Binea in Reutlingen: Auf der Suche nach Fachkräften von morgen

Der Andrang war groß an den beiden Binea-Tagen – wenn auch nicht ganz so groß wie im Jahr 2025.
Norbert Leister- Binea in der Reutlinger Stadthalle: etwas weniger Besucher als im Vorjahr (rund 8000).
- Weiterbildung stärker nachgefragt; Grund sind steigende Arbeitslosenzahlen in der Region.
- 160 Aussteller, 28 unter „Dies und Das“; breites Spektrum von Handwerk bis Hochschulen.
- Gute Gespräche trotz Rückgang: u. a. Landratsamt („Flexen statt Faxen“), Mariaberg, kreative Slogans.
- Beobachtung: „deutlich ruhiger als im vergangenen Jahr“; Nachfrage nach Ferienjobs bei Bosch.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie gewohnt wurde die Reutlinger Stadthalle am Freitagvormittag regelrecht von Schülerinnen und Schülern gestürmt. Klassenweise hatten sie das Gebäude geentert – verwundern durfte das allerdings nicht, schließlich war am Freitag und Samstag erneut die Binea angesagt. Die 20. Reutlinger Bildungsmesse Neckar-Alb brachte einmal mehr Firmen, Unternehmen, Einrichtungen, Institutionen und Ausbildungswillige zusammen.
Aber nicht nur, wie Janne Hagel als Binea-Projektleiterin von Solutioncube ausführte: „Der Bereich der Weiterbildung wurde dieses Jahr stärker nachgefragt als in den vergangenen Jahren.“ Kaum verwunderlich, angesichts von steigenden Arbeitslosenzahlen, auch in der Region Reutlingen. Insgesamt hätten aber wohl etwas weniger als die rund 8000 Besucherinnen und Besucher wie im Vorjahr den Weg in die Halle gesucht.
„Flexen statt flaxen“
Allerdings hatten zahlreiche Aussteller in der Stadthalle betont, dass sie durchaus gute Gespräche mit jungen Menschen geführt hätten. Etwa am Stand des Landratsamts Reutlingen, der mit „Flexen statt Faxen“ geworben hatte. Junge Menschen standen dort am Stand, sie verdeutlichten wie groß die Berufsvielfalt beim Landkreis sein kann – vom Straßenwärter über eine Verwaltungsfachangestellte bis zum Vermessungstechniker.
Bei einem Stand der Kinder- und Jugendpsychiatrie Mariaberg hatten sich Jasmin Hagg und Madleen Lesniok über das Interesse von Jugendlichen gefreut, die sich für die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten in der Einrichtung interessierten. Ob in der Gärtnerei, in der Gastronomie, der Pflege oder im pädagogischen Bereich – „viele kommen über ein Freiwilliges Soziales Jahr“, sagte Lesniok. „So wie ich selbst auch.“
28 Aussteller in der Rubrik „Dies und Das“
Viele weitere der insgesamt 160 Aussteller lockten mit Ausbildungen in der Industrie, im Handwerk, in technischen Berufen, im Sozial- und Gesundheitsbereich, bei der Polizei, der Bundeswehr, bei Banken, weiterführenden Schulen, Hochschulen und sonstigen Einrichtungen. „Wir haben dieses Jahr die Berufsfelder unter verschiedenen Sparten zusammengefasst“, berichtete Hagel. Unter „Dies und Das“ waren in der Mitte von allen Stockwerken 28 Aussteller zusammengefasst, die nicht eindeutig einer Sparte zuzuordnen waren.
Natürlich wurde an den zwei Öffnungstagen wieder ein Rahmenprogramm geboten, mit Vorträgen etwa – dort stellten sich einzelne Unternehmen vor, Berufsbilder und Studiengänge. Informationen über Mangelberufe gab es in einem anderen Format namens „Real Talk“ – die aber durchaus als „Sprungbrett“ ins Berufsleben genutzt werden könnten, um „die Nische in Handwerk, Technik, Gesundheit oder Soziales zu finden“, wie Hagel erläuterte.
Kreatives Marketing: Badfirma wirbt mit „Bad boy for Life“
So manche Slogans und Sprüche auf Rollups und Transparenten zogen tatsächlich mit witzigen Sprüchen die Aufmerksamkeit auf sich. Wie etwa „Damit andere einpacken können“, was unzweifelhaft auf eine Verpackungsfirma deutete. „Bad boy for Life“ ließ hingegen nicht auf den ersten Blick erkennen, worum es sich handelte. Der Spruch entpuppte sich beim Näherkommen aber schnell als Werbung für eine Installations- und Badfirma.
Der Andrang der Aussteller – der im Jahr 2007 in der damaligen Listhalle mit gerade mal 64 Ständen begann – zeige heute laut Janne Hagel, dass die Firmen, Unternehmen und Institutionen ausbilden wollen und auf der Suche nach jungem Nachwuchs seien. Auch wenn die Nachfrage der Aussteller leicht zurückgegangen sei – offensichtlich werden in allen Bereichen junge Menschen benötigt, um die Fachkräftenachfrage von morgen bedienen zu können.
Sebastian Geyer hatte als Versicherungs- und Finanzkaufmann allerdings eine andere Beobachtung gemacht: „Es war an den zwei Tagen deutlich ruhiger als im vergangenen Jahr“, sagte der 25-jährige FDP-Landtagskandidat, der am Samstag vom Wahlstand auf dem Marktplatz direkt in die Stadthalle gegangen sei und dort für seinen Arbeitgeber Nachwuchssuche betrieb. An einem anderen Stand ging es aber gar nicht um Aus- oder Weiterbildung: „Gibt’s dieses Jahr noch Ferienjobs beim Bosch“, fragten gleich mehrere junge Frauen.

