Glatteis im Kreis Freudenstadt: Gute Vorbereitung der Streudienste: Nur 3 Unfälle im ganzen Landkreis

Viele Straßen in der Region sind am Mittwochmorgen glatt - es ist Vorsicht geboten!
Bernd Wüstneck/dpa- Polizei warnt vor extremer Glätte in Horb/Pforzheim; bis 9 Uhr 70 Unfälle.
- Besonders viele Unfälle seit 5.30 Uhr, Straßen und Gehwege sehr rutschig.
- Horb blieb verschont; in Eutingen fuhr ein Lkw gegen einen Anhänger.
- Unfall in Hummelbergstraße, nur Blechschaden.
- Vorsicht auf Straßen und Wegen in der Region empfohlen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Viele Straßen und Wege in Horb und im Kreis Freudenstadt sind am Mittwochvormittag spiegelglatt. Auch das Polizeipräsidium Pforzheim "warnt aktuell vor einer erhöhten Glättegefahr im gesamten Zuständigkeitsbereich". Die Straßen und Gehwege, so heißt es weiter in der Mitteilung, "sind vielerorts extrem rutschig".
Im Präsidiumsbereich gab es am Mittwoch 65 glättebedingte Unfälle, teilt die Polizei mit. Es entstand Sachschaden in Höhe von rund 600.000 Euro. Eine Person wurde schwer verletzt, zehn Personen kamen mit leichten Verletzungen davon. Besonders betroffen sei am Morgen der Enzkreis gewesen, erklärte eine Sprecherin. Dort ereigneten sich 26 Unfälle. Im Stadtkreis Pforzheim krachte es 28-mal, im Kreis Calw achtmal.
Im Kreis Freudenstadt wurden am Mittwoch drei Glatteisunfälle gemeldet. In der Eutinger Hummelbergstraße, zum Beispiel, sei ein Lastwagen gegen einen Anhänger gefahren. Bei dem Unfall, der sich kurz nach 8 Uhr ereignete, ist laut Polizei nur Blechschaden entstanden. In Horb und dem Kreis Freudenstadt habe die Polizei nur wenige Unfälle registriert, so die Sprecherin.
Das Freudenstädter Klinikum verzeichnet bis 9 Uhr "kein erhöhtes Patientenaufkommen und auch keine vermehrten Stürze" am Mittwochmorgen. Das teilt Sprecherin Cornelia Schreib nach Rücksprache mit der Notaufnahme mit. "Die Patientenzahlen entsprechen denen eines üblichen Vormittags."
Dienstagabend schon vorgestreut
Die Straßenmeisterei Freudenstadt hat bereits in der letzten Schicht am Dienstagabend vorsorglich gestreut und ist seit Mittwochmorgen um 3 Uhr mit allen sieben Streufahrzeugen im Streueinsatz. Wie Sabine Matt vom Landratsamt Freudenstadt auf Nachfrage mitteilt, haben die Mitarbeiter der Straßenmeisterei in dieser Zeit geschätzt rund 100 Tonnen Streusalz und 17.000 Liter Feuchtsalz ausgebracht.
Eng wird's deshalb in den Salzlagern im Landkreis nicht. Die aktuell noch eingelagerten Tonnen reichen bei „normalen“ Winterdiensteinsätzen für die kommenden vier bis sechs Wochen, so Matt. Sollte Nachschub nötig sein, bekomme die Straßenmeisterei auf Bestellung innerhalb von 72 Stunden eine Nachlieferung.
Die Straßenmeisterei ist für den Winterdienst auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Landkreis Freudenstadt zuständig. Die Straßen werden von den Mitarbeitern nach Prioritäten gestreut, die in den Dienstplänen festgehalten sind. Die Reihenfolge Bundes-, Landes- und Kreisstraßen ist dabei nicht vorgegeben. "Die Dienstpläne", so Matt, "fußen auf der jahrzehntelangen Erfahrung der Straßenmeisterei, der verkehrlichen Bedeutung der Strecken (Fahrzeugmenge, ÖPNV-Busverkehr, Schülerbeförderung) und der Zahl der zur Verfügung stehenden Fahrzeuge."
