Landtagswahl BW 2026
: Palmer bei Grünen-Wahlparty zum Gehen aufgefordert

Bei der Grünen-Wahlfeier in Stuttgart soll Boris Palmer von jungen Parteimitgliedern zum Gehen aufgefordert worden sein. Die Parteijugend kritisiert auch Wahlgewinner Cem Özdemir.
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swp/dpa
Stuttgart
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Landtagswahl in Baden-Württemberg: 08.03.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: Cem Özdemir (l, Bündnis 90/Die Grünen), Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026, und Boris Palmer (parteilos), Oberbürgermeister von Tübingen, unterhalten sich nach der Landtagswahl. Am 8. März fand in Baden-Württemberg die Landtagswahl statt. Foto: Katharina Kausche/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Cem Özdemir (l, Bündnis 90/Die Grünen) und Boris Palmer (parteilos) nach der Landtagswahl: „Mir wurde gesagt, dass ich Cem schade und wieder gehen soll“, wird Palmer zitiert.

Katharina Kausche/dpa
  • Zwischenfall bei Grünen-Wahlfeier in Stuttgart: Palmer soll zum Gehen aufgefordert worden sein.
  • Palmer: Junge Mitglieder sagten, er schade Cem Özdemir und solle gehen.
  • Hintergrund: Palmer verließ die Grünen 2023 nach Vorwürfen rassistischer Äußerungen.
  • Grüne Jugend: Palmer soll keine Rolle in Regierungsbildung spielen; scharfe Kritik an Özdemir.
  • Bürgermeister Alshebl bestätigt unfreundliches Gespräch; feierte danach mit Palmer weiter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auf der Wahlfeier der Grünen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist es laut einem Bericht von „Spiegel Online“ zu einem Zwischenfall um den Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer gekommen. Palmer erklärte dem Nachrichtenportal, er sei in der Stuttgarter Staatsgalerie von jungen Parteimitgliedern aufgefordert worden, die Veranstaltung zu verlassen.

„Mir wurde gesagt, dass ich Cem schade und wieder gehen soll“, wird Palmer zitiert. Zwei junge Männer, die er der Grünen Jugend zurechnet, hätten ihn unmittelbar nach dem Betreten des Foyers angesprochen und erklärt, niemand habe ihn eingeladen. Er solle verschwinden.

Palmer hat Grüne 2023 verlassen

Palmer ist innerhalb der Grünen seit Jahren umstritten. Nach mehreren Kontroversen und Vorwürfen wegen rassistischer Äußerungen hatte er die Partei 2023 verlassen.

Dennoch gilt er als politischer Weggefährte und Freund von Cem Özdemir, der die Landtagswahl knapp gewonnen hat und aller Voraussicht nach künftiger Ministerpräsident werden wird. Während des Wahlkampfs unterstützte Palmer Özdemir bei mehreren Terminen und traute ihn sogar am Valentinstag mit seiner neuen Ehefrau.

Die Grüne Jugend Baden-Württemberg wollte sich zu Palmers Darstellung laut „Spiegel Online“ nicht äußern. Ihre politische Ablehnung machte sie jedoch bereits zuvor deutlich.

„Palmer darf keine Rolle spielen“

Özdemir könne nicht alleine regieren, sondern müsse das als Teil der grünen Partei machen, betonte der Co-Vorsitzende der Grünen Jugend, Luis Bobga. „Dazu zählt auch, dass Boris Palmer als sein besserer Kumpel und Trauzeuge eben keine Rolle spielen darf in der Regierungsbildung.“

Palmer dürfe weder Minister noch Berater in der künftigen Landesregierung werden, heißt es auch in einem aktuellen Forderungspapier des Grünen-Nachwuchses an Özdemir. „Die Haltungen und wiederholten rassistischen Äußerungen des ehemaligen Grünen-Mitglieds Boris Palmer sind mit den Grundwerten unserer Partei unvereinbar.“

Die Jung-Grünen sparten auch nicht mit Kritik an Wahlsieger Özdemir. „Wichtiger als ein gutes Ergebnis für die Partei ist am Ende auch gute Politik für die Menschen in Baden-Württemberg. Nach den letzten Wochen mit Cem Özdemir bin ich mir nicht sicher, ob das automatisch das Gleiche heißt.“ Özdemir gilt als Vertreter des pragmatischen Realo-Flügels und hatte immer wieder Konflikte mit seiner eigenen Partei, zuletzt beim Thema Migration oder beim Umgang mit dem Verbrenner-Aus.

Bestätigt wird die Auseinandersetzung von Ryyan Alshebl, Bürgermeister der Gemeinde Ostelsheim. „Es war kein freundliches Gespräch“, sagte Alshebl dem Nachrichtenportal. „Unglaublich, wie hier ein Gast behandelt wurde.“ Nach dem Vorfall seien er und Palmer gemeinsam weiter feiern gegangen.