Nominierung
: Christian von Stetten will in Berlin bleiben

Die Mitglieder der CDU-Kreisverbände Hohenlohe und Schwäbisch Hall schicken den 54-Jährigen zur Bundestagswahl 2025 erneut ins Rennen.
Von
Yvonne Tscherwitschke
Künzelsau
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Christian von Stetten am Freitagabend in der Stadthalle Künzelsau bei der Nominierungsversammlung der CDU-Kreisverbände Hohenlohe und Schwäbisch Hall.

Christian von Stetten am Freitagabend in der Stadthalle Künzelsau bei der Nominierungsversammlung der CDU-Kreisverbände Hohenlohe und Schwäbisch Hall.

Yvonne Tscherwitschke

Christian von Stetten soll auch nach der Bundestagswahl 2025 den Wahlkreis 268, also Hohenlohe und Schwäbisch Hall, in Berlin vertreten. So wollen es 98 der 114 anwesenden CDU-Mitglieder, die am Freitagabend in die Stadthalle Künzelsau gekommen sind. 109 der abgegebenen Stimmzettel waren gültig, es gab eine Gegenstimme und vier Enthaltungen.

Vor allem aber: großen Applaus. Vor der geheimen Wahl hatte Christian von Stetten (54) in 23 Minuten eine erste temporeiche Wahlkampfrede gehalten. Weitere werden folgen, ehe er zum Wahlkampf-Abschluss prominente Unterstützung bekommen. Möglicherweise braucht er die: Christian von Stetten selbst hat für eine Verkleinerung des Bundestags geworben und gestimmt. „Wir sind nicht mehr handlungsfähig“, kritisiert er einen 734-köpfigen Bundestag. Dass nach der Änderung der Regularien es nun möglich ist, dass direkt gewählte Kandidaten wegen zu schlechten Zweitstimmen-Ergebnisses doch nicht Einzug halten können ins Parlament, das ist ein Risiko, das von Stetten erst gar nicht kalkuliert: „Sie werden mich nicht auf der Landesliste finden, auf keinem Platz“, erklärt er. Und fügt hinzu: „Die Zweitstimmenkampagne der FDP ist allerdings damit dahin.“ Er sagt: „Unsere Aufgabe ist, die Ampel abzulösen.“ Bei Themen wie Migration und Bürgergeld brauche es dringend anderer Konzepte, rechnet er anhand des Beispiels einer vierköpfigen Familie vor. Dass der Mindestlohn von der Politik und nicht wie seither von Arbeitgebern und Arbeitnehmern festgelegt werden soll, behagt ihm nicht.

Der CDU-Abgeordnete ärgert sich über den stockenden A6-Ausbau

Noch mehr in Rage reden kann er sich beim Thema A6-Ausbau. Ein Thema, das ihn nahezu seit Beginn seines Abgeordnetenlebens begleitet – und weiter begleiten wird. Dass der grüne Verkehrsminister Baden-Württembergs, Winfried Hermann, just am Freitag verkündet hat, 2026 nicht mehr kandidieren zu wollen, ändert an dem auf baden-württembergischer Seite stockenden Autobahnausbau nichts mehr. Zwischenzeitlich hat der Bund die Planungs- und Finanzierungshoheit. „Während in Bayern schon gebaut ist, ist bei uns nicht einmal der Grunderwerb abgeschlossen“, ärgert er sich.

Welche Konsequenzen das für die Region hat, ist ihm bewusst. Er sei mittlerweile der einzige Abgeordnete in Hohenlohe, der noch in der Kommunalpolitik verankert sei, erklärt von Stetten. Seit 30 Jahren ist er im Kreistag und im Künzelsauer Gemeinderat, seit 2002 zudem im Bundestag. Joachim Scholz, Kreisvorsitzender der CDU in Hohenlohe und Bürgermeister in Schöntal, wie auch Tim Breitkreuz, sein Pendant im Landkreis Schwäbisch Hall, sichern ihrem Kandidaten vollste Unterstützung zu.