Lesung in Tübingen
: Alice Schwarzer stellt ihr Buch vor – Gegenkundgebung angekündigt

Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer kommt am Mittwoch, 25. März, für eine Veranstaltung nach Tübingen. Das Queere Zentrum Tübingen ruft zu Protest auf.
Von
Jonas Bleeser
Tübingen
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Buchpremiere mit Frauenrechtlerin Schwarzer: 24.02.2026, Berlin: Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer stellt ihr Buch „Feminismus pur. 99 Worte“ im Kino Babylon vor. Foto: Jens Kalaene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer (hier bei einer Veranstaltung im Februar in Berlin) stellt ihr Buch „Feminismus pur. 99 Worte“ am Mittwoch, 25. März, 19 Uhr, in Tübingen im Kino Museum vor. Zuvor ist dort eine Gegenkundgebung angemeldet.

Jens Kalaene/dpa
  • Alice Schwarzer liest am Mittwoch, 25. März, 19 Uhr, im Kino „Museum“ in Tübingen.
  • Thema: ihr Buch „Feminismus pur. 99 Worte“, Moderation: Katharina Luther (DAI).
  • Gegenkundgebung „Alles bunter statt Alice Schwarzer“ ab 18.30 Uhr gegenüber.
  • Stadt: rund 50 Teilnehmende erwartet; Queeres Zentrum Tübingen mobilisiert.
  • Kino erhöht Sicherheit um zwei Kräfte; 300 von 380 Tickets bis Freitagnachmittag verkauft.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sie ist die bekannteste Feministin Deutschlands: die Autorin und Herausgeberin der Zeitschrift „Emma“, Alice Schwarzer. Auf Einladung der Buchhandlung Osiander kommt sie am Mittwoch, 25. März, nach Tübingen. Im Kino „Museum“ liest sie aus ihrem neuen Buch „Feminismus pur. 99 Worte“. Moderiert wird die Veranstaltung, zu der auch ein Gespräch mit der Autorin gehört, von Katharina Luther, der Direktorin des Deutsch-Amerikanischen Instituts (DAI) Tübingen.

Wo Schwarzer auftritt, kommt es immer wieder zu Protesten, unter anderem aus der queeren Gemeinschaft. Zuletzt protestierten am 8. März über 100 Menschen vor dem Hamburger Schauspielhaus, mehrfach wurde ihre Lesung unterbrochen, als Leute auf die Bühne stürmten. Im Vorfeld hatte es einen Offenen Brief zahlreicher Initiativen und Einzelpersonen gegeben: Die Einladung Schwarzers sei „ein fatales Signal“ am 8. März. Kritiker und Kritikerinnen werfen ihr vor, sie kämpfe „seit Jahren gegen Selbstbestimmung, Arbeitsrechte und soziale Teilhabe von Transmenschen und Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern“.

Schwarzer wies die Vorwürfe in „Emma“ zurück: Sie habe 1975 mit ihrem Buch „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ ein Schlüsselbuch gegen die Heteronormativität geschrieben und für eine totale Befreiung der Geschlechterrollen vom biologischen Geschlecht plädiert.

Demo in Tüingen: „Alles bunter statt Alice Schwarzer“

Auch in Tübingen ist eine Kundgebung angemeldet, unter dem Motto „Alles bunter statt Alice Schwarzer“, um 18.30 Uhr an der Bushaltestelle gegenüber dem „Museum“. Laut Auskunft der Stadt erwartet die Anmelderin rund 50 Personen. Unter anderen mobilisiert das queere Zentrum Tübingen auf Instagram. Man wolle zeigen, wieso „wir ihren rassistischen und queerfeindlichen Feminismus ablehnen“.

Mit einer Blockade wie beim TAGBLATT-Bundestagswahlpodium 2025 rechnet Carsten Schuffert vom Kino „Museum“ nicht. Man habe das Personal vorsorglich um zwei Sicherheitsleute verstärkt. Gegen Protest sei ja nichts einzuwenden – und er glaube, dass alles friedlich bleibt. Bis zum Freitagnachmittag waren 300 der 380 Tickets für Schwarzers Lesung verkauft.