Projekt in Reutlingen: Spürnasen ermitteln in einem „Mordfall“ rund ums Tierheim

Schnüffeln und dafür belohnt werden: Bei der Krimiwanderung mit Hund am Sonntag in Reutlingen führt eine Spur aus Leberwurstwasser zu den Hinweisen.
Christophe Gateau/dpa (Symbolfoto)- In Reutlingen lösen 20 Mensch-Hund-Teams am Sonntag einen fiktiven Kriminalfall rund ums Tierheim.
- Die „SOKO Wuff“-Krimiwanderung ist ein Projekt von zwei Studentinnen der Hochschule Reutlingen.
- Hunde folgen Spuren aus Leberwurstwasser, Menschen lösen Rätsel – Teamarbeit ist entscheidend.
- Teilnahmegebühr: 30 Euro pro Team, Einnahmen unterstützen die Tiere des Tierheims Reutlingen.
- Plätze für Sonntag sind ausgebucht; weitere Krimiwanderungen könnten folgen, abhängig vom Tierheim.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ermittelnde Teams aus Mensch und Hund gibt es viele. Tim und Struppi sowie Kriminalinspektor Richard Moser mit seinem Schäferhund Rex sind bekannt und beliebt, doch es gibt auch in Reutlingen tierisch gute Ermittlerduos. 20 davon gehen am kommenden Sonntag, 18. Januar, auf Spurensuche rund ums Reutlinger Tierheim – und ermitteln als „SOKO Wuff“ in einem fiktiven Kriminalfall.
Die Einsatzbeschreibung: „Eine Person wurde in den frühen Morgenstunden von einem städtischen Fahrzeug angefahren. Nun gilt es, Hinweise zu finden, Spuren zu verfolgen und den Fall aufzuklären.“ An acht Stationen müssen die Zweibeiner gemeinsam mit ihren Vierbeinern Hinweise richtig entschlüsseln, um am Ende den „Mordfall“ aufzulösen. Dass es sich um einen Mordfall handelt, „der in einer winterlichen Umgebung spielt“, verrät Michelle Retig. Wie genau dieser ablief, bleibt aber natürlich geheim, um den Teilnehmern nicht den Rätselspaß zu nehmen.
Spur aus Leberwurstwasser führt zu den Hinweisen
Die Krimiwanderung ist ein Projekt von Retig und Celine Schmitt. Die beiden 26-jährigen Reutlingerinnen studieren im Master „Human Centered Computing“ an der Hochschule Reutlingen und setzen das Projekt im Fach „Organisation und Führung“ um. „Es geht darum, ein reales Projekt so zu planen und durchzuführen, dass es nach der erstmaligen Umsetzung weiter angeboten werden kann“, erklärt Retig im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE. Der Kontakt zum Tierheim kam über Schmitt, die sich beim Tierheim engagiert. „Solche Krimiwanderungen für Hund und Mensch gibt es schon in anderen Städten, aber eben nicht in Reutlingen“, sagt Retig, die am Sonntag gemeinsam mit Schmitt die Gruppen begleiten und durch die Geschichte führen wird.
Doch was wird die Aufgabe der Ermittlerduos sein? Was haben die Hunde zu tun? Hauptsächlich das, was sie ohnehin gerne machen: fleißig schnüffeln. Sie nehmen die Fährte auf und eine Spur aus Leberwurstwasser führt zu den Stationen. Erschnüffeln die Hunde die Hinweise, werden sie mit Leckerlis belohnt – und die Menschen müssen die Rätsel lösen. „Für die Teilnehmer ist es wichtig, als Team vorzugehen“, sagt Retig. Das gilt für die Menschen und die Hunde.
Die Plätze für diesen Sonntag sind ausgebucht
Zehn Teams gehen jeweils in zwei Slots auf die Ermittlungsstrecke. Daher ist es für die Studierenden und das Tierheim Reutlingen wichtig, dass sich auch die Hunde gut verstehen. „Wir möchten keinen Hund ausschließen, aber natürlich sollen sie sozialverträglich gegenüber anderen Menschen und Tieren sein“, sagt Retig. Zwar sind die beiden Krimiwanderungen am kommenden Sonntag keine öffentlichen Events und die Plätze bereits ausgebucht, doch sollte das Tierheim die „SOKO Wuff“ weiter anbieten, ist das für Interessierte wichtig. Mitmachen dürfen Vierbeiner, die älter als zehn Monate sind. „Hunde, die in neuen Situationen oder im Kontakt mit anderen Hunden unsicher reagieren, sind willkommen, tragen jedoch bitte einen gut sitzenden Maulkorb, in dem sie bequem hecheln und trinken können“, heißt es in der Teilnahmevoraussetzung.
Das Projekt der beiden Studentinnen Retig und Schmitt und des Tierheims Reutlingen kommt übrigens komplett dem Tierheim zugute. Die Teilnehmer zahlen eine Gebühr von 30 Euro pro Hund-Mensch-Team; die Einnahmen werden für die Versorgung und Betreuung der Tierheimtiere eingesetzt.
Etwa eineinhalb bis zwei Stunden werden die menschlichen Inspektoren und die tierischen Spürnasen rund ums Tierheim ermitteln. Ob die „SOKO Wuff“ ihren ersten Fall lösen wird? Davon ist auszugehen – spätestens dann, wenn die letzte Leberwurst-Spur gefunden ist. Und selbst falls nicht jeder Hinweis sofort sitzt, gilt: Der Spaß am gemeinsamen Ermitteln ist garantiert – mit wedelndem Schwanz statt erhobenem Zeigefinger.


