Weindorf 2026 eröffnet
: Es ist wieder Reutlinger Herbst! Hier kennt man den Erfinder

Sieben Lauben und 3500 Sitzplätze: Das Weindorf rund um die Marienkirche ist offiziell eröffnet. Oberbürgermeister Thomas Keck blickt zurück auf die Premiere vor 40 Jahren.
Von
Katja Länge
Reutlingen
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Zum 39. „Reutlinger Herbst“ begrüßen Weindorfchefin Regine Vohrer und Oberbürgermeister Thomas Keck die Wirte, ihre Mitarbeiter und die zahlreichen Besucher.

Zum 39. „Reutlinger Herbst“ begrüßen Weindorfchefin Regine Vohrer und Oberbürgermeister Thomas Keck die Wirte, ihre Mitarbeiter und die zahlreichen Besucher.

Dimitri Drofitsch
  • Reutlinger Herbst eröffnet: Weindorf rund um die Marienkirche startet zum 39. Mal.
  • OB Thomas Keck erinnert an die Premiere vor 40 Jahren und würdigt Julius Vohrer als Initiator.
  • Sieben Lauben, rund 3.500 Sitzplätze und über 300 Weine – dazu schwäbische Küche.
  • Neuheiten: Boss-Bar mit Kessler-Sekt und Comeback des „Wine-Carrier“ in neuem Design.
  • Öffnungszeiten und Programm: Lauben ab 17 Uhr, Mittagstisch ausgewählter Lauben, Livemusik ab 19 Uhr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Wir laden euch ein zum gemütlichen Hocka, ein Hoch auf das Weindorf mit Trollinger trocka.“ Mit diesem Reim stimmt Oberbürgermeister Thomas Keck die fünfte Jahreszeit, den „Reutlinger Herbst“, ein: Für die nächsten zwei Wochen beheimatet die Stadt das Weindorf am Fuße der Marienkirche.

„Das Zitat stammt von einer der drei Stuttgarter Persönlichkeiten, die sich die Erfindung des dortigen Weindorfs auf die Fahnen geschrieben hatten“, löst Keck auf, der bereits im achten Jahr die Auftaktsrede zum Weindorf gibt. Ja, in Reutlingen kann man gut mit Zahlen und weiß genau, dass der Reutlinger Herbst heuer zum 39. Mal stattfindet. Anders war das in der Landeshauptstadt der Fall: Bevor man offiziell zum 50. Stuttgarter Weindorf einladen konnte, musste erst geklärt werden, wer der Erfinder ist und wann zum ersten Mal gefeiert wurde.

Der Erfinder ist klar

Nicht nur sei das Weindorf in Reutlingen ohnehin schöner, vielseitiger und gemütlicher, führt Keck seinen Seitenhieb weiter aus, hier wisse man auch ganz genau, wer der Erfinder ist: „Julius Vohrer war’s, Kommunalpolitiker und Küfermeister, Geschäftsmann und Genussmensch – und vor allem unvergessen, obwohl er schon vor über 13 Jahren von uns gegangen ist“, gedenkt Keck des Initiators und richtet sich an Regine Vohrer. Sie ist die Organisationschefin hinter dem Weindorf, die die Veranstaltung im Namen ihres Ehemanns bewahrt und auch weiterentwickelt.

Also zu den Daten, die in Reutlingen genau festgehalten wurden: Vor 40 Jahren, am 19. September 1986, fand in der Kreisstadt erstmals der „Reutlinger Herbst“ statt. Dass nun erst zum 39. Weindorf geladen wird, ist den beiden Pandemiejahren 2020 und 2021 geschuldet, in denen die Veranstaltung ausfiel. Das Jubiläumsjahr stehe also noch bevor.

Bereits zur Premiere des Weinfests habe es ansprechende Lauben gegeben, in denen edle Tropfen ausgeschenkt und passende Leckereien angeboten wurden. „Im Vergleich zu Stuttgart ist das Reutlinger Weindorf zwar kleiner, dafür aber umso feiner“, stichelt Keck weiter.

Die Weindorf-Rückkehrer

Auch in diesem Jahr haben sich die Gastronomen der sieben Lauben wieder einige Neuigkeiten überlegt. Etwa die Boss-Bar, in der Kessler-Sekt aus der ehemaligen Reichsstadt Esslingen ausgeschenkt wird. Doch auch Altbekanntes kehrt nun in neuer Form zurück: Das Bad Uracher Graf-Eberhard-Hotel schlägt nach 20 Jahren Abstinenz mit der Grafenlaube auf (wir berichteten). Sein großes Comeback erlebt zudem der lederne Weinglashalter – „heutzutage natürlich mit dem zeitgemäßen Titel ‚Wine-Carrier‘ und in deutlich schickerem Design“, so Keck, der den Gästen die Anschaffung empfiehlt und vom Ablegen in den nächsten beiden Wochen abrät.

