Bosch baut bundesweit 13.000 Stellen ab
: Das plant Bosch am Standort Reutlingen

Es kommt knüppeldick: Stellen werden gestrichen, Arbeitszeiten verkürzt und Auszubildende nicht übernommen.
Von
swp
Reutlingen
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Bosch

Dunkle Wolken ziehen über den Konzern. Jetzt sollen im Bereich Mobility 13.000 Stellen abgebaut werden.

Bernd Weißbrod/dpa
  • Bosch streicht deutschlandweit 13.000 Stellen im Bereich Mobility bis 2026.
  • Am Standort Reutlingen/Kusterdingen sind 1.100 Stellen vom Abbau betroffen.
  • Arbeitszeit und Gehalt von 2.100 Beschäftigten werden ab Januar 2026 reduziert.
  • Ab 2024 sollen keine Auszubildenden am Standort Reutlingen übernommen werden.
  • IG Metall und Betriebsrat fordern langfristige Lösungen und Schutz vor Belastungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Bosch-Konzern hat am Donnerstag, 25. September, angekündigt, im Geschäftsbereich Mobility weitere 13.000 Arbeitsplätze an deutschen Standorten zu streichen. Für den Standort Reutlingen, insbesondere für das Werk in Kusterdingen, wurde bereits im Juli ein geplanter Abbau von 1.100 Stellen angekündigt.

Auszubildende werden nicht übernommen

Der Betriebsrat und die IG Metall sind in intensiven Gesprächen mit der Arbeitgeberseite, in denen es derzeit noch um weitere Hintergrundinformationen zu den geplanten Maßnahmen geht. Parallel erreichen die Arbeitnehmervertretungen und Beschäftigten weitere Hiobsbotschaften: So wurde Ende August der Betriebsrat informiert, dass nächstes Jahr keine Auszubildenden übernommen werden sollen. Am vergangenen Montag kündigte der Bereichsvorstand zudem an, dass bei mehr als 2100 Beschäftigten ab Januar 2026 die Wochen-Arbeitszeit und somit auch das Gehalt gekürzt wird. Das betrifft diejenigen Mitarbeiter, die bislang eine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit von 38 bis 40 Stunden hatten.

Claudia Hülsken, Geschäftsführerin der IG Metall Reutlingen-Tübingen, sagt dazu: „Der IG Metall und dem Betriebsrat ist die schwierige Lage der Automobilindustrie und Zulieferer in Deutschland bewusst. Wir sind an konstruktiven Lösungen interessiert und sind nach den Sommerferien heute mit der Arbeitgeberseite wieder in intensive Gespräche gestartet. Noch sind viele unserer Fragen unbeantwortet, noch fehlen uns viele Informationen. Die Beschäftigten haben selbst im Rahmen von Workshops viele gute Ansätze erarbeitet für die Zukunft und alternative Ideen. Wir müssen unbedingt die Menschen einbinden, um die es hier geht! Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten mehr als nur Einsparpotenziale.“

Betriebsrat will Druck aufbauen

Thorsten Dietter, Betriebsratsvorsitzender von Bosch Reutlingen, ergänzt: „Es handelt sich um den größten geplanten Stellenabbau in der Geschichte von Bosch. Nur den Rotstift bei den Beschäftigten anzusetzen, ist die falsche Transformationsstrategie. Gemeinsam mit der Belegschaft werden wir in den anstehenden Verhandlungen Druck aufbauen für eine langfristige Zukunftsperspektive und Beschäftigungssicherung. Die einseitige Entscheidung des Arbeitgebers zur Kürzung der Arbeitszeiten in Reutlingen und Kusterdingen bedeutet erhebliche Einschnitte und stellt viele Betroffene vor finanzielle Herausforderungen. Zudem fordert der Betriebsrat Maßnahmen zum Schutz vor einer Leistungsverdichtung.“

Umut Köksal, Vertrauenskörperleiter der IG Metall, sorgt sich vor allem um die jungen Mitarbeiter: „Außer Kosteneinsparungen zulasten der Beschäftigten gibt es anscheinend bei den Arbeitgebern keine Ideen oder Visionen. Die Jugend ist unsere Zukunft! Die Azubis haben in den letzten Wochen mit der Jugend- und Auszubildendenvertretung bereits einige Aktionen zur ,unbefristeten Übernahme‘ gestartet – weitere sind geplant. Wir werden sichere Perspektiven für unsere Jugend gemeinsam mit der IG Metall durchsetzen.“