Warnstreiks an Unikliniken
: Was auf Patienten in Tübingen und Ulm im Tarifkonflikt nun zukommt

Wegen Warnstreiks drohen in Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen Verzögerungen im Klinik-Alltag. Verdi fordert mehr Geld – und wehrt sich gegen Drohungen des Arbeitgeberverbands.
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dpa/swp
Stuttgart
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Verdi ruft zu Warnstreiks an den Unikliniken auf. (Archivbild)

Stefan Puchner/dpa
  • Warnstreiks an Unikliniken: Montag und Dienstag drohen längere Wartezeiten.
  • Betroffen sind Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen – Notfälle bleiben versorgt.
  • Verdi fordert 7,5 Prozent mehr Geld, mindestens 320 Euro, Azubis 250 Euro plus Mobilitätszuschuss.
  • Verdi kritisiert AGU: kein Angebot, Kündigung des Rationalisierungsschutzes und Drohkulisse.
  • Nächste Verhandlungsrunde ist am 17. Juni, AGU kündigt konkretes Angebot an.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Patientinnen und Patienten an den vier Universitätskliniken sollten sich am kommenden Montag und Dienstag auf mögliche Einschränkungen einstellen. Wegen eines zweitägigen Warnstreiks in den Häusern in Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen kann es zu längeren Wartezeiten kommen.

Die Gewerkschaft Verdi ruft die Klinikbeschäftigten in der laufenden Tarifrunde zu Arbeitsniederlegungen auf. Die Notfallversorgung und lebenswichtige Behandlungen sollen weiter gewährleistet bleiben. Es könne aber zu Einschränkungen oder Verzögerungen bei nicht lebensnotwendigen Operationen kommen, sagte ein Verdi-Sprecher in Stuttgart.

Als Grund für den erneuten Ausstand nannte die Gewerkschaft, dass der Arbeitgeberverband (AGU) der vier Unikliniken bisher kein Angebot vorgelegt und den Rationalisierungsschutz-Tarifvertrag gekündigt habe. „Weiter wurde angedroht, dass jeder weitere Streiktag ein mögliches Ergebnis schmälern werde.“

Der Arbeitgeberverband der Universitätsklinika (AGU) erklärte per Pressemitteilung, er habe bislang kein Angebot gemacht, weil „zentrale gesetzliche Rahmenbedingungen zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend geklärt waren“. Zudem fehlte den Kliniken durch Änderungen bei der Krankenhausfinanzierung absehbar viel Geld: Man rechne mit Budgetausfällen von 100 Millionen Euro im laufenden Jahr. „Vor diesem Hintergrund ist eine Forderung von Verdi, die ein Gesamtvolumen von rund 165 Millionen Euro für eine Laufzeit von 12 Monaten umfasst, nicht annähernd erfüllbar“, sagte Heinz Falszewski, Geschäftsführer des AGU. Die Gewerkschaft habe ihre Forderungen nicht an die geänderte Situation angepasst. ​

Rund 26.000 Beschäftigte betroffen

Hintergrund des Warnstreiks ist der festgefahrene Tarifstreit für rund 26.000 Beschäftigte der vier Unikliniken. Verdi fordert 7,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 320 Euro zusätzlich pro Monat für die Beschäftigten. Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten sollen monatlich 250 Euro mehr erhalten. Zudem verlangt die Gewerkschaft für Azubis einen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets.

Die nächste Verhandlungsrunde ist am Mittwoch, 17. Juni. Verdi werde dann ein konkretes Angebot unterbreitet, hatte Falszewski angekündigt.

Verdi-Verhandlungsführer Jakob Becker sagte: „Jetzt erst recht: Wir lassen uns das Streikrecht nicht nehmen.“ Nicht von Arbeitgebern, die unnötige Drohkulissen aufbauten, und nicht von einer Gesundheitspolitik, die die Tarifautonomie beschneiden wolle.