Konzern in Reutlingen: „Bosch ist Teil der Bundesgartenschau 2039“

Diese Visualisierung präsentierte Bosch im Juli 2022. Die geplante Umgestaltung des Werksareals in der Tübinger Straße sah eine Art „Brücke“ vor, die die beiden gegenüberliegenden Werksteile miteinander verbinden soll. Teile des Firmengeländes sollen, so der Masterplan, als Campus für die Reutlinger Bevölkerung geöffnet werden.
Grafik: Bosch/Archiv- Bosch plant die Öffnung seines Werksareals in Reutlingen bis zur Bundesgartenschau 2039.
- Bürgermeister Keck betont die Bedeutung des Projekts für die Stadtentwicklung und die Buga.
- Die Freilegung der Echaz auf dem Gelände wäre ein zentrales Highlight der Buga 2039.
- Bosch fokussiert weiterhin auf die Erweiterung der Halbleiterproduktion – Quartiersentwicklung stagniert.
- Unsicherheiten bleiben: Umsetzung des Masterplans könnte Zeit und Abstriche erfordern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Die Neugestaltung des Bosch-Areals ist eine historische Chance für die Entwicklung unserer Stadt.“ Diese Aussage tätigte Oberbürgermeister Thomas Keck bei der Präsentation des gemeinsamen Masterplans von Konzern und Stadt im Juli 2022. Das Werksgelände soll sich den Bürgerinnen und Bürgern öffnen und die reine Produktionsfläche zu einem erlebbaren Quartier werden.
Doch die Wirtschaftskrise, die Bosch gewaltig trifft, hat Folgen für das „weltweit einmalige Projekt“, wie es damals bezeichnet wurde. Über die letzten drei Jahre herrschte zumindest öffentlich Stillstand. Bosch legt seinen Fokus nicht auf die Quartiersentwicklung rund um Bantlinstraße und Tübinger Straße, sondern auf die Erweiterung der Halbleiterfertigung (wir berichteten mehrfach).
Umso überraschender kamen die Aussagen von Keck im Interview mit der SÜDWEST PRESSE Ende des Jahres: „Bosch ist Bestandteil der Buga 2039 und wird sein Betriebsareal öffnen. Die Echaz wird in naturnahen Zustand gebracht und für die Bürger zugänglich.“ Zwar gehe es dem Konzern nicht so gut wie noch vor wenigen Jahren und manche Projekte – wie eben die gemeinsame Quartiersentwicklung – kämen ins Stocken. „Aber das Ziel und die elementaren Bestandteile bleiben.“
Freilegung der Echaz wäre ein Highlight der Buga
Reutlingens Oberbürgermeister weiß natürlich um die Bedeutung von Bosch für die Buga 2039. Diese soll Kecks „Vermächtnis“ als Oberbürgermeister sein und die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung und eine eindrucksvolle Umsetzung steigen gewaltig, sollten die Stadt und das Unternehmen das Betriebsareal tatsächlich öffnen. Hinzu kommt: Die Echaz ist das verbindende Element in der Buga-Planung 2039. Eine Freilegung des lange kanalisierten Flusses auf dem Werksgelände eines Global Players wäre das Highlight der Schau. Ein Aspekt, für den Reutlingen bundesweit gelobt werden würde.
Doch was sagt Bosch zu den optimistischen Aussagen Kecks? Aus Sicht des Konzerns gebe es „keine neuen Entwicklungen“, sagt eine Sprecherin auf Anfrage. Bedeutet: Für Bosch stehen im Rahmen des Masterplans weiter die Baumaßnahmen zur Erweiterung der Halbleiterproduktion im Fokus. Bei der gemeinsamen Quartiersentwicklung gebe es keine Neuigkeiten.
Mehr Wunsch als Realität?
Für Reutlingen wäre es wünschenswert, dass das Projekt tatsächlich bis zur Buga 2039 realisiert wird – und nicht nur ein Wunsch von Thomas Keck bleibt. Denn es wäre in der Tat eine „historische Chance der Stadtentwicklung“. Doch solche Umbauten und Neugestaltungen brauchen Zeit – und ob sich der Fokus des gebeutelten Konzerns in den nächsten Jahren wieder Richtung Quartiersentwicklung verschiebt, ist zu bezweifeln. Rein wirtschaftlich betrachtet gibt es andere Sorgen und kaum Zeichen auf Besserung.
Es ist also gut möglich, dass man – sollte die Neugestaltung überhaupt kommen – Abstriche eingehen muss. Das ist Reutlingens Oberbürgermeister bewusst. „Es war immer klar, dass der Masterplan Bosch nicht 1:1 so umgesetzt wird, wie er damals verabschiedet wurde.“



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