Auch Uniklinik Tübingen betroffen
: Verdi ruft zu Warnstreiks an Kliniken auf – darauf müssen Patienten achten

Es geht um 7,5 Prozent mehr Gehalt für Beschäftigte an den vier Unikliniken im Land: Für Montag und Dienstag (18. und 19. Mai) ruft die Gewerkschaft Verdi zu Warnstreiks auf. Die Uniklinik Tübingen informiert über die Notfallversorgung.
Von
Moritz Siebert
Tübingen
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Uniklinik Tübingen (UKT), Crona-Kliniken, Krankenhaus, Medizin, Orthopädie

Patientinnen und Patienten müssen am Dienstag an der Uniklinik Tübingen mit längeren Wartezeiten rechnen.

Carolin Albers (Archiv)
  • Verdi ruft zu Warnstreiks an den vier Unikliniken auf – Forderung: 7,5 Prozent mehr Lohn.
  • Streiks am Montag in Ulm, am Dienstag in Freiburg, Heidelberg und Tübingen.
  • In Tübingen drohen am Dienstag längere Wartezeiten, die Notfallversorgung ist gesichert.
  • Aufschiebbare Eingriffe können verschoben werden, Betroffene werden informiert.
  • Verdi kritisiert die geplante GKV-Reform als Kostendruck, AGU will am 17. Juni ein Angebot vorlegen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In der Tarifrunde für die rund 26.000 Beschäftigten der vier Unikliniken im Land ruft die Gewerkschaft Verdi nächste Woche zu ersten Warnstreiks auf. Gestreikt wird am Montag (18. Mai)  in Ulm sowie am Dienstag (19. Mai)  in Freiburg, Heidelberg und Tübingen. „Wir streiken für mehr Geld, das die Beschäftigten dringend brauchen“, sagt Jakob Becker, Verhandlungsführer bei Verdi. „Dieses Grundrecht lassen wir uns auch von der Gesundheitsministerin nicht nehmen: Falsche Politik hält uns nicht vom Kampf für gute Arbeitsbedingungen ab.“ Die Bundesregierung wolle mit der GKV-Reform (Gesetzliche Krankenversicherung) die Versorgung im Krankenhaus billiger machen, kritisiert Becker. Den vom Kabinett eingebrachten Gesetzentwurf beschreibt er als „Angriff auf die Tarifparteien im Gesundheitswesen mit dem Ziel, die Personalkosten zu drücken“.

Die geplante GKV-Reform werde die Beschäftigten massiv belasten, heißt es in einer Pressemitteilung von Verdi. Die Gewerkschaft befürchtet Personalabbau, Berufsflucht und schlechtere Versorgung.

Die Gewerkschaft kritisiert außerdem, dass in der ersten Verhandlungsrunde von den Arbeitgebern kein Angebot gemacht worden sei. Der Arbeitgeberverband der Uniklinika (AGU) entgegnet, zum Zeitpunkt der ersten Tarifrunde seien noch nicht alle Gesetzgebungsverfahren zur Gesundheitsreform abgeschlossen gewesen. Der Verband möchte in der Runde am 17. Juni ein konkretes Angebot unterbreiten.

Verdi fordert für die Tarifrunde 7,5 Prozent, mindestens 320 Euro mehr Gehalt im Monat für die Beschäftigten und 250 Euro mehr im Monat für Auszubildende und Praktikanten. Das soll für eine Laufzeit von zwölf Monaten gelten. Für Auszubildende soll es einen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets geben.

Wegen des ganztägigen Streiks am Dienstag könne es für Patientinnen und Patienten zu längeren Wartezeiten kommen, warnt die Uniklinik Tübingen. Die Notfallversorgung sei durch eine Notdienstvereinbarung aber sichergestellt. Diese regelt die Besetzung aller Bereiche wie Stationen und Ambulanzen – angelehnt an die Wochenend- und Feiertagsbesetzung nach einem bestimmten Schlüssel. Patientinnen und Patienten, deren Termin für eine aufschiebbare Operation oder Behandlung verschoben werden muss, würden direkt von der jeweiligen Einrichtung informiert.

Auch die Akutversorgung in der Universitäts-Frauenklinik sei gesichert. Die Betreuung rund um Geburt und Schwangerschaft sei gewährleistet. Bei Fragen erreichen Schwangere und werdende Mütter die Pforte der Frauenklinik unter Telefon (07071) 29-82211 und den Kreißsaal unter Telefon (07071) 29-83111.