Tödlicher Unfall am Bahnübergang
: Radler hat geschlossene Schranken umgangen

Die Polizei gibt Details zum Unfallhergang bekannt. Und OB Katrin Albsteiger setzt sich für mehr Sicherheit am unfallträchtigen Übergang in Schwaighofen ein.
Von
Stefan Czernin
Neu-Ulm
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Bahnübergang Schwaighofen

Am Bahnübergang in Schwaighofen wurde am Montag ein Radler bei einem Unfall tödlich verletzt.

Stefan Czernin
  • Tödlicher Unfall am Bahnübergang in Schwaighofen; Radfahrer umging geschlossene Schranken.
  • Polizei bestätigt, dass Schranken ordnungsgemäß funktionierten; Radfahrer wurde von Zug erfasst.
  • Zugstrecke stundenlang gesperrt; Passagiere blieben unverletzt, Zugführer psychologisch betreut.
  • Zweiter tödlicher Unfall innerhalb eines Jahres; OB Katrin Albsteiger fordert mehr Sicherheit.
  • Umbaumaßnahmen verzögert; Planungsprozesse der Bahn verhindern schnelle Lösungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Dienstag erinnerte am Bahnübergang in Schwaighofen nichts mehr an den verhängnisvollen Unfall, der sich dort am Vortag ereignet hatte. Zum Unfallhergang hat die Polizei mittlerweile Details bekanntgegeben. Das war am Montag bis in den Abend hinein unterblieben, weil erst die Angehörigen des verstorbenen Radfahrers benachrichtigt werden sollten. Der tödliche Unfall ereignete sich am Montag gegen 15:45 Uhr in der Reuttier Straße. Ein 33-Jähriger aus dem Bereich Neu-Ulm war am Übergang von einer Regionalbahn, die in Richtung Memmingen unterwegs war, erfasst und tödlich verletzt worden. Der Pedelecfahrer war alleine auf der Reuttier Straße in Richtung Otto-Renner-Straße unterwegs, so ein Polizeisprecher auf Anfrage unserer Zeitung.

Übergang funktionierte einwandfrei

Die Polizei geht davon aus, dass die Bahnschranken zum Unfallzeitpunkt ordnungsgemäß geschlossen waren und daher der Radfahrer diese umfahren haben muss. Die Ermittlungen zum Unfall sind abgeschlossen. Beim Überqueren der Bahngleise wurde der Radfahrer von einem herannahenden Zug erfasst. Zwar leitete der Zugführer unverzüglich eine Notbremsung ein, er konnte jedoch den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Die Passagiere im Zug blieben unverletzt, der Zugführer musste allerdings psychologisch betreut werden.

Die Zugstrecke wurde für die Zeit der Unfallaufnahme über Stunden vollständig für den Bahnverkehr gesperrt, Züge endeten vorzeitig. Gegen 19 Uhr rollte der Verkehr auf der Schiene dann wieder. Die Polizei bittet Zeugen des Vorfalls, sich unter der Telefonnummer (0731) 80130 mit der Polizeiinspektion Neu-Ulm in Verbindung zu setzen.

Es ist schon der zweite tödliche Vorfall an diesem Übergang innerhalb eines Jahres. Im Oktober 2023 war ein 20 Jahre alter Fußgänger ebenfalls von einem Zug erfasst und getötet worden. Er soll von seinem Handy abgelenkt gewesen sein. In beiden Fällen hatte der Übergang technisch einwandfrei funktioniert, die Personen hatten das Rotlicht ignoriert und die geschlossenen Halbschranken umgegangen.

Bahn kündigt Sonderverkehrsschau an

Die Neu-Ulmer OB Katrin Albsteiger fragte am Dienstag im Mobilitätsausschuss des Landkreises bei Oliver Dümmler nach, ob die Querung zeitnah umgebaut und die Sicherheit verbessert werden kann. Der Geschäftsführer der Regio-S-Bahn Donau-Iller, der mit der Bahn in regelmäßigem Austausch steht, dämpfte allerdings die Hoffnungen auf eine schnelle Lösung. Die Bahn sei an bestimmte Planungsprozesse gebunden. „Die lassen sich nicht außer Kraft setzen.“ Die Pressestelle der Bahn teilt mit, dass es eine Sonderverkehrsschau mit Polizei, Bahn- und Behördenvertretern geben wird, um zu prüfen, „ob die am Bahnübergang vorhandene Beschilderung und/oder Technik in ihrem Zustand noch ausreichend ist“. Das sei nach Unfällen üblich.