In einer gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Tübingen und des Polizeipräsidiums Reutlingen heißt es: Nach dem Brand in einem sozialpsychiatrischen Fachpflegeheim in der Oberlinstraße am Dienstagabend, dem 17.01.23, in Reutlingen ermitteln die Staatsanwaltschaft Tübingen und das Kriminalkommissariat Reutlingen zwischenzeitlich gegen eine 57 Jahre alte Bewohnerin wegen des Verdachts des dreifachen Mordes und elffachen Mordversuchs.

Brand im Zimmer einer der Wohngruppen ausgebrochen

Den derzeitigen Ermittlungen zufolge war der Brand am Dienstagabend, gegen 19.40 Uhr, im Zimmer der Frau in einer der Wohngruppen im Obergeschoss des Gebäudes ausgebrochen. In der Folge ergab sich der dringende Verdacht, dass die 57-Jährige das Feuer gelegt haben könnte. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen und Untersuchungen durch die Experten der Spurensicherung, in die auch ein Sachverständige des Landeskriminalamts Baden-Württemberg einbezogen sind, dauern noch an. Ebenso ist auch ein mögliches Tatmotiv der an einer psychischen Erkrankung leidenden Frau noch Gegenstand der Ermittlungen.

Verdächtige wird schwer verletzt

Die 57-Jährige, die bei dem Feuer selbst schwer verletzt wurde, ist derzeit noch nicht ansprechbar und wird in einer Spezialklinik behandelt. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob auch unter Beachtung des gesundheitlichen Zustands der Beschuldigten, die Voraussetzungen für eine einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus vorliegen.

Elf Bewohner leicht verletzt

Wie bereits berichtet, verloren bei dem Brand eine 53-jährige Frau und zwei 73 und 88 Jahre alte Männer Ihr Leben. Nach derzeitigem Stand ist als Todesursache von einer Rauchgasintoxikation auszugehen. Elf weitere Bewohner hatten leichte Verletzungen davongetragen.

Bewohner teilweise wieder zurück

Die anderen der insgesamt 37 Bewohner der Einrichtung und fünf anwesende Pflegekräfte waren unverletzt geblieben. In die vom Brand nicht betroffenen Wohnbereiche konnten die Bewohner teilweise wieder zurückkehren.