Auszeichnung für „Rede des Jahres“: Christian Drosten kommt diese Woche nach Tübingen

Für eine engagierte Wissenschaft als „konstante Stimme in der demokratischen Debatte“: der Virologe Prof. Christian Drosten.
Annette Riedl/dpa- Prof. Christian Drosten erhält die Auszeichnung „Rede des Jahres“ in Tübingen.
- Geehrt wird sein Vortrag „Wissenschaft ist Freiheit und Pflicht“.
- Festakt: Donnerstag, 2. Juni, 19 Uhr im Audimax der Neuen Aula – Eintritt frei.
- Drosten fordert eine engagierte Wissenschaft als „konstante Stimme“ in der Demokratie.
- Er kritisiert den Verlust der Faktenorientierung und erodierende Gütekriterien.
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Das Seminar für Allgemeine Rhetorik zeichnet Prof. Christian Drosten für die „Rede des Jahres“ aus. Der renommierte Virologe erhält die Auszeichnung für seinen Vortrag „Wissenschaft ist Freiheit und Pflicht“. In der am 27. Mai 2025 gehaltenen Rede verpflichtete Drosten die Wissenschaft mit Nachdruck darauf, Freiheit und Demokratie nicht für selbstverständlich zu erachten.
Die Verleihung der Auszeichnung mit Festakt ist am Donnerstag, 2. Juni, um 19 Uhr im Audimax der Neuen Aula. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Drosten plädierte in seiner Rede für eine engagierte Wissenschaft als „konstante Stimme in der demokratischen Debatte“ und konstatierte in öffentlichen Debatten einen „vollkommenen Verlust der Orientierung an Fakten“. Dieser Orientierungsverlust äußere sich im Alltag in einer stetigen Erosion wissenschaftlicher und journalistischer Gütekriterien und münde in einer Monopolstellung der „Meinungsmacht“ – wovor auch die Wissenschaft nicht gefeit sei. Leistungsdruck, Selektionsdruck sowie politische Flexibilität und Opportunismus wirkten ebenso auf das moderne Wissenschaftssystem wie auf die Gesellschaft, weshalb Altruismus, soziale Verantwortung oder Courage verloren gingen.
Die Tübinger Jury würdigte Drostens Beitrag mit den Worten, der Virologe beweise in seiner eindrücklichen Rede, „dass Wissenschaft und Gesellschaft keine getrennten Sphären sind, sondern zusammengedacht werden müssen und nur so Freiheit und gesellschaftliches Miteinander vermittelt werden können“.
