Reaktion auf AfD-Veranstaltung in Rottenburg: „Für Demokratie, Freiheit und Vielfalt“ – breites Bündnis ruft zur Kundgebung auf

Die AfD ist am Dienstagabend mit ihrem „Bürgerdialog“ in der Festhalle. Auf dem Eugen-Bolz-Platz beziehen Redner bei einer Kundgebung Gegenpositionen zum AfD-Progamm.
Carsten Koall/dpa- AfD-Veranstaltung in Rottenburg am 29. April um 19 Uhr, Thema "Bürgerdialog".
- Kundgebung gegen AfD-Programm um 18 Uhr auf dem Eugen-Bolz-Platz.
- Veranstalter: breites Bündnis aus Organisationen und Parteien, u.a. Grüne, SPD, CDU.
- Proteste vor der Festhalle erwartet, Stadtverwaltung und Polizei bereiten sich vor.
- Ziel der Kundgebung: Zeichen für Demokratie, Freiheit, Vielfalt setzen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Politisch Interessierte und Engagierte sollten sich den kommenden Dienstag, 29. April, ab 18 Uhr, im Kalender vermerken. Je nach Motivation und Standpunkt gibt es drei Orte, an denen diskutiert, Position bezogen und protestiert wird. Stadtverwaltung und Polizei bereiten sich derweil „auf verschiedene Szenarien“ vor, so ein Polizeisprecher.
Anlass ist eine Veranstaltung, zu der der AfD-Landesverband in die Festhalle einlädt. Unter dem Titel „Bürgerdialog“ soll es dort um Migration, Wirtschaft, Bildung und Wohnen gehen. Auf dem Veranstaltungs-Flyer werden 4 der 17 AfD-Abgeordnete des Stuttgarter Landtags angekündigt: Anton Baron (Wahlkreis Hohenlohe), Carola Wolle (Wahlkreis Neckarsulm), Hans-Peter Hörner (Wahlkreis Balingen) und Sandro Scheer (Wahlkreis Göppingen).
Für eine offene Gesellschaft
Die Ankündigung der AfD-Veranstaltung hat indes ein breites „Bündnis aus der Rottenburger Zivilgesellschaft und demokratischen Parteien“ auf den Plan gerufen, das eine „Kundgebung für Demokratie, Freiheit und Vielfalt“ eine Stunde vor Beginn der AfD-Veranstaltung organisiert hat: um 18 Uhr auf dem Eugen-Bolz-Platz. Zu den Organisatoren gehören unter anderem die Omas gegen Rechts, katholische und evangelische Kirchengemeinden, Vertreter von Grünen, SPD und CDU sowie der Integrationsbeirat. Der Vorstand des Integrationsbeirats hatte bereits vergangene Woche in einer Stellungnahme das Format der AfD-Bürgerdialoge kritisiert: Diese seien „Plattformen zur Verbreitung von Falschinformationen und extremistischen Positionen“.
Die Initiatoren der Kundgebung schreiben: „Solange die AfD zwar als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuft, aber nicht verboten ist, hat sie das Recht, solche Veranstaltungen abzuhalten. Zugleich ist es aber unser Recht als Demokratinnen und Demokraten, zu zeigen, dass wir in Rottenburg für andere Positionen stehen. Nämlich für eine offene Gesellschaft, für Freiheit, Demokratie und Vielfalt. Und für die unantastbare Menschenwürde, die für alle gilt, unabhängig von Hautfarbe, Sprache, Geschlecht, politischer oder religiöser Überzeugung, sexueller Orientierung.“ Um ein Zeichen für diese Werte zu setzen, seien alle Rottenburger Bürgerinnen und Bürger zu einer friedlichen Kundgebung eingeladen.
Der Eugen-Bolz-Platz als Veranstaltungsort, etwa 200 Meter entfernt von der Festhalle, sei bewusst gewählt. Man wollte nicht direkt vor die Festhalle, sagt Bettina Ahrens-Diez. Die SPD-Kreisvorsitzende gehört zum Organisations-Team der Kundgebung. „Es geht nicht darum, die Veranstaltung zu stören. Wir wollen unsere Positionen deutlich machen.“
Der dritte Schauplatz des Abends dürfte wohl der Platz vor der Festhalle sein. Nach Informationen des TAGBLATTs werden dort ebenfalls Proteste erwartet.

