Kehrtwende in Pfullingen
: Walter Fromm ersetzt nach Wahlkorrektur Sieglinde Schairer

Es war ein Herzschlagfinale am Montagnachmittag: Zwei Stimmen trennten Sieglinde Schairer von Walter Fromm (beide SPD). Nun hat sich das Blatt gewendet.
Von
Lea Irion
Pfullingen
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Kommunalwahlen 2024 in Pfullingen: Umschläge mit Wahlunterlagen

Kommunalwahlen 2024 in Pfullingen: Umschläge mit Wahlunterlagen. Durch eine (für den Ablauf übliche) Wahlkorrektur hat sich bei der SPD in Pfullingen nun ein Mandat geändert.

Lea Irion

Soll mal einer noch sagen, Kommunalpolitik sei langweilig: Pfullingen hat am Montagnachmittag bei der Auszählung der Stimmen einen kleinen Krimi erlebt – zumindest diejenigen, die der SPD angehörig sind. Denn bis zuletzt war unklar, ob es nun Walter Fromm wieder in den Gemeinderat schaffen würde – oder seine Fraktionskollegin Sieglinde Schairer.

Gebannt standen die beiden im Sitzungssaal des Pfullinger Rathauses und beobachteten im Beisein der anderen Fraktionen samt Bürgermeister Stefan Wörner die Ergebnisse, die sich einfach nicht aktualisieren wollten. Doch gegen 14.30 Uhr stand vorläufig fest: Es sollte Schairer statt Fromm werden.

Nachträglich mehr Stimmen bekommen

Die beiden trennten am Ende gerade mal zwei Stimmen, die Sieglinde Schairer mehr auf dem Konto hatte: 1798 bekam Schairer, 1796 Fromm. Wenig verwunderlich war Fromms Reaktion, der nach der Bekanntgabe geknickt den Saal verließ. Doch am Dienstagabend wendete sich das Blatt.

Die Auszählungen der Stadt Pfullingen zeigten nun auf der offiziellen Wahlseite Walter Fromm mit einem Direktmandat – Sieglinde Schairer ist ausgeschieden. Auch die Stimmanteile haben sich geändert: Nun hat Fromm mit 1816 Stimmen die Nase vorn, Schairer hat jetzt 1803 – zwar mehr als davor, aber inzwischen weniger als ihr Fraktionskollege.

Wie kann das sein? Eine Nachfrage bei der Stadtverwaltung ergibt folgende Antwort: „Diese Korrektur ist tatsächlich üblich und gehört zum normalen Ablauf der Feststellung des Wahlergebnisses dazu“, erläutert Pfullingens Pressesprecher Markus Hehn. Der Wahlausschuss sehe sich nach der Auszählung der einzelnen Auszählteams der Wahllokale noch einmal alle als „ungültig“ bestimmten Stimmzettel an.

Stimmzettel nach Prüfung doch als gültig anerkannt

„Dabei kann es dazu kommen, dass manche dieser Stimmzettel tatsächlich als ‚gültig‘ erkannt werden und doch noch in die Stimmwerte der jeweiligen Kandidaten eingehen“, führt Hehn aus. Es steckt also freilich keinerlei Manipulation dahinter – vielmehr ein normaler und für eine Wahl dieses Ausmaßes notwendiger Kontrollmechanismus.

Diese Prüfung durch den Wahlausschuss fand im Laufe des Dienstags statt. Das endgültige Ergebnis wurde dann gegen 17 Uhr festgestellt. „Sieglinde Schairer hat so in unserem Falle auch selbst noch Stimmen hinzugewonnen, bei Walter Fromm waren es aber mehr – und bei dem außerordentlich knappen Abstand zwischen den beiden hat das nun tatsächlich den Unterschied gemacht“, so Hehn.