Ware ohne Kühlung: Wie gefährlich ist ein Stromausfall für die Lebensmittel in der Kühltruhe?

Was passiert mit den Lebensmitteln in der Kühltruhe, wenn der Strom mehrere Stunden lang ausfällt? Experten geben Entwarnung.
Sven Hoppe/dpa/Symbolbild- Stromausfall bei Reutlingen in der Nacht auf Montag – bis zu vier Stunden ohne Energie.
- Experten beruhigen: Gefrorene Ware hält meist, moderne Truhen bis zu 50 Stunden.
- EnBW empfiehlt: Kühlschrank möglichst geschlossen halten und danach Fleisch prüfen.
- Angetautes aus dem Gefrierfach sollte spätestens am nächsten Tag zubereitet werden.
- Edeka misst Temperaturen, lagert Ware in Kühlhäuser um und entsorgt bei Kettenbruch.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Über mehrere Stunden ist im Raum Reutlingen in der Nacht auf Montag der Strom ausgefallen. Viele besorgte Bürgerinnen und Bürger fragen sich: Was bedeutet das für die Lebensmittel in der Tiefkühltruhe, wenn der Strom stundenlang wegbleibt?
Um 1.45 Uhr ist ein großes Umspannwerk im Reutlinger Gewerbegebiet Mark-West ausgefallen. Erst um 6 Uhr morgens hatte der Großteil der rund 20.000 betroffenen Haushalte wieder Energie. Sorgen um die Lebensmittel in der Tiefkühltruhe müsse sich nach den rund vier Stunden aber niemand machen, sagt Richard Huber vom Netzbetreiber Netz-BW: „Eine Unterbrechung von acht Stunden macht gar nichts aus. Neuere Geräte verkraften sogar eine noch längere Stromunterbrechung“, sagt Huber. Er leitet bei Netz-BW sowohl den Netzbetrieb als auch das Notfallmanagement.
Moderne Geräte können bis zu 50 Stunden ohne Strom bleiben
Der Energieversorger EnBW gibt für einen Stromausfall folgende Tipps: „Auch ohne Strom hält der Kühlschrank die Lebensmittel für mindestens fünf Stunden kühl. Damit sie möglichst lange frisch bleiben, sollten Sie die Kühlschranktür nur öffnen, wenn Sie etwas entnehmen wollen.“ Nach Ende des Stromausfalls solle überprüft werden, ob Lebensmittel (insbesondere Fleisch) im Gefrierfach angetaut sind – diese sollten dann spätestens am nächsten Tag zubereitet werden.
Im Gegensatz zu Kühlschränken hält laut EnBW ein Gefrierschrank oder eine Tiefkühltruhe die Kälte noch weitaus länger: Moderne Geräte könnten die Ware bei einem Stromausfall sogar bis zu 50 Stunden gefroren halten. Der Energieversorger Wien Energie geht davon aus, dass ein Gefrierfach bis zu 24 Stunden die notwendige Temperatur für die gefrorenen Lebensmittel halten kann und rechnet bei einer Tiefkühltruhe ebenfalls mit bis zu 50 Stunden ausreichender Leistung. „Je neuer und energieeffizienter das Gerät, desto besser die Kältehaltung“, erklärt der Energieversorger der österreichischen Hauptstadt.
Bis auf den Edeka-Markt in der Reutlinger Kreisgemeinde Wannweil konnten am Montagvormittag alle Märkte in der Region wie gewohnt öffnen, erklärt Pressesprecher Christhard Deutscher von Edeka Südwest. Grundsätzlich gelte: „Im Fall eines Stromausfalls wird gemäß einem standardisierten Vorgehen bei kühlpflichtiger Ware die aktuelle Temperatur gemessen. Artikel, die nicht Gefahr laufen, die vorgeschriebenen Werte zu überschreiten, werden von den Truhen und Regalen im Markt in Kühlhäuser umgelagert. Letztere halten die Temperatur deutlich länger“, sagt Deutscher.
Die Bevölkerung hat Vorrang vor Gewerbebetrieben
Beim Zurückräumen der Ware in die Kühlmöbel im Markt werde die Temperatur erneut gemessen. „Artikel, bei denen die Kühlkette unterbrochen wurde, werden bestimmungsgemäß entsorgt“, erklärt der Pressesprecher von Edeka Südwest.
Die Netzbetreiber haben nach dem Blackout von Montag der Stromversorgung von privaten Haushalten den Vorrang eingeräumt. „Wir haben erst die Bevölkerung wieder mit Strom versorgt und erst danach gewerbliche Betriebe“, sagt Jens Balcerek, der Geschäftsführer der Reutlinger Stadtwerke.
