Regional-Stadtbahn in Reutlingen: Keine bösen Überraschungen – Betriebshof auf Kurs

Seit mehr als 25 Jahren liegt der ehemalige Güterbahnhof in Reutlingen brach und wird lediglich als Lager- und Abstellfläche genutzt. Mit dem künftigen Betriebshof der Regional-Stadtbahn soll sich das ändern.
Dimitri Drofitsch- Betriebshof der Regional-Stadtbahn entsteht am ehemaligen Güterbahnhof in Reutlingen.
- Baugrund wird nach Gehölzschnitt und Artenschutzmaßnahmen untersucht – Zeitplan gilt.
- Voruntersuchungen brachten keine negativen Befunde, Bohrungen dauern etwa vier Wochen.
- Kostenansatz bleibt bei 121 Mio. Euro, neue Fortschreibung nach der Entwurfsplanung Ende des Jahres.
- Bürgerinfo mit Rundgängen am Mittwoch, 15. Juli, ab 18 Uhr am Zugang Sondelfinger Straße 8.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Betriebshof der Regional-Stadtbahn soll den „Unort“, wie Stadtplaner Stefan Dvorak sagte, in ein Vorzeigeareal verwandeln. Entlang der Sondelfinger Straße in Reutlingen soll auf dem Gelände des ehemaligen Güter- und Containerbahnhofs das Herzstück des Tram-Train-Netzes entstehen. Die zentrale Lage, der direkte Anschluss an die bestehenden Gleise der Neckar-Alb-Bahn, die Widmung der Fläche, die eisenbahnaffine Nutzungen vorgibt: „Alles spricht dafür, dass das der beste Ort für den Betriebshof ist“, betonte Zweckverbands-Geschäftsführer Prof. Tobias Bernecker bei einer Vor-Ort-Besichtigung im Juli 2025.
Nun, etwa ein Jahr später, lädt der Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb Bürgerinnen und Bürger erneut dazu ein, sich ein Bild von den Arbeiten auf dem Gelände des künftigen Betriebshofs zu machen (siehe Infokasten). An mehreren Themenstationen informieren Fachleute über die unterschiedlichen Aspekte des Projekts. Besucherinnen und Besucher erhalten unter anderem Einblicke in die aktuelle Planung des Betriebshofs, neue Visualisierungen der Gebäude sowie Informationen zur städtebaulichen Einbindung des Standorts. Denn während die beteiligten Kommunen an der Finanzierung arbeiten, laufen auf dem Areal parallel wichtige Vorbereitungen.
Keine negativen Erkenntnisse bei den Voruntersuchungen
Nach einem Gehölzschnitt und Artenschutzmaßnahmen wird seit gut einer Woche der Baugrund untersucht. „Die beauftragte Burkhardt GmbH aus Neuweiler nimmt dafür mehrere verschiedene Bohrungen vor“, erklärt der Zweckverband in einer Mitteilung. Die Bohrungen dienen dazu, die bereits gewonnenen Erkenntnisse zu verifizieren, weiter zu präzisieren und die Tragfähigkeit des Untergrunds zu erkunden, damit die Gebäude anschließend sicher gebaut werden können. Der geotechnische Bericht ist notwendig für die Planung der Gebäude und technischen Anlagen des künftigen Betriebshofs, unter anderem Verwaltungsgebäude, Gleisanlagen und Werkstattgebäude. Die Arbeiten werden wohl noch im Juli abgeschlossen.
Positiv für die Kommunen und den Zweckverband: „Die Voruntersuchungen haben bislang keine Erkenntnisse erbracht, die den Planungsfortschritt negativ beeinflussen könnten oder umfassende Planänderungen erforderlich machen würden“, erklärt Zweckverbandssprecherin Andrea Müller auf Anfrage unserer Zeitung. Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Bei den Bohrungen, die wohl vier Wochen dauern werden, erwartet der Zweckverband ebenfalls keine Ergebnisse, die das Projekt aufhalten könnten. Während der Bohrarbeiten ist tagsüber mit moderatem Lärmaufkommen zu rechnen. Entlang der Sondelfinger Straße kann es durch das Aufstellen der Bohrgeräte zeitweise zu einer geänderten Verkehrsführung für den Radverkehr kommen, die dann vor Ort ausgeschildert wird.
Neue Kostenrechnung soll Ende des Jahres folgen
Werkstatthalle, Waschhalle, Abstellhalle, Lagerräume und Verwaltungsgebäude: Der Betriebshof soll Ende 2029 seinen Betrieb aufnehmen. Hier werden bis zu 52 Fahrzeuge gewartet, instand gehalten und abgestellt, um stets zuverlässig unterwegs zu sein.
Bisher ging der Zweckverband davon aus, dass Planung und Bau des Betriebshofs 121 Millionen Euro kosten werden. 80 Millionen Euro übernimmt das Land Baden-Württemberg, die übrigen 40 Millionen Euro teilen sich die fünf Verbandsmitglieder. Sind diese Beträge noch aktuell? Laut Andrea Müller ja, eine neue Kostenfortschreibung erfolgt nach der Entwurfsplanung voraussichtlich Ende des Jahres. Der Betriebshof wurde zwischenzeitlich in die Kategorie C des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes Baden-Württemberg aufgenommen. „Das heißt, es kann nun ein konkreter Förderantrag vorbereitet werden“, erklärt Müller.
Im Juli 2025 hieß es, Stadt und Zweckverband verhandeln noch, ob die Fläche verpachtet oder abgekauft wird. Gibt es dazu mittlerweile eine Einigung? „Die Gespräche, in welcher Form die Regional-Stadtbahn über die Fläche verfügen kann, sind noch nicht abgeschlossen, befinden sich aber auf einem guten Weg“, sagt Müller.
Betriebshof in Reutlingen: Neue Planungen werden bei Bürgerinformation vorgestellt
Der moderne Betriebshof der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb wird auf dem Gelände des ehemaligen Güter- und Containerbahnhofs in Reutlingen derzeit im Detail geplant. Er dient künftig der Instandhaltung und Abstellung der Tram-Train-Fahrzeuge. Bei drei geführten Rundgängen am Mittwoch, 15. Juli, um 18 Uhr, 18.30 Uhr und 19 Uhr erhalten Bürgerinnen und Bürger Einblicke in die aktuellen Planungen für den künftigen Betriebshof der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb und können mit den Projektverantwortlichen ins Gespräch kommen. Ein Rundgang dauert ungefähr 45 bis 60 Minuten. Schallschutz, Umwelt und die Schaffung von Arbeitsplätzen durch den Betriebshof werden Themen sein.
Treffpunkt der Rundgänge ist der Zugang zum Gelände des ehemaligen Güter- und Containerbahnhofs auf Höhe der Sondelfinger Straße 8 in Reutlingen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Weitere Informationen zum Projekt und zur Machbarkeitsstudie finden Interessierte unter www.regional-stadtbahn.de/betriebshof


