken zur Wand. Was sie brauchen, sind mehr Steuereinnahmen und eine faire Verteilung der Mittel aus dem Sondervermögen – nicht Symbolpolitik auf Kosten der Schwächsten“, heißt es in der Pressemitteilung. „Das Land muss handeln, bevor die kommunale Ebene angesichts leerer Kassen noch mehr absurde Ideen entwickelt. Eine „solide Finanzierung der Kommunen“ sei die einzige realistische Antwort auf die Krise, so Katharina Poppei, Linke Landtagskandidatin für Tübingen.