Eichenprozessionsspinner in Tübingen
: Eichen werden mit Biozid besprüht

Die Stadt Tübingen bekämpft wieder die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Dessen Gifthaare können Entzündungen auslösen.
Von
swp
Tübingen
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Die Raupen des Eichenprozessionsspinners. (zu dpa: «Eichenprozessionsspinner fühlt sich in warmen Regionen Sachsens wohl») +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Raupe des Eichenprozessionsspinners: deren Brennhaare können beim Menschen Entzündungen der Haut, der Augen und der oberen Atemwege auslösen.

Soeren Stache/dpa
  • Tübingen spritzt in ausgewählten Bereichen Eichen mit dem Biozid Foray ES.
  • Ziel ist, eine starke Vermehrung des Eichenprozessionsspinners zu verhindern.
  • Betroffen sind rund 50 Standorte wie Spiel- und Sportplätze sowie Wege nahe Schulhöfen.
  • Während der Spritzung sind Bereiche gesperrt – nach Antrocknen wieder nutzbar.
  • Gespritzt wird bei genügend Blatttrieb und im 1. oder 2. Larvenstadium, ideal bei trockenem, warmem, windstillem Wetter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auch in diesem Jahr werde in den kommenden Wochen in ausgewählten Bereichen Eichen mit einem Mittel gespritzt, um einer starken Vermehrung des Eichenprozessionsspinners vorzubeugen, teilt die Tübinger Stadtverwaltung mit. Zum Einsatz kommt das Biozid „Foray ES“. Zu den rund 50 Standorten, an denen die Raupen des Eichenprozessionsspinners bekämpft werden, gehören Spiel- und Sportplätze, Baumbestände in Schulhofnähe und andere öffentliche Straßen und Wege. Während der Spritzung werden die betroffenen Bereiche abgesperrt. Nach dem Antrocknen der Behandlungslösung ist das Umfeld der Eichen wieder voll nutzbar, heißt es in deiner Pressemitteilung.​

Bei der Bekämpfung sind einige Faktoren wichtig

Der Erfolg der Spritzung hängt laut Verwaltung von mehreren Faktoren ab: Gespritzt werden kann erst, wenn die Eichenblätter genügend ausgetrieben haben. Das Mittel muss zudem im ersten oder zweiten Larvenstadium der Tiere eingesetzt werden. Das ist, abhängig von der Witterung, Mitte bis Ende des Frühlings der Fall. Optimal sind trockene, warme und windstille Tage während und nach der Behandlung. Das Mittel ist als ungefährlich für Bienen eingestuft.

Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner

Die Raupen des Eichenprozessionsspinner bilden gerne Knäuel.

Philipp Schulze/dpa

Der Eichenprozessionsspinner ist ein grau-brauner, bis zu 30 Millimeter großer Nachtfalter, der von Ende Juli bis Anfang September fliegt. In dieser Zeit legen die Weibchen zwischen 100 und 200 Eier in den Zweigen im oberen Kronenbereich der Eichen ab. Anschließend werden diese Gelege durch ein grau-grünes Sekret getarnt. Bereits im Herbst entwickeln sich kleine Jungraupen, die aber noch in der Eihülle überwintern.

Je nach Witterung schlüpfen aus diesen Eiern im darauffolgenden Frühjahr ab Mitte April  samtartig behaarte Raupen. Diese durchlaufen bis zur Verpuppung sechs Entwicklungsstadien, wobei sie jedes Mal ihre alte Haut abwerfen. Ab dem dritten Stadium entwickelt sie die typischen weißen Gifthaare, die das Eiweißgift Thaumetopein enthalten. Die Gifthaare können bis zu 100 Meter weit mit dem Wind verweht werden und zu Entzündungen der Haut, der Augen oder der oberen Luftwege führen. Erst im August schlüpft dann der Falter.