Landtagswahl-Liveticker: Die CDU holt das Direktmandat im Wahlkreis Reutlingen – und löst Grüne ab

Grünen-Kandidat Thomas Poreski (links) freut sich über das starke Abschneiden seiner Partei. Doch das Direktmandat übergibt er an CDU-Kandidaten Maximilian Menton, der sich im rechten Bild freut.
Matthias Grimm; Maik Wilke; Collage: befunkyAm heutigen Sonntag nutzten rund 70 Prozent der 76.000 Wahlberechtigten im Wahlkreis Reutlingen ihr Wahlrecht und wählten den 18. Landtag von Baden-Württemberg. Der Wahlkreis umfasst die Stadt Reutlingen, die Stadt Pfullingen sowie umliegende Gemeinden der Kreisstadt.
Künftig werden Max Menton (CDU), Thomas Poreski (Grüne) und Maximilian Gerner (AfD) den Wahlkreis 60 im Landtag in Stuttgart vertreten.
Hier lesen Sie den Liveticker des Wahlabends nach. Weitere Artikel zur Landtagswahl und ausführliche Analysen zu den Kommunen des Wahlkreises finden Sie auf der Seite der Südwest Presse.
Der Wahlabend ist beendet
Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Grünen im Wahlkreis Reutlingen steht das Ergebnis um kurz nach neun Uhr: Maximilian Menton, Kandidat der CDU, holt mit 34 Prozent das Direktmandat im Wahlkreis Reutlingen.
Damit löst er den bisherigen Abgeordneten Thomas Poreski von den Grünen ab. Mit rund 29 Prozent Erststimmen und Platz 11 auf der Landesliste, darf auch Poreski in den Landtag einziehen.
Neben Max Menton (CDU) und Thomas Poreski (Grüne) wird auch Maximilian Gerner (AfD) mit einem Ergebnis von 16,8 Prozent einen Platz im Gremium des Landtags erhalten. Somit wird es künftig drei Landtagsabgeordnete aus dem hiesigen Wahlkreis geben.
An dieser Stelle schließen wir den Liveticker und danken für Ihr Interesse.
Jubel bei der CDU-Wahlparty
Vor drei Stunden herrschte in der „Alten Bank“ Enttäuschung, nun jubeln die CDUler. Max Menton sichert sich das Direktmandat im Wahlkreis Reutlingen. „Wir haben die Zweitstimmen nicht ein bisschen verbessert – wir haben sie pulverisiert“, sagt Menton. Er sei besonders stolz auf einen bestimmten Aspekt: „Wir waren diejenigen, die niemanden beleidigt haben oder Videos aus der Vergangenheit rauskramen mussten. Wir haben in Reutlingen überzeugt, weil wir die besten Lösungen haben.“

Nach anfänglicher Enttäuschung über das Landesergebnis, freut sich Maximilian Menton (CDU) über das Direktmandat im Wahlkreis Reutlingen.
Maik WilkePoreski: „Noch nie haben so viele Menschen Grün gewählt“
Grünen-Kandidat Thomas Poreski sieht seine Partei nach den ersten Ergebnissen klar im Aufwind. „Normalerweise haben noch nie so viele Menschen Grün gewählt, das kann man landesweit sehen“, sagt er am Wahlabend. Die Grünen hätten offenbar auch Stimmen von SPD und Linken gewonnen.
Die stark auseinandergehenden Ergebnisse bei Erst- und Zweitstimmen führt Poreski auf den Wahlkampf zurück. „Die ersten und zweiten Stimmen klaffen teilweise heftig auseinander. Das liegt auch an der Zweitstimmenkampagne“, sagt der Reutlinger Grünen-Politiker.
Poreski rechnet mit zwei grünen Abgeordneten aus dem Kreis. Selbst wenn das Direktmandat nicht gewonnen werde, sieht Poreski gute Chancen für seine Partei. „Dann kommen wir beide relativ lässig über die Landesliste rein“, sagt er. Damit könnte der Kreisverband weiterhin zwei grüne Landtagsabgeordnete stellen.

Thomas Poreski und Cindy Holmberg sprachen sichtlich erfreut vom guten Wahlergebnis vor ihren Parteikollegen in Reutlingen. „Wir Grüne sind wieder da“, sagt Poreski am Wahlabend.
Matthias GrimmGerner sieht sich im Landtag
Nach den ersten Hochrechnungen zeigt sich Maximilian Gerner zuversichtlich, selbst in den Landtag einzuziehen. „Wenn mich nicht alles täuscht, komme ich über die Liste rein“, sagt der AfD-Kandidat aus Reutlingen auf Nachfrage der Südwest Presse. Auf der Landesliste steht er auf Platz 22.
Den Wahlabend verfolgt Gerner mit Unterstützern an einem nicht öffentlich bekannten Ort. Rund 65 Gäste seien zusammengekommen. „Die Stimmung ist gut“, berichtet er. Nur als bei den ersten Prognosen der starke Wert der Grünen eingeblendet wurde, sei sie kurz etwas gedämpft gewesen.
Besonders das Abschneiden der SPD fällt dem AfD-Kandidaten auf. „5,5 Prozent wären schon krass wenig“, sagt er. Einen Teil der Wählerwanderung sieht er offenbar bei den Grünen.

Mit dem Listenplatz 22 ist AfD-Kandidat Maximilian Gerner zuversichtlich den Sprung ins Landtags-Parlament zu schaffen.
Christoph Schmidt/dpa