Wer weiß denn sowas?
: Die Reutlinger Image-Kampagne landet in der ARD-Quizshow

Komiker Axel Stein und Elton sind schnell auf der richtigen Spur. Moderator Kai Pflaume empfiehlt einen Besuch auf dem Hausberg Achalm.
Von
Thomas de Marco
Reutlingen
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Die Reutlinger Marketing-Kampagne als Frage in der ARD-Quizshow "Wer weiß denn so was?"

Der Komiker Axel Stein (links) und Elton mussten nur kurz überlegen – dann entschieden sie sich für die enorm erfolgreiche Reutlinger Marketing-Aktion und holten sich 500 Euro.

Bildschirmfoto/Thomas de Marco
  • Reutlingens Image-Kampagne „Reutlingen lieben“ wurde in der ARD-Quizshow „Wer weiß denn sowas?“ erwähnt.
  • Komiker Axel Stein und Elton wählten die richtige Antwort und gewannen 500 Euro.
  • Die Kampagne sorgte bundesweit für Aufsehen mit provokanten Sprüchen.
  • Erarbeitet wurde sie von der Agentur „Die Kavallerie“ aus Tübingen.
  • Stadtmarketing-Chefin Anna Bierig berichtete von 190 Millionen erreichten Kontakten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Jetzt hat es die Image-Kampagne „Reutlingen lieben“ auch in eine Quizsendung im Fernsehen geschafft: Bei der Vorabend-Show „Wer weiß denn sowas“ in der ARD lautete am Mittwoch eine der Fragen: Wer steckt hinter den Plakaten mit Sprüchen wie „Leben, wo keiner Urlaub macht“? Als Antwortmöglichkeiten waren vorgegeben: Die NASA suchte damit Freiwillige für ihr Mars-Projekt, Island warb für freiwillige „Vulkan-Wächter“ oder die Stadt Reutlingen versuchte zu zeigen, wie liebenswert sie ist.

Komiker Axel Stein und Elton waren schnell auf der Reutlinger Spur – und ließen sich von der auch nicht mehr abbringen. Zumal Moderator Kai Pflaume andeutete, dass Tourismus-Werbung in Baden-Württemberg ja ohnehin Kult sei. Bei der Auflösung wurde erklärt, dass tatsächlich Reutlingen anscheinend eine Kampagne gegen sich selbst führte. Um dann aber wenige Tage später mit den zusätzlichen Plakat-Aufklebern „Reutlingen kann man nicht mögen, nur lieben“ das Miesmachen der Stadt ins Gegenteil zu verkehren. Moderator Pflaume kannte sich aus und gab sogar eine touristische Empfehlung: „Schön auf die Achalm gehen und Reutlingen sehen. Lohnt sich!“

Die Marketing-Aktion sorgt bundesweit für Wirbel

Gelohnt hat sich auch die Kampagne, die im Sommer des vergangenen Jahres vor dem Reutlinger Stadtfest auf Plakatwänden aufgetaucht war und für viel Irritation gesorgt hatte. Denn pointierte Sprüche wie „Das Reu in Reutlingen steht für bereuen“ oder „Wir müssen dir leider mitteilen: Du bist in Reutlingen“ erregte weit über die Stadt hinaus große Aufmerksamkeit und löste Erstaunen aus. Zusätzlich prangte auf jedem Plakat die Anmerkung: „Reutlingen kannst du nicht mögen.“

Die Aufklärung, wer hinter der Aktion steckt und was es mit ihr auf sich hat, folgte erst eine Woche später. Mit den provokanten Sprüchen hat das Reutlinger Stadtmarketing StaRT Mitte Juni 2024 nicht nur in der eigenen Stadt für ordentlichen Wirbel gesorgt, sondern sogar bundesweit. Überregionale Medien wie die „Tagesschau“, die „Bild“-Zeitung und der „Stern“ berichteten, in den sozialen Medien gingen die wenig schmeichelhaften Statements innerhalb kürzester Zeit viral.

Hinter dem Erfolg steckt eine Tübinger Agentur

Ein Erfolg, der nicht nur das Stadtmarketing überraschte, sondern auch die Agentur, die diese Kampagne ausgearbeitet hatte. Und die sitzt – ausgerechnet in Tübingen. Verantwortlich für die werbewirksamen Schmähsprüche in eigener Sache ist die Agentur „Die Kavallerie“. Wie kann die sich so erfolgreich über die Nachbarstadt lustig machen? Einige Mitarbeiter sind aus Reutlingen. Projektleiter Marius Mohr etwa, für den die Kampagne ein Herzensprojekt ist.

296 Artikel wurden bundesweit über diese Marketingkampagne in klassischen Medien veröffentlicht, bilanzierte Stadtmarketing-Chefin Anna Bierig etwa einen Monat nach dem Start. Mit dieser überwältigenden Resonanz habe Reutlingen 190 Millionen Kontakte erreicht. Reutlingerinnen und Reutlinger wurden außerdem aufgerufen, ihre ganz persönliche Liebesgeschichte zur Stadt zu erzählen – allein beim Stadtfest im vergangenen Jahr gingen rund 300 Geschichten ein.