Dies Universitatis
: Zum Geburtstag beschenkt die Universität Tübingen ihre Stadt

Zum Auftakt ihres Jubiläumsjahres zeichnet die Eberhard-Karls-Universität nicht nur ihre Stadt aus. Auch ein KI-Tutor und studentisches Engagement werden gewürdigt.
Von
swp
Tübingen
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Ausgezeichnete Hochschullehre (von links): Dr. Tjark Müller, Dr. Frank Papenmeier und Gerrit Anders erhielten gemeinsam mit ihrem Kollegen Dr. Tobias Rebholz (nicht im Bild) den Lehrpreis 2026. Professorin Karin Amos, Prorektorin für Studium und Lehre überreichte den Preis an das Team aus dem Fachbereich Psychologie.

Wurden von Karin Amos (rechts), der Prorektorin für Lehre und Studium, für die Entwicklung des KI-gestützten „R-Tutors“ mit dem Lehrpreis 2026 ausgezeichnet (von links): Tjark Müller, Frank Papenmeier, Gerrit Anders und Tobias Rebholz (nicht im Bild).

Alexander Ries / Universität Tübingen
  • Die Universität Tübingen eröffnete das akademische Jahr 2026/27 und startete ihr Jubiläum.
  • Motto „Vom Wert der Wissenschaft“: Geschichte und Rolle der Wissenschaft stehen im Fokus.
  • Der Universitätspreis 2026 ging an die Stadt Tübingen – Boris Palmer nahm ihn entgegen.
  • Lehrpreis 2026: Psychologie-Team für den KI-gestützten „R-Tutor“ ausgezeichnet.
  • Sonderpreis an AIAS Tübingen: 3862 Registrierungen, 33 Spenden für Stammzelltransplantationen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

550 Jahre Universität Tübingen: Mit dem traditionellen Dies Universitatis hat die Eberhard-Karls-Universität am Mittwoch nicht nur das akademische Jahr 2026/27 eröffnet, sondern auch den Auftakt zu ihrem Jubiläumsjahr gefeiert. Am Donnerstag wurden zudem rund 5200 Neuimmatrikulierte begrüßt. Unter dem Motto „Vom Wert der Wissenschaft“ will die Universität im Jubiläumsjahr nicht nur auf ihre Geschichte zurückblicken, sondern auch über die gesellschaftliche Bedeutung der Wissenschaft diskutieren.

„Der Blick auf 550 Jahre Universität Tübingen fordert uns zugleich dazu auf, über die Bedeutung der Wissenschaft für unsere Gegenwart und ihre Verantwortung für die Zukunft nachzudenken“, sagte Rektorin Karla Pollmann bei der Eröffnung des Dies Universitatis im Festsaal der Neuen Aula.

Universität als Zukunftsmotor

Auch in den Grußworten spielte die gesellschaftliche Rolle der Wissenschaft eine große Rolle. Die Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Professorin Katja Becker, betonte in einer Videobotschaft die Bedeutung der Universitäten für die Demokratie. Sie böten einen einzigartigen Raum, um Fragen aus Forschung, Gesellschaft, Kultur und Politik zu diskutieren.

Professor Wolfgang Wick, Vorsitzender des Wissenschaftsrats, hob ebenfalls per Video hervor, wie wichtig der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft sei. Johannes Schwörer, Präsident der Industrie- und Handelskammer Reutlingen, bezeichnete die Universität als Zukunftsmotor und wichtigen Faktor für das internationale Ansehen der Region.

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„Der Wert der Wissenschaft entsteht nicht hinter Mauern“

Den Universitätspreis 2026 verlieh die Universität der Stadt Tübingen. „Die Geschichte unserer Universität ist immer auch die Geschichte einer Stadt, die Wissenschaft nicht nur beherbergt, sondern getragen und mitgestaltet hat“, sagte Rektorin Pollmann. „Der Wert der Wissenschaft entsteht nicht hinter Mauern. Er entsteht dort, wo Universität und Gesellschaft einander begegnen.“ Die Stadt Tübingen habe dies seit 550 Jahren ermöglicht.

Oberbürgermeister Boris Palmer nahm die Auszeichnung entgegen. „Ich verstehe den Universitätspreis als Anerkennung einer besonderen Zusammenarbeit und Symbiose“, sagte er. „Stadt und Universität haben einander über Generationen hinweg geprägt.“

KI, die keine fertigen Lösungen liefert

Neben dem Universitätspreis wurde beim Dies Universitatis auch der Lehrpreis 2026 vergeben. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung erhielten Frank Papenmeier, Tjark Müller, Tobias Rebholz und Gerrit Anders vom Fachbereich Psychologie. Sie haben den KI-gestützten „R-Tutor“ entwickelt. Er hilft Studierenden beim Erlernen der Programmiersprache R. Diese wird unter anderem für die statistische Datenanalyse verwendet.

Anders als gewöhnliche KI-Chatbots liefert der „R-Tutor“ keine fertigen Lösungen. Stattdessen gibt er individuelle Rückmeldungen und hilft den Studierenden, eigene Lösungsansätze weiterzuentwickeln. Damit soll verhindert werden, dass Studierende das eigenständige Denken und Problemlösen an die Technik auslagern. Der Tutor ist inzwischen fester Bestandteil der Programmierausbildung in der Psychologie.

Fast 4000 potenzielle Stammzellenspender registriert

Ein Tag darauf wurde am Donnerstag der Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement dem Verein AIAS Tübingen verliehen. Rund 15 Studierende setzen sich dort dafür ein, neue Stammzellspenderinnen und Stammzellenspender für an Blutkrebs erkrankte Menschen zu gewinnen. Dafür organisieren sie unter anderem Registrierungsaktionen in der Mensa Morgenstelle, der Universitätsbibliothek und bei Veranstaltungen wie dem Ract!-Festival.

Professorin Karin Amos (links) überreichte den Preis für herausragendes studentisches Engagement an AIAS Tübingen, vertreten durch Lars Neumann und Lea Banhardt.

Professorin Karin Amos (links) überreichte den Preis für herausragendes studentisches Engagement an AIAS Tübingen, vertreten durch Lars Neumann und Lea Banhardt.

Alexander Ries / Universität Tübingen

Bislang konnten durch die Arbeit des Vereins 3862 Menschen als potenzielle Stammzellspender registriert werden. 33 von ihnen haben bereits Stammzellen gespendet. „Wir freuen uns über jede einzelne Spende“, sagte Vorstandsmitglied Lars Neumann. „Doch noch immer warten viele Betroffene auf ein passendes Match. Deshalb ist es wichtig, dass sich weiterhin möglichst viele Menschen registrieren lassen.“ Das Preisgeld von 1500 Euro möchte der Verein vor allem für die Deckung laufender Kosten aufwenden.

Wer wählt die Preisträgerinnen und Preisträger?

Der Lehrpreis wird seit 2007, der Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement seit 2010 jährlich vergeben. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden jeweils von der Senatskommission Studium und Lehre gewählt. Die Preisgelder stiftet der Universitätsbund. Überreicht wurden beide Preise von Karin Amos, Prorektorin für Lehre und Studium.