Kreistagswahl 2024
: Ergebnis im Landkreis Hall steht fest

Das vorläufige, amtliche Endergebnis ist da. Der Kreistag wächst um zwei auf 60 Sitze, 54 reguläre und sechs Ausgleichsmandate. Es gibt positive und negative Überraschungen, sowohl auf der Ebene der Fraktionen, Parteien und politischen Vereinigungen, als auch auf der persönlichen Ebene der Kandidierenden.
Von
Marcus Haas
Schwäbisch Hall
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Ergebnisse zur Kreistagswahl laufen aus den sieben Wahlkreisen ein: Kreisräte und Kreisverwaltung blicken am Montagabend im Wahlstudio im Landratsamt Schwäbisch Hall auf die Ergebnistafeln.

Ergebnisse zur Kreistagswahl laufen aus den sieben Wahlkreisen ein: Kreisräte und Kreisverwaltung blicken am Montagabend im Wahlstudio im Landratsamt Schwäbisch Hall auf die Ergebnistafeln.

Marcus Haas

Die Freien verlieren einen Sitz, bleiben aber mit 16 Sitzen stärkste Fraktion, vor der CDU. Die Christdemokraten gewinnen zwei Sitze dazu und werden mit 14 Sitzen zweitstärkste Fraktion im neuen Kreistag. Den größten Zuwachs erzielt die AfD, die sich fast verdreifacht, mit acht Sitzen deutlich Fraktionsstatus erreicht und damit gemeinsam mit den Grünen sowie ÖPD auf Position drei kommt - vorausgesetzt Grüne und ÖPD bilden wieder eine gemeinsame Fraktion.

Die Grünen verlieren drei Sitze und damit am deutlichsten. Die Sozialdemokraten haben im neuen Kreistag zwei Sitze weniger und sind noch mit sechs Kreisräten vertreten. Die FDP bleibt mit fünf Sitzen stabil, die Linke weiter mit einem Sitz drin. Neu dazu kommen: dieBasis und die Freie Wähler Vereinigung Kreßberg, mit jeweils einem Sitz.

Stimmenkönigin wird Jutta Niemann von den Grünen (8977 Stimmen). Stimmenkönig Dr. Christoph Grimmer von den Freien, der wie 2019 wieder insgesamt mit 13.727die meisten Stimmen erreicht, aber im Vergleich zu seinem Überfliegerergebnis vor fünf Jahren (17.596 Stimmen) deutlich verliert. Eine negative Überraschung erlebt beispielsweise Christfried Krause (AfD), der aus dem Kreistag fliegt. Er macht aber vorab im Wahlstudio deutlich, dass der Bürger entscheidet, dadurch die Welt nicht untergehe. Krause freut sich vielmehr über ein "optimales Wahlergebnis". Die AfD hat nun als Fraktion "ganz andere Möglichkeiten, um Anträge einzubringen", mehr Gestaltungsmöglichkeiten.

Am Montag gegen 17.45 Uhr im Wahlstudio: Eigentlich steht das Ergebnis schon fest, läuft lediglich noch die Plausibilitätsprüfung, Ergebnisse werden stichprobeweise beziehungsweise überschlagsmäßig kontrolliert, um festzustellen, ob das überhaupt plausibel, also annehmbar, einleuchtend oder nachvollziehbar sein kann oder nicht. Diese Prüfung dauert im Wahlkreis Schwäbisch Hall länger als geplant und im Wahlkreis Gaildorf wird ein Fehler entdeckt. Bedeutet: Die Bekanntgabe des vorläufigen, amtlichen Endergebnisses verzögert sich noch etwas.

Bereits klar ist: Die anwesenden Kreisräte Damian Komor, Isabell Rathgeb (beide CDU), Siegfried Trittner (Freie) und Stephen Brauer (FDP) haben es wieder in den Kreistag geschafft - zum Teil mit kräftigem Stimmenzuwachs.

