Biozid im Tübinger Stadtgebiet: Kampf den Raupen!

Auch im Französischen Viertel ging es dem Eichenprozessionsspinner an den Kragen.
Anne Faden- In Tübingen wird ein Biozid gegen den gesundheitsschädlichen Eichenprozessionsspinner eingesetzt.
- Rund 50 Standorte, darunter Spiel- und Sportplätze, werden behandelt.
- Das Mittel "Foray ES" schützt Menschen und ist ungefährlich für Bienen.
- Raupen entwickeln ab dem dritten Stadium Gifthaare, die Haut und Atemwege reizen.
- Die Bekämpfung erfolgt im Frühling bei optimalen Wetterbedingungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Auch in diesem Jahr werden in ausgewählten Tübinger Bereichen Eichen mit einem Mittel gespritzt, um einer starken Vermehrung des Eichenprozessionsspinners vorzubeugen. Wie die Pressestelle der Stadt Tübingen mitteilt, kommt „Foray ES“, zum Einsatz. Das ist ein Biozid, das zum Gesundheitsschutz und zur Bekämpfung schädlicher Raupen auf öffentlichen Flächen eingesetzt wird. Zu den rund 50 Standorten, an denen die Raupen des Eichenprozessionsspinners bekämpft werden, gehören Spiel- und Sportplätze, Baumbestände in Schulhofnähe und andere öffentliche Straßen und Wege. „Während der Spritzung werden die betroffenen Bereiche abgesperrt“, versichert die Stadt. „Nach dem Antrocknen der Behandlungslösung ist das Umfeld der Eichen wieder voll nutzbar.“
Ob die Aktion am Ende erfolgreich ist, ist von mehreren Faktoren abhängig: „Gespritzt werden kann erst, wenn die Eichenblätter genügend ausgetrieben haben“. Und: „Das Mittel muss zudem im ersten oder zweiten Larvenstadium der Tiere eingesetzt werden.“ Das ist, abhängig von der Witterung, Mitte bis Ende des Frühlings der Fall. Optimal sind trockene, warme und windstille Tage während und nach der Aktion. „Das Mittel wirkt besonders zielgerichtet und ist als ungefährlich für Bienen eingestuft.“
Gesundheitsschädlich für Menschen
Und warum der Wirbel? Ab der dritten Raupengeneration bilden die Tiere Gifthaare aus, die das Eiweißgift Thaumetopein enthalten. Die Gifthaare können bis zu 100 Meter weit mit dem Wind verweht werden. Sie können zu Entzündungen der Haut, der Augen oder der oberen Luftwege führen.
Über Eichenprozessionsspinnerraupen
Der Eichenprozessionsspinner ist ein grau-brauner, bis zu 30 Millimeter großer Nachtfalter, der von Ende Juli bis Anfang September fliegt. In dieser Zeit legen die Weibchen zwischen 100 und 200 Eier in Zweigen im oberen Kronenbereich der Eichen ab. Anschließend werden diese Gelege durch graugrünes Sekret getarnt. Bereits im Herbst entwickeln sich kleine Jungraupen, die aber noch in der Eihülle überwintern. Je nach Witterung schlüpfen aus diesen Eiern im darauffolgenden Frühjahr ab Mitte April bis Anfang Mai samtartig behaarte Raupen. Diese durchlaufen bis zur Verpuppung sechs Entwicklungsstadien, wobei sie jedes Mal ihre alte Haut abwerfen.
Ab dem dritten Stadium werden die typischen weißen Gifthaare entwickelt. Nachts begeben sie sich zum Fressen an junge Eichenblätter. Dabei ziehen sie in den namensgebenden „Prozessionen“ den Baumstamm entlang. Ab dem vierten Stadium, etwa Mitte Juni, halten sich die Raupen tagsüber in Gespinstnestern im Ast- und Stammbereich auf. In den Gespinsten finden auch die Häutungen statt. Im fünften und sechsten Stadium hängen die Gespinste, die so groß wie ein Fußball werden können, mit behaarten Larvenhäuten und Kotabsonderungen gefüllt an den Stämmen und Starkästen. Nach dem sechsten Stadium erfolgt Ende Juni bis Ende Juli je nach Witterung die Verpuppung. Nach einer Puppenruhe von drei bis fünf Wochen schlüpft im August der Falter.