Weinhalter Weindorf Reutlingen 2026 Wine-Carrier Reutlinger Herbst

Der lederne Weinhalter wie er auf dem Weindorf Reutlingen Tradtion hat, kommt in diesem Jahr als „Wine-Carrier“ in neuem Design zurück.

Maik Wilke

Ansonsten seien es die bewährten Zutaten, auf die die Gastgeberfamilien wieder setzen, sagt der Oberbürgermeister und zählt auf: „Dazu gehören rund 3.500 gemütliche Sitzplätze, weit über 300 badische, württembergische und Weine aus den europäischen Nachbarländern, Champagner, Sekte und Cocktails mit und ohne Alkohol, kulinarische Gaumenfreuden von A wie Apfelstrudel bis Z wie Zwiebelrostbraten.“

Und um dieses Angebot aufrechtzuerhalten, braucht es die Wirtinnen und Wirte, die neben Herzblut auch viel Geld in die Hand nehmen, um das Weindorf zu bewirtschaften, wie Keck dankend hervorhebt. „Sie stehen vor immer mehr Gästen, die den sprichwörtlichen Gürtel enger schnallen müssen, und müssen mit Augenmaß kalkulieren. Umso mehr weiß ich Ihre Entschlossenheit zu schätzen, uns auch in diesem Jahr wieder in Ihre Lauben einzuladen.“

Neu ist in diesem Jahr auch die Hugo-Boss-Bar neben der Ermstallaube. Sie wird betrieben vom Hotel Schwanen in Metzingen.

Neu ist in diesem Jahr auch die Hugo-Boss-Bar neben der Ermstallaube, in der Kessler-Sekt ausgeschenkt wird. Sie wird betrieben vom Hotel Schwanen aus Metzingen.

Dimitri Drofitsch

In den Lauben und auch sonst gelte auf dem Weindorf das Motto: „Die Leute sind das Programm.“ Damit gemeint ist, dass gute Gespräche mit Freunden im Vordergrund stehen, und Live-Musik diese entspannte Atmosphäre unaufdringlich untermale. Da wünscht sich der OB schon fast, das Weindorf ginge bis zum 12. Dezember – so rutscht es ihm zumindest heraus, und Vohrer weist darauf hin, dass derselbe Versprecher schon im Vorjahr für ein Auflachen bei den Gästen sorgte. „Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens“, entgegnet Keck mit einem Lachen. Mit einem Prosit und dem Weindorflied- Ständchen, begleitet vom „Stauferland Duo“, ist der Reutlinger Herbst offiziell angeklungen.

Öffnungszeiten, Mittagstisch und Fassrollen: Das Weindorf-Programm in der Übersicht

Der 39. Reutlinger Herbst hat begonnen. Von Mittwoch, 26. August, bis zum Samstag, 12. September, werden in sieben Lauben herzhafte schwäbische Gerichte und mehr als 300 Weine angeboten. Die sieben Lauben werden bewirtet von: dem Café Sommer, dem Joli und der Wein-Agentur Julius Vohrer aus Reutlingen, dem Biosphärenhotel Graf Eberhard aus Bad Urach, dem Hotel-Restaurant Schwanen und dem Stausee-Hotel aus Metzingen sowie dem Hotel-Restaurant Forellenhof Rössle aus Honau.

Mittagstisch ab 11 Uhr bieten die Sommerlaube und die Rössle-Laube. Geöffnet sind alle Lauben ansonsten von 17 bis 23 Uhr; sonntags und montags bleibt das Weindorf geschlossen. Das Fassrollen findet am Freitag, 4. September, ab 18 Uhr statt, freitags und samstags ist Dirndl- und Lederhosen-Tag und Livemusik gibt es abends ab 19 Uhr in den Lauben.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr wird am Samstag, 29. August, 13 Uhr, der 2. Echaz-Cup des Weindorfs ausgetragen. Veranstalter ist der Skatclub Achalm-Buben, Turnierort ist die Rössle-Laube. Gespielt werden zwei Serien, das Startgeld beträgt 15 Euro plus 1 Euro Kartengeld, verlorene Spiele kosten 1 Euro. Nach 40 Teilnehmenden im Vorjahr gibt es diesmal eine Neuerung: Neben der Einzelwertung wird erstmals eine Mannschaftswertung für Jedermann ausgetragen, bei der vierköpfige Teams für 20 Euro Startgeld antreten – Anmeldung dafür bis spätestens 28. August, per E-Mail an iwanek@iwanek.de oder an lapicolla@t-online.de. In der zweiten Serie wartet zudem ein Glückspreis, unabhängig von der Punktewertung. Dank Sponsoren winken Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von über 1000 Euro. Um Anmeldung wird gebeten: per Mail oder vor Ort bis 12.40 Uhr.