Tübingen und Ulm betroffen: Verdi ruft für Montag und Dienstag zu Warnstreiks an Unikliniken auf

Eine Verdi-Fahne ist auf einer Demonstration zu sehen. (zu dpa: «Verdi ruft zu Warnstreik an Unikliniken auf»)
Tom Weller/dpa- Verdi ruft an Unikliniken Freiburg, Heidelberg, Ulm, Tübingen zu zweitägigem Warnstreik auf.
- Am Montag und Dienstag drohen längere Wartezeiten und verschobene nicht lebenswichtige OPs.
- Notfallversorgung bleibt gesichert, so ein Verdi-Sprecher in Stuttgart – Einschränkungen möglich.
- Verdi fordert 7,5 % mehr, mind. 320 € monatlich; Azubis und Praktikanten 250 € plus Deutschlandticket-Zuschuss.
- AGU kritisiert den Streik und kündigt Angebot für die Verhandlungsrunde am 17. Juni an.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es drohen längere Wartezeiten und verschobene Eingriffe: An den Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen könnte es am Montag und Dienstag zu Einschränkungen kommen. Hintergrund ist ein zweitägiger Warnstreikaufruf der Gewerkschaft Verdi für die Beschäftigten in der laufenden Tarifrunde.
Die Notfallversorgung und lebenswichtige Behandlungen sollen weiter gewährleistet bleiben. Es könne aber zu Einschränkungen oder Verzögerungen bei nicht lebensnotwendigen Operationen kommen, sagte ein Verdi-Sprecher in Stuttgart.
Als Grund für den erneuten Ausstand nannte die Gewerkschaft, dass der Arbeitgeberverband (AGU) der vier Unikliniken bisher kein Angebot vorgelegt und den Rationalisierungsschutz-Tarifvertrag gekündigt habe. „Weiter wurde angedroht, dass jeder weitere Streiktag ein mögliches Ergebnis schmälern werde.“
AGU-Vorstand Udo Kaisers forderte Verdi auf, den Warnstreik abzusagen. „Bitte bedenken Sie, dass Streikmaßnahmen durch die damit notwendigen Absagen von Eingriffen beziehungsweise ausufernde Wartezeiten für Patientinnen und Patienten und deren Angehörige außerordentlich belastend sein können.“
Rund 26.000 Beschäftigte betroffen
Hintergrund des Warnstreiks ist der festgefahrene Tarifstreit für rund 26.000 Beschäftigte der vier Unikliniken. Verdi fordert 7,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 320 Euro zusätzlich pro Monat für die Beschäftigten. Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten sollen monatlich 250 Euro mehr erhalten. Zudem verlangt die Gewerkschaft für Azubis einen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets.
Die nächste Verhandlungsrunde ist laut dem Arbeitgeberverband der Universitätskliniken am 17. Juni. Verdi werde dann ein konkretes Angebot unterbreitet, hatte Heinz Falszewski, Geschäftsführer des AGU, angekündigt. Die wirtschaftliche Situation der Unikliniken in Baden-Württemberg sei schwierig. Hinzu kämen zu erwartende weitreichende Folgen der aktuellen Gesundheitsreform.
Verdi-Verhandlungsführer Jakob Becker sagte, die landeseigenen Unikliniken verweigerten ihren Beschäftigten eine angemessene Lohnentwicklung mit Verweis auf ihre klammen Kassen, während gleichzeitig der Landtag in vergleichbarer Situation 3,5 Prozent mehr für die Abgeordneten für dieses Jahr beschließe. „Wir finden: Das Land Baden-Württemberg darf bei der Bezahlung ruhig eine einheitliche Linie verfolgen. Der Weg ist gesetzt.“

