Brand in Tübingen: „Plötzlich alles voller weißem Qualm“ – Spendenaktion für Tübinger Restaurant

Am Samstag fing die Küche im Derendinger Restaurant „Da Michele“ Feuer.
Privatfoto- Am Samstag brannte die Küche im Restaurant „Da Michele“ in Tübingen.
- Bewohner und Nachbarn haben eine Spendenaktion gestartet.
- Alessandra Cuttaia und ihr Sohn mussten das Haus fluchtartig verlassen.
- Der Pächter des Restaurants versuchte vergeblich, das Feuer mit einem Eimer zu löschen.
- Die Brandursache wird noch ermittelt, möglicherweise Fehlbedienung des Herdes.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der ältere Sohn von Alessandra Cuttaia war mit seinem Vater im Hallenbad. Sie war mit dem jüngeren, dem Achtjährigen, zu Hause geblieben. Nach ausgiebigem Legospielen legten sie sich ins Wohnzimmer für ein kurzes Mittagsschläfchen. Es war Samstag, kurz nach halb vier. Alessandra Cuttaia döste und dachte irgendwann: Es riecht komisch. So, als ob jemand mit einem Feuerzeug zündelt. Im Halbschlaf fragte sie ihren Sohn, der neben ihr lag. Er wusste von nichts. Vielleicht der Herd in der Küche? Sie stand auf. Aber auch am Herd war nichts. Als sie wieder zurück ins Wohnzimmer wollte, war dort alles voller weißem Qualm.
„Am Samstag, 22.02.2025 wurde die Feuerwehr Tübingen um 16:31 Uhr zu einem Brandeinsatz in einem Restaurant in Derendingen alarmiert. Mehrere Anrufer teilten eine massive Rauchentwicklung und Flammenschein mit. (...) Es brannte in der Küche des Restaurants und das Feuer hatte bereits durch die Dunstabzugshaube auf die Fassade des Holz-verkleideten Gebäudes übergegriffen“, hieß es später im Feuerwehrbericht. Die Küche von „Da Michele“ liegt genau zwei Stockwerke unter dem Wohnzimmer von Alessandra Cuttaia. Als sie den Rauch im Wohnzimmer sah, schnappte sie sich ihren Sohn, Schlüssel und Handy und rannte in Socken zu ihrer Schwester ein Stockwerk tiefer, dann raus. Noch im Treppenhaus rief sie die Feuerwehr an. 16.31 Uhr war es da.
Pächter versucht, mit Wassereimer das Feuer zu löschen
Alessandra Cuttaia wohnt mit ihrem Mann und den beiden Söhnen im zweiten Stock, ihre Schwester mit Familie in der Wohnung darunter. Im Erdgeschoss führt ein Pächter das Restaurant „Da Michele“. Als ihr Vater 1987 das Haus kaufte, übernahm er auch die Gastwirtschaft, die Alteingesessene als „Die Säge“ kennen, weil damals gegenüber noch das Sägewerk stand. In der Säge wurde der Musikverein und der TV Derendingen gegründet. Der Vater von Cuttaia, geboren in Sizilien, benannte das Restaurant nach sich: „Da Angelo“. 2018 hörte er auf, Michele übernahm 2019. Auch er kam, als es brannte.
Er wohnt nur ein paar Häuser weiter, schnappte sich einen Eimer und lief immer wieder zum Gartenwasserhahn. „Die Betreiber versuchten das Feuer noch zu löschen, aber die Rauchentwicklung war bereits zu stark“, war nachher im Feuerwehrbericht zu lesen. Laut Bericht trafen die ersten Löschfahrzeuge um 16.35 Uhr ein. Für die Betroffenen war das eine gefühlte Ewigkeit. „Wir hatten Panik, alles, was wir haben, zu verlieren“, sagt Cuttaia. Denn das Haus ist aus Holz gebaut, als Dämmmaterial diente damals noch Stroh und Schlick.
Es wird noch ermittelt
Die Küche ist komplett ausgebrannt. Wie durch ein Wunder bildeten sich keine Brandnester in der Decke. Die Brandursache ist noch nicht klar. Momentan spricht die Polizei von einer „Fehlbedienung des Herdes“. Das Erdgeschoss, in dem das Restaurant ist, darf nicht betreten werden, weil noch ermittelt werde. Auch nicht vom Pächter. Der, sagt Sarah Zehren, stehe noch immer unter Schock. Zehren wohnt gegenüber, in einem der großen Häuser des Mühlenviertels. Sie wollte gerade mit dem Lastenrad einkaufen fahren, als sie den Rauch und Alessandra Cuttaia in Socken auf der Straße stehen sah. Von Sarah Zehren kommt die Idee, eine „GoFundMe“-Spendenaktion zu starten. Noch am Abend überlegte die Nachbarschaft, wie sie helfen kann.

Der Schaden in der Küche ist groß.
Pivatfoto„Wir wissen ja nicht, was die Versicherung des Pächters letztlich bezahlen wird“, sagt Cuttaia, die die Aktion auf den Weg gebracht hat. Klar ist, dass der Pächter nun finanziell zu kämpfen hat. Er hat kein Einkommen momentan, muss die Wohnung seiner sechsköpfigen Familie finanzieren. „Das Problem ist ja nicht nur die Sanierung. Die Kosten laufen ja weiter“, sagt Cuttaia. Und bis alles geregelt ist, und saniert werden kann, können noch Monate vergehen. Deshalb wollen die Hausbewohner und Nachbarn den Pächter unterstützen. Wie er haben auch die Anwohner das Ereignis noch nicht verarbeitet. Zu frisch ist es noch, keine Woche her. „Da ist es einfach toll, dass wir spüren, was es hier für eine große Solidarität gibt“, sagt Alessandra Cuttaia.
Hier geht es zur Spendenaktion auf gofundme.