Bruchlandung am Stuttgarter Flughafen
: Reutlinger Hagelflieger verunglückt – 10.000 Passagiere betroffen

Die Propellermaschine, die eigentlich im Kreis Reutlingen Wolken gegen Hagelkörner impfen soll, war Auslöser für die erheblichen Störungen am Stuttgarter Flughafen am Mittwoch.
Von
swp
Kreis Reutlingen/Stuttgart.
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Hagelflieger des Vereins zur Hagelabwehr Reutlingen steht in Stuttgart bereit.

Eigentlich sollte am Samstag wie hier 2023 offiziell die Saison des Reutlinger Hagelfliegers am Stuttgarter Flughafen starten, doch das musste Vereinsvorsitzende Gabriele Gaiser (rotes Oberteil) nun absagen. (Archivfoto)

Privat

Zu erheblichen Störungen im Flugverkehr hatte ein Flugunfall am Mittwochabend (10.07.2024) auf dem Flughafen Stuttgart geführt. Ein 65-jähriger Pilot wollte gegen 19.45 Uhr nach der Freigabe durch den Tower mit seiner einmotorigen Propellermaschine Piaggio auf dem Flughafen landen. Erst beim Aufsetzen auf die Landebahn bemerkte er, dass er das Fahrwerk der Maschine nicht ausgefahren hatte. Das Flugzeug setzte auf dem Rumpf auf und rutschte mehrere hundert Meter über die Landebahn, bevor es zum Stillstand kam. Jetzt steht fest: Das verunfallte Flugzeug war der Hagelflieger, der im Landkreis Reutlingen im Einsatz ist.

„Bis Ende August ist die Maschine für uns im Einsatz“, sagte Gabriele Gaiser, Vorsitzende des Vereins zur Hagelabwehr im Landkreis Reutlingen, im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE in der vergangenen Woche. Skeptiker der Impfung von Wolken mit Silberjodid gebe es immer noch, „aber sie sind weniger und leiser geworden“, sagte Gaiser.

Weniger Tage später und nach dem Unfall klingt die Vereinsvorsitzende entsprechend weniger positiv. Die Schäden an der einmotorigen Propellermaschine Piaggio sind immens. „Das genaue Ausmaß kennen wir aber noch nicht, das wird sich in den nächsten Tagen klären“, sagt Gaiser am Freitagmorgen. „Wir sind in enger Absprache mit der Firma Jumara und müssen nun abwarten.“

Ersatzflugzeug als Plan B

Das Ziel des Hagelabwehrvereins ist klar: Man möchte eine Ersatzlösung finden, damit die Hagelsaison dennoch abgedeckt wird. Ob diese Ersatzlösung eine Ersatzmaschine sein wird? „So wird es vermutlich sein“, sagt Gaiser. „Aber vielleicht ist auch eine Reparatur des beschädigten Flugzeugs möglich. Wir werden jedenfalls alles versuchen, damit die Hagelsaison bis Ende August abgedeckt ist.“

Der Pilot blieb bei dem Unglück unverletzt. Die Flughafenfeuerwehr hob den Flieger nach der Bruchlandung an, sodass das Fahrwerk ausgefahren und die Maschine auf ihre Parkposition geschleppt werden konnte. Der Flugverkehr auf der Start- und Landebahn musste am Mittwoch bis 21.45 Uhr eingestellt werden, vier Flugzeuge mussten wegen der Sperrung an die Flughäfen Nürnberg, Erfurt und München ausweichen. 14 Flüge sind ausgefallen, 30 hatten Verspätung – insgesamt waren rund 10.000 Passagiere von dem Unfall des Reutlinger Hagelfliegers betroffen. Zur Höhe des entstandenen Sachschadens gibt es noch keine Informationen.