Festnahme im Kreis Tübingen: Seniorin lockt falschen Polizisten in die Falle

Häufig suchen die falschen Polizisten ihre potenziellen Opfer anhand der Vornamen aus Telefondatenbanken heraus. So ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie allein lebende Seniorinnen oder Senioren erreichen.
Roland Weihrauch/dpa- Seniorin lockt falschen Polizisten in die Falle; 46-Jähriger festgenommen.
- Betrüger gaben sich als Polizisten aus und wollten 71-Jährige täuschen.
- Frau durchschaute die Masche, alarmierte echte Polizei über Notrufnummer 110.
- Verdächtiger vor Amtsgericht Tübingen, Haftbefehl erlassen; Ermittlungen dauern an.
- Betrüger zielen oft auf Senioren, arbeiten aus Callcentern im Ausland.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit Jahren hauen Betrüger meist ältere Leute übers Ohr und bringen sie nicht selten um viel Geld: Sie geben sich am Telefon als Polizisten aus und gaukeln ihren Opfern vor, sie seien ins Visier einer Einbrecherbande geraten. Die sei jetzt gerade bei ihnen in der Nachbarschaft unterwegs. Die angeblich einzige Möglichkeit, Geld und Wertsachen zu schützen: sie an die Polizei übergeben.
Dabei gehen die Banden arbeitsteilig vor: Die Anrufer sitzen oft in regelrechten Callcentern im Ausland. Haben sie jemanden am Telefon überzeugt, ihnen ihre Wertsachen zu übergeben, werden über Mittelsleute Abholer losgeschickt. Deshalb halten die Anrufer die Opfer oft stundenlang am Telefon in der Leitung. Nur so haben die Abholer Zeit, zu deren Wohnung zu fahren – und gleichzeitig sollen die Senioren keine Zeit haben, zu Atem zu kommen, nachzudenken oder die echte Polizei zu alarmieren.
Bei der 71-Jährigen aber klappte das nicht: Sie durchschaute die Masche sofort. Sie legte das Telefon unter einem Vorwand zur Seite und alarmierte über die Notrufnummer 110 die echte Polizei. Als der Abholer wie vereinbart gegen 14 Uhr an ihrer Wohnanschrift auftauchte, warteten bereits Beamte der Kriminalpolizei auf ihn. Sie nahmen den 46-jährigen Verdächtigen fest.
Der Österreicher wurde am Donnerstag dem zuständigen Haftrichter am Amtsgericht Tübingen vorgeführt, der den von der Staatsanwaltschaft Tübingen beantragten Haftbefehl in Vollzug setzte. Im Anschluss wurde der Mann in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei zu möglichen Komplizen und Hintermännern dauern weiter an.

