OB-Wahl in Reutlingen
: Karsten Amann verzichtet – Grüne stellen keinen Kandidaten auf

Weniger Konkurrenz als erwartet für Amtsinhaber Thomas Keck: Die Grünen in Reutlingen werden keinen Kandidaten und keine Kandidatin für die OB-Wahl im Februar 2027 aufstellen.
Von
red
Reutlingen
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Das Sprecherteam der Grünen-Fraktion: Katharina Ernst und Dr. Karsten Amann.

Das Sprecherteam der Grünen-Fraktion im Reutlinger Gemeinderat: Katharina Ernst und Dr. Karsten Amann. Der Rechtsanwalt wurde immer wieder als möglicher Kandidat für die OB-Wahl 2027 gehandelt, verzichtet aber auf eine Kandidatur.

Thomas de Marco
  • Grüne in Reutlingen stellen zur OB-Wahl kein eigenes Personal auf – Entscheidung per Statement.
  • Karsten Amann tritt nicht an, obwohl er als möglicher Kandidat galt und die Aufgabe reizt.
  • Begründung: Die inhaltliche Nische zu Amtsinhaber Thomas Keck gilt als zu klein für Erfolg.
  • Partei setzt Schwerpunkte: Verkehrswende, Energiewende, Integration mit klarer Abgrenzung zur AfD.
  • Bekannt sind zwei Kandidaturen: Thomas Keck kündigte Wiederantritt an, CDU nominierte Silke Kurz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Grünen in Reutlingen werden für die Oberbürgermeisterwahl zu Beginn des kommenden Jahres keine Kandidatin und keinen Kandidaten aufstellen. Das teilt die Partei selbst in einem Statement mit. Demnach sei diese Entscheidung „das gemeinsame Ergebnis einer Reihe von Gesprächen zwischen der Fraktion Grüne und Unabhängige im Gemeinderat, dem grünen Stadtverband und den grünen Landtagsabgeordneten Thomas Poreski und Cindy Holmberg“.

Man sehe zwar Themenfelder, die aktuell in der Stadtpolitik zu kurz kämen. Dennoch sei die inhaltliche Nische zwischen dem Amtsinhaber Thomas Keck (SPD) und den grünen Positionen „zu klein, um realistische Aussichten auf ein erfolgreiches Abschneiden zu haben“, erklären die Grünen um Dr. Karsten Amann, der das Statement verschickt hat und Vorsitzender der Gemeinderatsfraktion der Grünen ist.

Aufgabe habe großen Reiz – aber kein Persönlichkeitswahlkampf

Im Statement stellen die Grünen deshalb auch klar, dass Rechtsanwalt Amann selbst nicht kandidieren wird. „Die Aufgabe des Oberbürgermeisters meiner Heimatstadt übt einen großen Reiz auf mich aus, sie elektrisiert mich. Ich weiß auch, dass sich viele Menschen wünschen, dass ich antrete. Aber Aufwand und Chancen einer Kandidatur müssen im richtigen Verhältnis stehen. Bei aller Kritik in Einzelpunkten, bei allem Wunsch, den ich höre, ihr OB möge mehr Kante zeigen, klarer Position beziehen und mehr Orientierung geben: Ein reiner Persönlichkeitswahlkampf wäre schwierig zu führen und würde dem Amt nicht gerecht“, betont Amann. „Und vor allem: Es herrscht keine Wechselstimmung in der Stadt, ganz anders als zum Beispiel vor 24 Jahren. Deshalb werde ich nicht bei der OB-Wahl kandidieren.“

Grüne möchten harte Abgrenzung zur AfD

Trotz dieser Entscheidung wollen die Grünen den Themen, die im OB-Wahlkampf eine Rolle spielen, ihren Stempel aufdrücken. Vier Bereiche werten die Grünen dabei als vordringlich:

  • die Verkehrswende mit autofreier Altstadt, einem Schub für den lahmenden Radverkehrausbau und wieder mehr Aufmerksamkeit für den Busverkehr
  • eine offensivere Rolle bei der Energiewende, dem Gasausstieg, der Anpassung der Stadt an den Klimawandel mit mehr Grün und weniger Asphalt
  • das Werben für Integration und eine offene Stadtgesellschaft mit einer harten Abgrenzung zur AfD
  • die Förderung eines sozialen und ökologischen Wirtschaftens

„Das Bekenntnis zu diesen Zukunftsbereichen ist für uns der Maßstab, ob wir eine Empfehlung für die Wahl aussprechen“, so Co-Fraktionssprecherin Katharina Ernst.

Bisher sind zwei Kandidaturen für die OB-Wahl im Februar 2027 in Reutlingen bekannt: Amtsinhaber Thomas Keck (SPD) hatte mehrfach erklärt, dass er wieder antreten werde. Zudem hatte die CDU mit Silke Kurz vergangene Woche ihre Kandidatin für die OB-Wahl vorgestellt.