Grünen-Politikerin in Reutlingen
: Ricarda Lang schenkt aus – und teilt aus

Die Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundesvorsitzende der Grünen bediente die Gäste des Vis-à-Vis in Reutlingen und kritisierte die CDU-geführte Regierung um Kanzler Friedrich Merz mit deutlichen Worten.
Von
Maik Wilke
Reutlingen
Jetzt in der App anhören
Ricarda Lang Thomas Poreski Cindy Holmberg Grüne Vis-a-Vis Reutlingen

„O’zapft is!“: Ricarda Lang hinter der Theke des Vis-à-Vis in Reutlingen.

Dimitri Drofitsch
  • Ricarda Lang bediente im Vis-à-Vis in Reutlingen Gäste und zapfte Bier.
  • Termin: Donnerstag, 19. Februar, gemeinsam mit Cindy Holmberg und Thomas Poreski.
  • Sie kritisierte Kanzler Friedrich Merz und die CDU-geführte Regierung scharf.
  • Thema „Lifestyle“-Teilzeit: Vorwürfe fehlender Lösungen für Mütter und Pflegekräfte.
  • Lang: Regierung schiebe Verantwortung ab; Merz verhöhne Lebensverhältnisse.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nein, hinter der Theke habe sie keine Erfahrung. „Aber scheinbar geht der Fachkräftemangel so weit, dass Bundestagsabgeordnete für den Ausschank eingestellt werden“, scherzte Ricarda Lang. Die Bundestagsabgeordnete der Grünen und ehemalige Bundesvorsitzende ihrer Partei besuchte am Donnerstag, 19. Februar,  ihre Parteikollegen, die beiden Landtagswahlkandidaten Cindy Holmberg und Thomas Poreski. Im Vis-à-Vis in der Wilhelmstraße nahmen die drei Politiker die Bestellungen der Gäste auf. Sie zapften, brühten auf, schenkten aus – und Lang teilte aus.

Und zwar gegen Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Veranstaltung sollte einen lockeren Austausch ermöglichen, doch gleich zu Beginn nutzte Lang die Möglichkeit, die CDU-geführte Regierung zu kritisieren. Als Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales kann sie die jüngsten Vorschläge von Merz kein bisschen nachvollziehen. Stichwort „Lifestyle“-Teilzeit.

Ricarda Lang Thomas Poreski Cindy Holmberg Grüne Vis-a-Vis Reutlingen

Ricarda Lang zusammen mit den Grünen-Kandidaten für die Landtagswahl Thomas Poreski (Wahlkreis Reutlingen) und Cindy Holmberg (Wahlkreis Hechingen/Münsingen).

Dimitri Drofitsch

Auf richtige Antworten habe die Merz-Regierung „keine Lust“

„Wer solch einen Begriff benutzt, sollte mal mit den Menschen sprechen, die es betrifft. Dann trifft man Mütter, die gerne mehr arbeiten würden, das aber nicht können, weil sie sich um ihre Kinder kümmern müssen. Und man trifft Pflegekräfte, die es aufgrund der körperlichen Belastung in Vollzeit nicht bis zum Renteneintrittsalter schaffen würden.“

Auf diese strukturellen Probleme könne man Antworten finden – darauf habe die Regierung um Merz jedoch „keine Lust und schiebt die Verantwortung lieber auf die Einzelnen ab“, so Lang. Das Problem sei nicht, dass Merz sage, was er denkt. Das sei für Politiker sogar sympathisch. „Das Problem ist aber, dass Merz denkt, was er denkt. Und damit Lebensverhältnisse verspottet“, sagte Lang.