"Bleiben Sie zu Hause!"
Auch das für die Kreise Esslingen, Tübingen, Reutlingen und Zollernalb zuständige Präsidium Reutlingen warnt jedoch: „Seit 5 Uhr gehen die Unfälle bei uns im Minutentakt ein“, sagt ein Sprecher aus diesem Präsidium, „es sind unzählige“. Er spricht von Unfällen im dreistelligen Bereich. „Es ist eine extreme Glätte in einem riesigen Bereich.“ Die Tübinger Rettungsdienste sind im Dauereinsatz.
Der dringende Rat der Polizei: „Bleiben Sie wenn möglich zu Hause!“, sagt der Reutlinger Sprecher.
Erinnerungen an den Januar 2013
In Horb wecken die glatten Straßen Erinnerungen an den Januar im Jahr 2013. Damals, allerdings, war die Situation um einiges brisanter. Der Verkehr kam in der Nacht von Samstag auf Sonntag aufgrund von Blitzeis nahezu vollständig zum Erliegen.
Rund 50 Besucher des Eröffnungsballs, die es versäumt hatten, rechtzeitig ein Taxi zu rufen, mussten in der Horber Hohenberghalle auf Matten übernachten. Wer in erreichbarer Nähe wohnte, rutschte zum Teil auf allen Vieren nach Hause.
Im ganzen Umkreis von Horb kam es zu Unfällen. Die Eisschicht war damals so dick, dass es in einigen Bereichen den ganzen Sonntag dauerte, bis die Straßen wieder befahrbar waren.
Achtung Glatteis! Die besten Tipps für Fußgänger
Glatte Straßen bedeuten nicht nur für Autofahrer eine erhöhte Unfallgefahr. Auch Fußgängerinnen und Fußgänger müssten aufpassen, nicht auszurutschen. Um das Risiko zu minimieren, helfen ein paar einfache Tricks.
- Gängiger Tipp ist der sogenannte Pinguin-Gang. Am sichersten ist es bei Glatteis so zu gehen, wie die antarktischen Tiere. Statt den Körperschwerpunkt immer in der Mitte zwischen beiden Beinen zu halten, wie es im normalen Gang der Fall ist, sollte man bei Glatteis den Körperschwerpunkt immer auf das Bein verlagern, das gerade auf dem Boden ist. Die Füße sollten dabei immer mit ganzer Sohle aufgesetzt und leicht nach außen gedreht sein – wie ein Watschel-Schritt. Nicht schön, aber stabil.
- Was das Schuhwerk betrifft, ist eine gute Sohle von Vorteil, denn je glatter die Sohle, desto höher ist die Rutschgefahr. Noch besser sind Spikes oder – als heißer Insider-Tipp – Wollsocken. Letztere einfach über die Schuhe ziehen, sie haften besser auf dem Boden als die blanke Schuhsohle.
- Langsam und besonders aufmerksam laufen!
- Hände aus den Taschen! Das hilft, um das Gleichgewicht zu halten und bei Bedarf mit Ausgleichsbewegungen der Arme reagieren zu können.
- Ältere und gangunsichere Menschen bleiben bei Glatteis am besten zu Hause.
- Hilft das alles nicht und ein Sturz ist unvermeidbar, gibt es dennoch ein paar Tipps, um die Verletzungen gering zu halten: Die Unterarme sollten als Schutz vor das Gesicht gehalten werden, die Hände als Verlängerung über den Kopf. Das schützt Nase und weitere Gelenke. Bei einem Fall nach hinten hilft es, den Rücken zu krümmen und den Aufprall somit abzumildern. Gegenstände in den Händen sollten losgelassen werden.
- Last but not least hilft festhalten – an einer Häuserwand, einem Geländer oder einer anderen Person.

