Bednarz als Tübinger Landrat vereidigt
: „Es wird nicht einfach werden“

Hendrik Bednarz ist als Landrat am Mittwochnachmittag offiziell ins Amt eingesetzt worden. Er ist der einzige im Land mit einem SPD-Parteibuch.
Von
Holger Weyhmüller
Kreis Tübingen
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Hendrik Bednarz wird als neuer Landrat vereidigt.

Hendrik Bednarz (rechts) wurde am Mittwoch als neuer Landrat von Regierungspräsident Klaus Tappeser vereidigt. Bednarz setzte sich denkbar knapp bei der Wahl am 23. Juli gegenüber Daniela Hüttig durch: Am Ende gab eine Stimme den Ausschlag.

Carolin Albers
  • Hendrik Bednarz wurde als neuer Landrat im Kreis Tübingen vereidigt.
  • Bednarz siegte am 23. Juli knapp gegen Daniela Hüttig mit nur einer Stimme Vorsprung.
  • Finanzielle Herausforderungen: Kommunalfinanzen auf historischem Tief, Handlungsfähigkeit gefährdet.
  • Regierungspräsident Tappeser fordert Brückenbau und pragmatische Lösungen ohne Parteipolitik.
  • Parallelen zu Amtsvorgänger Walter: Juristischer Hintergrund und analytischer Blick als Stärke.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Kaum vereidigt, musste Hendrik Bednarz (46) als neuer Tübinger Landrat – der einzige im Land mit SPD-Parteibuch – am Mittwochnachmittag gleich ein heißes Eisen anfassen: Auf der Tagesordnung der Kreistags-Sitzung stand die Einbringung des Kreis-Haushalts (wir werden berichten). Angesichts der finanziellen Lage insbesondere der Kommunen kein leichtes Unterfangen.

„Es wird nicht einfach werden“, sagte denn auch Thomas Hölsch, Bürgermeister in Dußlingen und stellvertretender Kreistags-Vorsitzender, in seinem Grußwort zur Amtseinsetzung. Der „historische Einbruch der Kommunalfinanzen“ sei Realität, der Abwärtstrend gehe „ungebremst weiter“, die Handlungsfähigkeit der „kommunalen Ebene ist damit ernsthaft in Gefahr“.

Parallelen zwischen Walter und Bednarz

Trotzdem ist er guter Dinge: Bei Joachim Walters Amtsantritt im Jahr 2003 sei es um die Finanzen ebenfalls nicht gut bestellt gewesen. Bei beiden, Walter und Bednarz, gebe es jedoch Parallelen, unter anderem die „juristische Prägung und einen klaren analytischen Blick“. Hölsch: „Diese Parallelen mögen ein gutes Omen sein. Denn sie zeigen, dass aus schwierigen Ausgangslagen Großes entstehen kann – wenn Mut, Sachverstand und eine gute Zusammenarbeit im Vordergrund stehen.“

Hölsch blickte auch auf den knappen Wahlausgang am 23. Juli zurück: Bednarz setzte sich im dritten Urnengang gegen Vize-Landrätin Daniela Hüttig durch – mit einer Stimme Vorsprung. Dieses enge Ergebnis müsse nicht schlecht sein: „Denn wenn man es genau analysiert, bedeutet dies, dass der Landrat bei wichtigen Themen diese überparteilich angehen muss, um entsprechende Mehrheiten zu bekommen.“

Anschließend vereidigte Regierungspräsident Klaus Tappeser Bednarz. Dessen Auftrag sei es, „Brücken zu schlagen und zu vermitteln“. In Zeiten sich überlagernder Krisen und knapper Kassen „braucht es keine Parteipolitik, sondern handfeste Lösungen“, mahnte er, wofür „Führungsstärke, Empathie und die Fähigkeit zum Dialog“ vonnöten sei.