Reutlinger Weindorf: Volle Lauben an den Wochenenden

Zum Wohl: Die Reutlinger genießen ihr Weindorf, vor allem an den Freitag- und Samstagabenden sind die Lauben voll.
Dimitri Drofitsch- Das Reutlinger Weindorf trotz regnerischem Wetter gut besucht, vor allem an Wochenendabenden.
- Terrorsperren erstmals im Einsatz – Gäste fühlen sich sicher, Kritik bleibt aus.
- Alkoholfreier Wein wird getestet, doch Nachfrage bleibt gering.
- Spontane Sonntagsöffnungen ausgeschlossen – hoher Aufwand und Ruhetage nötig.
- Weindorf endet am Samstag, 13. September, mit Skat-Turnier in der Rössle-Laube.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
22 Grad und trocken. Das sind die optimalen Bedingungen für die Weindorfwirte. Doch dieses „durstige Wetter“ gab es an den bisherigen elf Weindorftagen nur selten. „Eigentlich hatten wir bis auf vergangenen Samstag immer mindestens einen Regenschauer. Das Wetter ist dieses Jahr also eine Herausforderung“, sagt Lucas Burth von der Joli-Laube. Eine Herausforderung, der sich die Wirte jedoch gerne stellen – und von den Schauern lassen sich die meisten Gäste nicht aufhalten.
Die beiden Abende am vergangenen Freitag und Samstag, 5. und 6. September, waren laut Burth ein starkes Wochenende. Weindorf-Organisatorin Regine Vohrer spricht im Gespräch mit unserer Zeitung von „außergewöhnlich starken Tagen“. Ob man die avisierten 35.000 Besucher aus dem Vorjahr erreicht? „Fragen Sie mich das am Samstagabend“, sagt Vohrer und lacht. Noch stehen drei umsatzstarke Tage an, am letzten Weindorf-Wochenende sollten die Lauben (und die Stehtische davor) nochmal richtig gut besucht sein. Dann, am späten Samstagabend, geht der 38. Reutlinger Herbst zu Ende.
Terrorsperren sind kaum Thema
Die 38. Auflage ist die erste, bei der Terrorsperren die Lauben rund um die Marienkirche sichern. Als die Stadt diese Zufahrtssperren im Mai für 260.000 Euro bestellen wollte, diskutierten einige Gemeinderäte über den Sinn dieser Maßnahme – und ob diese Sperren nicht erst recht ein mulmiges Gefühl bei Großevents in der Stadt auslösen könnten. Diese Befürchtung hat sich zumindest beim Weindorf nicht bestätigt, sondern das Gegenteil. „Der Tenor unter den Gästen ist eher: Schade, dass wir sie brauchen, aber man fühlt sich sicher“, sagt Larissa Maier von der Laube des Forellenhofs Rössle. Auf dem Weibermarkt platziert, füllt sich die Metzgerstraße vor der Rössle-Laube. Maier und ihre Kolleginnen und Kollegen haben also einen guten Blick auf das Geschehen. Dass Besucher die Meinung hätten, die Terrorsperren seien übertrieben, nehme sie nicht wahr.
Ähnlich äußern sich auch Burth, dessen Joli-Laube hinter einer Sperre in der Wilhelmstraße steht, und Vohrer. In der Organisation erfordern die mobilen Zufahrtssperren des Typs „Armis One“ mehr Absprache; vor allem für die Anlieferung der Waren. „Das wird sich aber noch einruckeln in den nächsten Jahren“, ist Vohrer überzeugt.
Alkoholfreier Wein: viele probieren mal ein Glas
Sicheres Feiern mit bester Stimmung. In den Lauben herrscht trotz unbeständigem Wetter beständig gute Laune. Das sagen alle Wirte. In der Joli-Laube läuft der „Frozen Wine“ erneut sehr gut – „mit mehr Sonnenschein und fünf Grad mehr würde er noch besser laufen“, sagt Burth und lächelt. Dass alkoholfreier Wein im Trend liegt, lässt sich auf dem Reutlinger Weindorf nur bedingt bestätigen. Ja, es gibt eine Nachfrage; diese scheint aber überschaubar zu sein. „Es gibt einige, die mal einen alkoholfreien Wein probieren möchte“, sagt Larissa Maier. „Sie trinken dann ein oder vielleicht noch ein zweites Glas.“ Ganze Flaschen werden aber selten verkauft.
Eine Person, die sich ebenfalls mal am alkoholfreien Wein versucht hat, ist Weindorf-Chefin Regine Vohrer selbst. Und wie fällt ihr Urteil aus? Die meisten haben sie nicht wirklich überzeugt, „aber es gibt einen Sauvignon, der hat mich echt erstaunt. Da hätte ich kaum gemerkt, dass er alkoholfrei ist; weder von der Farbe, der Klarheit noch vom Geschmack.“
Sonntags spontan öffnen? Eher keine Option
Dass die Lauben spontan auf das Wetter reagieren und beispielsweise doch an einem sonnigen Sonntag öffnen, sei aktuell keine Idee. Zu groß ist der Aufwand, zu gering der Mehrwert. „Wir brauchen ja mindestens acht Leute, um die Arbeit zu stemmen“, sagt Larissa Maier. „Außerdem haben sich die Gäste auch daran gewöhnt, dass sonntags und montags zu ist.“ Ähnlich sieht es Lucas Burth, der an sein Personal denkt. „Man darf nicht vergessen: Die Weindorftage bedeuten harte Arbeit für die Mitarbeiter. Jeden Tag die Garnituren auf- und abbauen, Ausschank bis spät in den Abend. Da sind die zwei Ruhetage wichtig.“
Für die Wirte wäre es nach dem bisher durchwachsenen Wetter wünschenswert, wenn es an den letzten drei Abenden trocken bleibt. Nochmal volle Lauben und umsatzstarke Besucherzahlen. Ein Blick auf die Vorhersage: Schauer lassen sich wohl erneut nicht ganz ausschließen, doch zumindest die angekündigten 21 Grad entsprechen dem „durstigen Wetter“.
Letzte Weindorf-Abende und ein Skat-Turnier
Die Lauben der sieben Weindorfwirte sind noch bis Samstag, 13. September, von 17 bis 23 Uhr geöffnet. Am Samstag startet um 12.30 Uhr in der Laube vom „Rössle“ der 1. Echaz-Cup, ein Skat-Turnier für alle. Einzelspieler sowie Teams können sich unter iwanek@iwanek.de und rainer.gruenenwald@t-online.de anmelden.






