Nach Umfrage unter Gastronomen
: "Hoher administrativer Aufwand" – IHK kritisiert Tübinger Verpackungssteuer

Tübinger Betriebe wünschen sich Verbesserungen, hat die IHK mit einer Umfrage herausgefunden. Demnach bewerten 56 Prozent der Tübinger Gastronomiebetriebe die kommunale Verpackungssteuer negativ.
Von
swp
Tübingen
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Verpackungsmüll Tübingen: Verpackungsmüll Tübingen

Ein Bild aus dem Jahr 2021. Mittlerweile wird in Tübingen mehr Mehrweg verwendet. Auf Kosten der Gastronomie?

Jonas Bleeser/Archiv
  • IHK kritisiert Tübinger Verpackungssteuer wegen hohem Verwaltungsaufwand.
  • 56% der Gastronomiebetriebe bewerten die Steuer negativ.
  • Unternehmen fordern finanzielle Förderung und einfachere Rückgabesysteme.
  • Viele Konsumenten bringen Mehrwegbehälter nicht zurück.
  • Umfrage: 41 von 191 Betrieben nahmen teil.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Verpackungssteuer belastet Unternehmen“ titelt die Industrie- und Handelskammer Reutlingen (IHK) in einer Pressemitteilung. „56 Prozent der Tübinger Gastronomiebetriebe bewerten die kommunale Verpackungssteuer negativ, zeigt eine Umfrage der IHK. 22 Prozent stehen der Steuer neutral gegenüber, 22 Prozent betrachten sie positiv.“ Dabei kritisieren die Unternehmen laut IHK „vor allem den gestiegenen administrativen Aufwand (68 Prozent) und die damit einhergehende Notwendigkeit, die Beschäftigten zu schulen (39 Prozent)“. Immerhin nutzen 29 Prozent jetzt mehr Mehrweg, während sich bei 61 Prozent nichts geändert hat. Preislich macht sich die Steuer bemerkbar: Bei 48 Prozent der Betriebe sind deshalb die Preise für Essen gestiegen, bei 45 Prozent blieben sie gleich.

„Der Tenor der Gastronomiebetriebe bleibt kritisch“, findet Matthias Miklautz von der IHK. „Die Unternehmen sehen in der Summe, dass die Umsetzung der Steuer vor allem sie belastet. Dabei werden die Regelungen von vielen auch als zu kompliziert angesehen.“ Neben dem bürokratischen Aufwand bestehe bei Kunden hoher Erklärungsbedarf. „Auswärtige Kunden kennen die Verpackungssteuer überhaupt nicht und auch die Tübingerinnen und Tübinger müssen immer wieder informiert und aufgeklärt werden“, teilt Miklautz mit.

Kunden bringen es nicht zurück

Laut der Umfrage bieten 63 Prozent der Unternehmen ihren Kunden Mehrwegsysteme an, davon greifen 39 Prozent auf externe Dienstleister zurück und 24 Prozent nutzen ein eigenes System. 34 Prozent bieten keines an – und planen es auch nicht. Diese Gruppe weist häufig darauf hing, dass Kunden eigene Behälter mitbringen. Die größten Herausforderungen sind laut Umfrage die Kosten für die Anschaffung, der Aufwand, um Kunden das System zu erklären, sowie die Rückgabe und Reinigung des Geschirrs. Besonders problematisch: Viele Konsumentinnen und Konsumenten bringen die ausgeliehenen Mehrwegbehälter nicht zurück.

Mit Blick auf Verbesserungsvorschläge sprechen sich die Unternehmen für eine vereinfachte und praxistauglichere Steuer aus. Es besteht der Wunsch nach finanzieller Förderung (55 Prozent), einheitlichen Standards für Mehrwegsysteme (50 Prozent) und eine vereinfachte Rückgabe, etwa durch Automaten.

Wie sah die Umfrage der IHK aus?

Für die Umfrage kontaktierte man 191 Tübinger Gastro-Betriebe. 41 nahmen teil, darunter 22 Restaurants, acht Imbisse/Fast-Food-Betriebe, fünf Cafés, eine Bar, zwei Hotels sowie drei weitere Betriebe. Die Umfrage lief von Anfang Februar bis Mitte März.