Selbstironische Marketingkampagne
: „Wir müssen dir leider mitteilen: Du bist in Reutlingen“

In Reutlingen verkünden seit Dienstag, 11. Juni, Plakate, dass die Stadt wenig zu bieten hat. Die Kampagne ist seither in aller Munde.
Von
Maik Wilke
Reutlingen
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Diese Plakate mit dem Slogan „Reutlingen kannst du nicht mögen“ sind überall zu finden, vor allem in der Nähe von Bahnhöfen und Bushaltestellen.

Dimitri Drofitsch

Es sind Sprüche, die verwundern: „Das ACH in Achalm ist ein trauriger Seufzer“, „Das REU in Reutlingen steht für Bereuen“, „Nichts ist so langweilig, wie ein aufregender Tag in Reutlingen“. Oder auch: „Wir müssen dir leider mitteilen: Du bist in Reutlingen“. Die Sprüche sind vielfältig, manche kreativ und manche witzig – beispielsweise „Große Achalm, nichts dahinter“. Was die Sätze vereint, ist der kleingedruckte Slogan „Reutlingen kannst du nicht mögen“.

Überall in Reutlingen hängen seit Dienstag, 11. Juni 2024, diese Anti-Reutlingen-Plakate. Oder werden auf digitalen Schaltflächen angezeigt. Die Sprüche sind aktuell in aller Munde. Was dahintersteckt? In Facebook-Gruppen wurde das bereits am Dienstagabend heftig diskutiert: Wollen andere Städte Reutlingen schaden? Macht sich da jemand absichtlich über die Achalmstadt lustig?

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Was steckt hinter den Anti-Reutlingen-Plakaten?

Dimitri Drofitsch

Stadt und StaRT offenbaren das Geheimnis am Montag

Die Antwort: Ja. Die Stadtverwaltung und das Stadtmarketing (StaRT) selbst haben diese Kampagne gestartet. Warum man sich für diese Art Marketing entschieden hat? Dazu sagen sowohl Stadtverwaltung als auch Stadtmarketing noch nichts – das Geheimnis wird am Montag, 17. Juni, in einer Pressekonferenz offenbart.

Schon jetzt dürfte klar sein: Reutlingen geht mit dieser Anti-Reutlingen-Kampagne einen mutigen Schritt und möchte polarisieren. Das klappt: In Kommentaren auf Facebook gehen die Meinungen weit auseinander. Von „beste Kampagne ever“ über „Nur weil die Plakate nun überall hängen und eine Menge Geld verblasen wurde, mag ich Reutlingen jetzt mehr?“ bis zu „Zeit für eine neue Agentur, liebe Stadt“. Überwiegend sind die Kommentare negativ und es wird diskutiert, wie lebenswert die Stadt wirklich noch ist.

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Ob Gäste sich damit willkommen fühlen?

Dimitri Drofitsch

Die Ironie in den Plakatsprüchen polarisiert – viele dürften schon neugierig sein, wie Stadt und Stadtmarketing die Kampagne erklären.

Werbung für Kommunen oder Bundesländer spielt oft mit Vorurteilen, so etwa die Baden-Württemberg-Kampagne "Wir können alles. Außer Hochdeutsch". Die Nachfolgekampagne stellt den Südwesten als "The Länd" vor und stieß auf geteilte Meinungen, auch in Reutlingen.