Reutlinger Herbst
: Hoch die Gläser – das Weindorf ist eröffnet

Mit einem Klirren ihrer Gläser eröffneten Organisatorin Regine Vohrer und Oberbürgermeister Thomas Keck am Mittwoch das Reutlinger Weindorf. Gäste können sich nun bis zum 13. September kulinarisch verwöhnen lassen.
Von
Maik Wilke
Reutlingen
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Reutlinger Weindorf 38. Reutlinger Herbst Keck Vohrer

Mit bester Laune eröffneten Oberbürgermeister Thomas Keck und Organisatorin Regine Vohrer das 38. Reutlinger Weindorf.

Dimitri Drofitsch
  • Das 38. Reutlinger Weindorf hat am Mittwoch eröffnet und läuft bis zum 13. September.
  • Highlights: Weine, Speisen von Apfelstrudel bis Zwiebelrostbraten und Livemusik ohne Verstärker.
  • Rund 3000 Sitzplätze um die Marienkirche; 2022 kamen etwa 35.000 Besucher.
  • Neu: Terrorsperren in Wilhelm-, Metzger- und Oberamteistraße für erhöhte Sicherheit.
  • Events: Fassrollen am 5. September, Julius-Vohrer-Preis am 3. September, Skat-Turnier am 13. September.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ganz so alt wie die 92-jährige, britische Schauspielerin Joan Collins ist das Reutlinger Weindorf noch nicht. Aber: „Alter ist nur eine Zahl. Vollkommen irrelevant – außer man ist eine Flasche Wein.“ Mit diesen Worten zitierte Oberbürgermeister Thomas Keck am frühen Mittwochabend Collins und eröffnete gemeinsam mit Weindorf-Chefin Regine Vohrer den 38. Reutlinger Herbst.

Die Lauben bieten während dieser „speziellen fünften Jahreszeit“, so Keck, erneut kulinarisches Verwöhnprogramm von A wie Apfelstrudel bis Z wie Zwiebelrostbraten – und natürlich mit vielen Weinen. Dass Genießer aus Reutlingen und der Region jedes Jahr die Lauben besuchen können, sei nicht selbstverständlich. In schwierigen Zeiten für die Gastronomie mit Personalmangel und steigenden Kosten lobte Keck ausdrücklich die sieben Wirtsfamilien und deren Teams dafür, „dass Sie dieses unternehmerische Risiko auf sich nehmen. Dass Sie Herzblut und Geld in das Reutlinger Weindorf investieren.“ Zumal sich manche Bürger angesichts der Finanzkrise „den Restaurantbesuch vom Mund absparen“.

Ablenken von der Wirtschaftskrise

Von den schlechten Nachrichten aus der lokalen Wirtschaft – Keck nannte die 1100 gefährdeten Stellen bei Bosch sowie die Massenentlassung bei der Porsche-Tochter Cellforce – könne der Reutlinger Herbst zumindest ablenken und den Gästen positive, unvergessliche Stunden schenken.

Wenige Stunden der ganz viele? Oberbürgermeister Keck scheint Lust aufs Weindorf zu haben, wie ein amüsanter Versprecher zeigte. Demnach seien die Lauben nun bis zum 13. Dezember geöffnet. Auf den kleinen Fauxpas hingewiesen, sagte Keck: „Da war wohl der Wunsch Vater des Gedankens. Dann könnten wir direkt vom Kelternwein zum Glühwein übergehen.“

3000 überdachte Sitzplätze rund um die Marienkirche

Rund 3000 überdachte Sitzplätze warten rund um die Marienkirche auf die Gäste, im vergangenen Jahr kamen um die 35.000 Besucherinnen und Besucher zum Weindorf. Neu sind in diesem Jahr die Terrorsperren, die in Wilhelm-, Metzger- und Oberamteistraße aufgestellt wurden. Regine Vohrer sprach von einem komplizierteren Aufbau als sonst. „Leider brauchen wir diese Sperren heutzutage. Aber wir sind froh, dass wir sie haben.“

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Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung vom Stauferland-Duo. Auch während an den Weindorf-Abenden gibt es Livemusik in den lauben; immer ohne Verstärker.

Dimitri Drofitsch

Das sind die sieben Wirte: Beim Forellenhof „Rössle“ ist der Name Programm: In der Laube gibt es Forellenspezialitäten, aber auch ein großes Vesperbrett für mehrere Personen. Die „Sommerlaube“ vom Café Sommer setzt auf seine Klassiker um den Zwiebelrostbraten, serviert aber auch vegetarische Gerichte. Beide Betriebe bieten an den Öffnungstagen jeweils auch von 11 Uhr an Mittagstisch. Das Metzinger Hotel „Schwanen“ und das „Stauseehotel“ Glems betreiben zusammen die „Ermstallaube“ und setzen auf ihre regionale Kochkunst sowie üppige Vesperteller. Der Reutlinger Gastronom Uwe Grauer hofft mit seiner „Joli-Laube“ auf gutes Wetter, um seinen „frozen Wein“ und als neuen Nachtisch Kaiserschmarrn servieren zu können. Die Gutsgaststätte „Alteburg“ ist Spezialist für Wildgerichte, vor allem ihre Wildschwein-Döner-Bowl ist ein Renner – jetzt auch in veganer Variante. Vohrers Küferzelt serviert ausschließlich Speisen und Weine aus Baden-Württemberg und der Region.

Egal, wo sich die Gäste ein Plätzchen aussuchen: „Die Menschen sind das Programm“, sagte Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck. Freunde treffen, mit der Familie ausgehen, alten Bekannten begegnen – das Weindorf ist auch in der 38. Auflage das Lieblingsfest der Reutlinger.

Fassrollen am 5. September, Skat-Turnier am 13. September

Geöffnet ist der Laubenzauber von Dienstag bis Samstag jeweils von 17 bis 23 Uhr, die Sommerlaube und der Rösslewirt servieren an den Öffnungstagen bereits um 11 Uhr Mittagessen. Sonntag und Montag bleibt das Reutlinger Weindorf geschlossen. Am 3. September wird um 18.30 Uhr der Julius-Vohrer-Preis für bürgerschaftliches Engagement verliehen. Am 5. September beginnt um 18 Uhr das Fassrollen mit den Feuerwehren aus Aarau und Reutlingen sowie den Weindorfwirten.

Am 13. September startet um 12.30 Uhr in der Laube vom „Rössle“ der 1. Echaz-Cup, ein Skat-Turnier für alle. Einzelspieler sowie Teams können sich unter iwanek@iwanek.de und rainer.gruenenwald@t-online.de anmelden.

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