Mit 23,91 Prozent haben die Grünen in der Stadt Schwäbisch Hall die Nase vorne, gefolgt von CDU (19,7), Freien (15,2) und SPD (12,3), FDP und AfD (jeweils 11,1).

Mit 29,5 Prozent liegen die Freien in Crailsheim auf Platz 1, gefolgt von der CDU mit 20,2 Prozent. Auf Platz 3 schiebt sich die AfD mit 16 Prozent. Dahinter folgen die SPD mit 13,3 und die Grünen mit 8,5 Prozent. Stimmenkönig für die Freien ist Christoph Grimmer mit 13 724 Stimmen (2019: 17 787 Stimmen). Die Wahlbeteiligung liegt in Crailsheim bei 48,8 Prozent.

In Gaildorf sind die Freien mit 30,1 Prozent deutlich vorne. Dann folgen CDU (18,3), SPD (18), AfD (14,1), FDP (7,6) und Grüne (5,5).

Deutlich vorne mit 37,7 Prozent liegt die CDU in Satteldorf. Die SPD rangiert mit 13,5 Prozent auf Platz 2 gefolgt von der AfD, die auf 13 Prozent kommt. Platz 4 erreichen die Freien mit 11,9 Prozent.

Insgesamt 400 Bewerberinnen und Bewerber und elf Wahlvorschläge wurden zur Kreistagswahl im Landkreis Schwäbisch Hall zugelassen. Freie, CDU, Bündnis90/Die Grünen, SPD, FDP, AfD, ÖDP, Die Linke, Freie Wählervereinigung Kreßberg, dieBasis, die Gerechtigkeitspartei - Team Todenhöfer schicken Kandidierende ins Rennen. Der Kreistag hat derzeit 58 Sitze - 52 Normsitze und sechs Sitze durch Ausgleichsmandate. Die Sitzzahl im neuen Kreistag wächst um zwei Normsitze auf 54, weil die Einwohnerzahl im Landkreis Schwäbisch Hall gestiegen ist. Durch Ausgleichsmandate können es maximal 64 Sitze werden.

Sieben Wahlkreise

Der Landkreis Schwäbisch Hall ist in sieben Wahlkreise eingeteilt. Die meisten Sitze behält der Wahlkreis 1 Schwäbisch Hall mit elf Sitzen, gefolgt vom Wahlkreis 5 Crailsheim mit neun Sitzen. Alle zusammengeschlossenen Wahlkreise Rosengarten (Wahlkreis 2 mit Braunsbach, Mainhardt, Michelbach/Bilz, Michelfeld, Rosengarten und Untermünkheim), Frankenhardt (Wahlkreis 4 mit Fichtenau, Frankenhardt, Kreßberg, Satteldorf, Stimpfach und Wallhausen), Ilshofen (Wahlkreis 6 mit Bühlertann, Bühlerzell, Ilshofen, Obersontheim, Vellberg und Wolpertshausen), und Schrozberg (Wahlkreis 7 mit Blaufelden, Gera­bronn, Kirchberg/Jagst, Langenburg, Rot am See und Schrozberg) erhalten nun jeweils sieben Sitze – mit Ausnahme des Wahlkreises Gaildorf (Wahlkreis 3 mit Fichtenberg, Gaildorf, Oberrot und Sulzbach-Laufen), der sechs Sitze behält.

Wahlstudios öffnen

Ein Wahlstudio öffnete am Montag, 10. Juni, im Landratsamt Schwäbisch Hall (Sitzungssaal 266 im zweiten Obergeschoss). Die Ergebnisse aus den Städten und Gemeinden und voraussichtlich das vorläufige Gesamtergebnis der Kreistagswahl werden im Wahlstudio von 15.30 bis 20 Uhr präsentiert.

So hat der Landkreis Schwäbisch Hall gewählt

Das Ergebnis aus Schwäbisch Hall:

Das Ergebnis aus Crailsheim:

Das Ergebnis aus Gaildorf:

Das Ergebnis aus der Gemeinde Satteldorf:

Das Ergebnis im Landkreis Schwäbisch Hall steht fest: